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Riccardo Santoboni: Rot – Gelb – Grün – Blau

Musikinstrument = Form = Farbe   ODER: 

Ein Cello ist eine Tür und ist Rot

Der italienische Komponist Riccardo Santoboni (*1964) hat die Farb- und Formenstudie von Antonio Passa Il Ri-tratto di Antonio in Musik umgesetzt. Ein faszinierendes auditives wie visuelles Abenteuer für alle: Maler – Musiker – Publikum. Anlässlich der Vernissage in der Galerie Hybrida wurde das Werk durch das Nabla Ensemble uraufgeführt. Der Künstler Passa hat für sein Opus vier Farben (Rot-Gelb-Grün-Blau) benutzt. Sein Ri-tratto, bestehend aus sechzig Farbquadraten, hat er in der Folge in vier (geometrische) Formen verwandelt: Tür, T, Treppe, Dolmen. Alle Formen haben die Maße von ca. 2,5 x 2 Meter. (s. auch Artikel über das Kunstwerk):

„Resonanz der emotionalen Wahrnehmung oder Gleichartigkeitswahrnehmung„  – Santoboni hat jedem Instrument ein Bild zugeordnet, das anhand von Klangfarben dargestellt wird. Das melodieführende Instrument hat immer zweieinhalb Minuten das Sagen und wird von den Rhythmus- oder Support-instrumenten begleitet. Lichtspektren und Klangfarbendynamik holen Farbton und Form in den Vordergrund und suchen der Dichte und den Farbnuancen des Kunstwerkes gerecht zu werden, bis der ersehnte Balance-Zustand der jeweiligen Struktur erreicht ist. Die Vielfalt der angewandten Farben spiegelt sich in der Vielfältigkeit der Klangfarben sowie Licht- und Akustikspektren wieder. Die musikalische Sprache ist sehr klar und verständlich und erstreckt sich vom französischen Barock bis ins 20. Jahrhundert.

Und so sieht das Geflecht aus Farben, Formen und Instrumenten aus:

Cello = Rot = Tür
Geige = Gelb = T
Oboe = Grün = Treppe
Kontrabassklarinette = Blau = Dolmen

Tür – T – Treppe – Dolmen

Rot: Santoboni hat diese Farbe dem dunklen und sehnsuchtsvollen Cello zugewiesen. Es ist das Hauptinstrument und beschreibt Passas TÜR. Diese beinhaltet die Quadrate und Linien in den Rot- und Rosafarben. Hierzu gehört auch die Synthese – das Bild Nr. 60. Rot, der Hauptprotagonist hier, steht auch für die tiefste Note dieses Lichtspektrums und wird mit der Textur des Cellos assoziiert. Sie insinuiert mysteriös den Umbruch und die Erneuerung und bereitet auf das was kommt vor. Das Cello ist konstant im Hintergrund, unterbrochen von kleinen Farbkleksen der Geige und langen Strichen. Eine Hommage an Blaubarts Burg.

Gelb: Diese Farbe hat er der Geige zugeteilt, die mit Tönen einen griechischen Tempel bauen soll. Antonio Passa nennt es „T-förmiger Grundriss des griechischen Baus“. Hier treten die gelben Diagonalen auf. Als Symbol für Stabilität und Balance generiert die gut gelaunte Geige durchdringend-schrille Akustikspektren und darf in den höchsten Tönen brillieren. Kapriolen schlagend wirbelt sie hell und dynamisch und barock-französisch tanzend durch das „T“ und wird von den anderen Instrumenten daran gehindert, durch die einzige Öffnung ins Freie zu entwischen. Gut gelaunt verneigen sich alle am Ende vor dem Sonnenkönig.

Grün: Die intensive und durchdringende Oboe ist das Hauptinstrument bei dem Bild TREPPE . Schüchtern erklimmt sie die chromatische Tonleiter, sammelt sich und purzelt dann leicht und geschmeidig die gesamte Tonleiter hoch. Passa hat für die Treppe nur die Diagonalen der für das menschliche Auge am sensibelsten wahrnehmbaren mediterranen Grüntöne benutzt. Die Mentalität und Oasen-Vegetation des östlichen Mittelmeerraumes mit all seinen monoton-beruhigenden Klängen und Wiederholungsstrukturen sind hier die hervorstechenden Merkmale.

Blau: Kalt, sideral und rigide geht es in die letzte, vierte Runde und die seltene Kontrabassklarinette ist für knapp drei Minuten der Held auf dem Parkett und beschreibt den unbeweglichen und zuverlässigen DOLMEN.  Die Musik kommt aus weiter Ferne. Seit fast 3000 Jahren steht der mysteriöse Dolmen in Carnac oder Stonehenge. Blaue und lila Töne sowie die dazugehörigen Diagonalen und Farbmarkierungen repräsentieren ihn. Das angestrebte Equilibrium über die Phasen Rot, Gelb, Grün zu Blau ist erreicht und das Stück pendelt sich in einen harmonischen Zustand. Blau ist das prominenteste Fragment (sagt Santoboni) und stützt den kompletten Aufbau. Die Intervention der Nebeninstrumente ist minimal, streng durch-konstruiert und hilft, die tiefen, vom monotonem Dröhnen dominierten, Töne der dunklen Klarinette oder des düsteren Cellos hervorzuheben.

Die vier Kompositionen sind so verschiedenartig und facettenreich wie es die zur Debatte stehenden vier Farben sind. Jede Komposition hat eine eigene Klang-Philosophie und einen alternativen Aufbau, bis sie sich zum Schluss zu einem 10-minütigen Gesamtwerk vereinen, deren Reinheit nur durch die kleinen Pausen gestört wird.

Riccardo Santoboni ist ein Experte für Computer- und elektronische Musik und widmet sein Leben der Musikrecherche (Human Computer Interaction). In Rom kooperiert er bisweilen mit der Accademia Musicale de Santa Cecilia und ist regelmäßig Gast bei der Accademia Musicale Chigiana. Er ist Professor für Harmonie, Kontrapunkt, Fuge und Komposition an den Konservatorien in Bari und Pescara. Außerdem unterrichtet er Akustik und Psychoakustik an der Universität Tor Vergaga in Rom. Im Jahre 2000 gründete er das Nabla Ensemble, das sich vor allem auf zeitgenössische Musik spezialisiert hat. Seit 2010 ist er Professor für Computermusik am Konservatorium für Musik in Rom Santa Cecilia. Er hat unzählige Diplome u.a. in Elektronik, Orchesterleitung, Chorleitung und Klangwissenschaft sowie einen Master als Klangingenieur. Am Pult stand er u.a. in Rom, Neapel und New York  vor den Orchestern von Neapel und Pescara. Der Musikwissenschaftlicher hat außerdem an vielen internationalen Wettbewerben teilgenommen und etliche Preise gewonnen.

P1140612 Il Ri-tratto di Antonio – Komplett

Christa Blenk

Musik von Riccardo Santoboni

Infos zum Komponisten Riccardo Santoboni

Infos zur Ausstellung von Antonio Passa

 

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