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Oper: Die spanische Stunde – Das Kind und der Zauberspuk

AUSGEZEICHNET UND WUNDERBAR!

Uhren Alles tickt! (Senlis)

Zweimal Ravel in der Oper Rom

Die Oper Rom hat das Jahr 2014 mit Ravel begonnen und seine zwei Kursopern „Die spanische Stunde“ und „Das Kind und der Zauberspuk“ aufgeführt. Eine Produktion des Glyndebounre Festivals. Eine erholsame Unterbrechung zwischen Belcanto und Belcanto (Verdi, Puccini, Rossini, Donizetti)!

Bericht auf KULTURA EXTRA

Die Oper Rom hat das Jahr 2014 mit Ravel eingeleitet und führt seine Kurzopern L’heure espagnole (Die spanische Stunde) und L’enfant et les sortilèges (Das Kind und der Zauberspuk) auf. Eine erholsame Unterbrechung zwischen den sonst üblichen Verismo- und Belcanto-Aufführungen!
Der chinesische Vorhang schiebt sich langsam zur Seite und bringt nach und nach ein überdimensionales Wohnzimmer-Kuriositätenkabinett zu Tage. Alles tickt: Wanduhren, Standuhren und Kuckucksuhren: überall… Fahrräder, eine Waschmaschine, ein Bügelbrett mit Bügeleisen, ein Stier, eine Gitarre, Kleidung hängt und liegt herum. Bevor Charles Dutoit also das „go“ gibt, ticken schon die Uhren im Fünf- und Dreiviertaltakt desorganisiert und chaotisch durcheinander, und keine Uhr geht richtig! 45, 90, 180 Schläge pro Minute – jede Uhr wie sie will!
Diese moralische oder amoralische Geschichte könnte immer und überall passieren – die Protagonisten sind: ein eitler und dicklicher Bankier mit Weste; ein verträumter Studenten-Poet in orangefarbener Kleidung mit langer Hippie-Mähne; ein pflichtbewusster, gehörnter aber nicht so dummer Ehemann (der witzigerweise den Namen des grausamsten spanischen Inquisitor Torquemada trägt); eine untreu-frivole und berechnend-schöne Ehefrau (genial: Stéphanie d’Oustrac); ein einfacher und gut aussehender Maultier-Postbote-Möbelpacker mit Tatoo auf der Brust und viel Muskeln sowie zwei große Standuhren…
Pfiffig und großartig die Ideen von Regisseur Laurent Pelly und Ausstatterin Caroline Ginet. Stéphanie d’Oustrac war eine lebendige und sehr sexy Ehefrau und sang alle vier Männer buchstäblich aufs Sofa. Benjamin Hulett (Gonzalvo), François Piolino (Torquemada), Jean Luc Ballestra (Ramiro) und Andrea Concetti (Don Inigo) waren korrekt, aber nicht umwerfend – es sind allerdings kleine Rollen!
Franc Nohaim schrieb das Libretto für diese musikalische Komödie. Bei der Pariser Uraufführung im Mai 1911 kombinierte man „die spanische Stunde“ mit Massenets veristischer Spanientragödie Therèse“ – vielleicht war es deshalb ein großer Reinfall! Die konventionellen Musikkritiker bezeichneten das Stück jedenfalls als musikalische Pornografie. Alfred Jarry war an der Erarbeitung des Libretto beteiligt, dessen Ursprung eine Geschichte von Boccaccio ist.
In Rom blieb uns dann Massenet gottlob erspart, und es ging nach der Pause weiter mit dem „Zauberspuk“:
Ravel sah für diese lyrische Fantasie 21 Sopran-, Mezzosopran-, Tenor- und Bass-Stimmen sowie Chor vor. Colette hat den Text geschrieben (eigentlich ein Kinderbuch für ihre Tochter) an deren musikalischer Umsetzung Ravel über sechs Jahre gearbeitet hat (1919 und 1924). Die Uraufführung fand 1925 in Montecarlo statt. Eine gewisse Antipathie zwischen Colette und Ravel beim ersten Treffen 1900 legte sich, als 1914 der Pariser Operndirektor Ravel das Opernprojekt vorschlug. Bevor er aber 1917 den Antrag annahm, musste er vorher noch in den Krieg ziehen und seine Mutter begraben. Die Oper ist ein impressionistisches Meisterwerk, vollkommen durchkomponiert und mit Zwischenspielen verbunden.
Alles singt! Ein präpubertärer bösartiger Trotzkopf (Khakistoff Gadilia) sitzt an einem riesigen Tisch auf einem sehr hohen Stuhl und will nicht lernen. Er will frei sein, ist frech und wird mit Tee ohne Zucker in sein Zimmer verbannt. Vor Ärger und Langeweile schlägt er alles kurz und klein bis er vor Erschöpfung einschläft. Traum oder Wirklichkeit? Jedenfalls erwachen die Gegenstände um ihn herum zum Leben und werden zu seinen Feinden…

Charles Dutoit stand wieder am Pult und holte aus dem hiesigen Orchester nur Gutes heraus; Robert Gabbiano ist der altbewährte Chorleiter an der Oper Rom. Regie führte (bei beiden Stücken) Laurent Pelly. Barbara de Limburg stattete Das Kind und der Zauberspuk und Caroline Ginet (zuvor) Die spanische Stunde aus. Die Sänger hatten fast alle Doppel- bzw. Dreifachrollen. So sang die fantastische Stéphanie d’Oustrac die Katze und das Eichhörnchen. Kathleen Kim war das Feuer, die Prinzessin und die Nachtigall. Jean-Luc Ballestra (unser Ramiro von vor der Pause) sang die große Uhr und war ein herrlicher Kater; Francois Piolino gab eine überzeugende Teekanne mit Boxhandschuhen, einen Alten und den grüne Forsch. Als Uhrmacher war er längst nicht so gut.
Diese Koproduktion mit dem Glyndebourne Festivals darf man einfach nicht verpassen. Also nichts wie hin, wer die Gelegenheit hat!

Christa Blenk

 

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