Stigmata – Jan Fabre im MAXXI

 stigmata Ausstellungsbeschreibung

Jan Fabre: Stigmata, Actions & Performances 1976-2013 – Die Macht des Körpers.

Der 55 jährige Belgier, der 1992 mit der Documenta IX, kuratiert durch den Belgier Jan Hoet, plötzlich zu den Trendsettern der Zeitgenössischen Kunst erhoben wurde, zieht sich hier sozusagen aus. Ich Ich Ich. Schau mich an wie ich mir die Beine mit Schmirgelpapier aufreibe, wie ich mir eine Plastiktüte über den Kopf ziehe, den neuen Erlöser spiele, aufhöre zu atmen, Samurai zu spielen, mit dem Kugelschreiber Tische und Postkarten übermale, als angekleidetes Skelett mit Schmetterlingen herum marschiere oder Ilja Kabakov zu Flugübungen überreden will. Wir schlängeln uns durch ein Labyrinth von Glastischen mit Werkzeugen, angefressenen Tomaten, Coca Cola Dosen und Zeichnungen – Fabre ist immer im Mittelpunkt des Geschehens.P1120844

Es ist das erste Mal, dass er mit einer Performance über sich selber spricht. Er bereist die vergangenen 35 Jahre seines Künstlerdaseins.

Es ist eine innere, philosophische Reise die er uns verschreibt. Er frischt eigene Erinnerungen und Erlebnisse auf und die ausgestellten Zeichnungen, Fotos, Modellstudien, Filme seiner Aufführungen sollen dabei helfen.

Er sieht sich manchmal wie ein Josef Beuys oder Hermann Nitsch. Allerdings ist das was hier zu sehen ist, eher ein Abklatsch. Unbeeindruckt nehmen wir die Werkzeuge seiner Performances zur Kenntnis und die gleich neben den Samurai-Rittern stehende blutverschmierte Puppe jagt uns nicht den Schauer über den Rücken wie z,.B. ein Besuch im Hermann Nitsch Museum in Neapel.

Ein ziemliches Chaos und irgendwie auch lieblos vorgestellt, diese Ausstellung, oder besser gesagt ein ziemliches Chaos sein Leben, das wir ja nun kennen. Obsessiv und repetitiv – da verstehen wir dann auch gleich besser seine Theaterinszenierungen, die oft aus unerträglichen Überlängen bestehen, in denen nichts passiert – jedenfalls nichts Sichtliches.

Fabre sagt zu dieser “Ego-Performance” dass er die letzten 30 Jahre seine Arbeiten nicht mehr hervorholen wollte. Sie schienen ihm überbewertet. Aber jetzt lerne er wieder aus ihnen.

Im Rahmen des Romaeuropa Festivals 2013 waren zwei Aufführungen von ihm zu sehen. ‘This is the theatre like it was to be expected and foreseen’ und ‘The power of theatrical madness’ aus den 80er Jahren. Eine Beschreibung zu letzterem ist auf diesem blog zu lesen.

Auf die Frage, welchen Stellenwert die Kunst heutzutage einnehmen sollte, antwortete er: “Die Schönheit darf nicht nur als ästhetischen Prinzip angesehen werden sondern auch als ethisches; die Wahrheit ist, dass letzteres sogar ihre Hauptaufgabe sein sollte”. Damit bezieht er sich wahrscheinlich auf sein letztes Werk 2008 “Art kept me out of jail – hommage to Jacques Mesrine)”.

Bis zum 16. Februar 2014 ist die Ausstellung noch im MAXXI zu sehen.

Christa Blenk

 

 

 

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