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Entdeckung: Helena Aikin – walkable labyrinths

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„walkable labyrinths“

 

« Und wer des Knäuels zartes Ende hält,
Der schlingt sich wohl durchs Labyrinth der Welt. »

(Goethe)
Der Zeussohn Minos wollte mit einer List seinen Onkel Poseidon betrügen, was dieser natürlich sofort durchschaute und ihn mit einer anderen List strafte. Kurzerhand beauftragte er den Baumeister Dädalus, einen Kuhhaut-Käfig für Minos’ Frau zu konzipieren, damit diese ungestört als Kuh getarnt ihren Gatten mit dem Stier betrügen konnte. Das Resultat dieser Begegnung war der Minotaurus, den Minos auf Bitten seiner Tochter Ariadne verschonte, weswegen Dädalus einen Folgeauftrag bekam. Er sollte für dieses missratene Kuckucksei ein Gefängnis in Form eines Labyrinths bauen. Herakles schaffte es schließlich, den Minotaurus dort einzusperren, und Theseus würde viel später mit Hilfe der Königstochter Ariadne die grausame Missgeburt töten. Dank des wohlbekannten Fadens fand er auch wieder in die Freiheit, wofür er Ariadne bekam. Dädalus hingegen, der Verräter, wurde zur Strafe mit seinem Sohn Ikarus in das Labyrinth gesperrt, was natürlich Unsinn war, denn für den Architekten dieses Irrgartens war es ein Leichtes, den Ausgang zu finden und zu flüchten. Er fabrizierte kurzerhand zwei Flügel aus Wachs für ihn und Ikarus, und weg waren sie, um in Sizilien von vorne anzufangen. Nichtsdestotrotz musste er zusehen, wie der leichtsinnige Sohn zu nah gen die Sonne flog, das Wachs zerrann und Ikarus ins Meer stürzte

Das Konzept Labyrinth ist fast so alt wie die Menschheit; es ist ein Archetyp und in unterschiedlichen Strukturen und Formationen über den gesamten Globus zu finden. Pylos in Griechenland, kretische Münzen, das Labyrinth-Haus in Pompeji, Fayyum Becken in Ägypten, Südsee-Flachreliefs, präkolumbianische und europäische Felszeichnungen; sog. Petroglyphe gibt es schon sei dem Aurignacien – sie gehören somit zu den frühesten kulturellen und intellektuellen Manifestationen des homo sapiens. Dann die Labyrinthe in den mittelalterlichen Kathedralen als Meditationsmedium für kniende Pilger. Fruchtbarkeitskult oder Astronomie? Im Barock wurde es banalisiert und musste in Form von Irrgärten in den Lustgärten von Schlössern für triviale Freizeitbeschäftigung herhalten.

Die Geschichten und Mythen um das Labyrinth haben Künstler und Schriftsteller wie Picasso, Max Ernst, Dürenmatt oder José Luis Borges ausgeschlachtet und verarbeitet. Im Kino wird das Labyrinth meist zweckentfremdet und muss immer dann herhalten, wenn es gruselig wird und eine Angstsituation aufgebaut werden solI, wie z.B. in Stanley Kubricks Shining.

Helena Aikin setzt sich schon seit Jahren intensiv und leidenschaftlich mit dem Thema Labyrinth auseinander; es gibt sicherlich niemanden in Spanien, der mehr darüber weiß. Sie reist durch die Welt (physisch und mental), um sie alle aufzuspüren und ihre Neuentdeckung als Trophäe mit nach Hause – auf die Iberische Halbinsel – zu nehmen. Dort lebt und arbeitet die spanisch-britische Künstlerin, und dort entstehen auch meist ihre großen Stein-Installationen wie das im Cerro Gallinero (Pontevedra in Spanien) oder wie gerade eben in Evora (Portugal).

Auf Einladung der Gemeinde von Evora entstand Ende Juli 2013 ihr vorerst letztes Projekt. Ausgangspunkt ist eine Felszeichnung, die wahrscheinlich einen Sonnen-Mond-Kalender darstellt. Entdeckt hat sie diesen Petroglyphen in Lara das Rodas (Galizien). Über 6000 Jahre ist diese Felseinritzung alt und misst 120 x 80 cm. Helena Aikin hat nun diesen Fund in einem öffentlichen Park in Evora rekonstruiert und dafür 12 000 kg (!) Steine (hauptsächlich Granit) verarbeitet. Da die zur Verfügung stehenden Steine nicht ausgereicht haben, musste die Konstruktion kurzerhand modifiziert werden.
Für das Evora Labyrinth steht die Zukunft noch in den Sternen. Es wird von den lokalen Autoritäten abhängen, ob es bleiben kann, oder wieder abgetragen werden muss. Aber selbst wenn es bleibt, wird es sich verändern. Aikin animiert die Gäste, bei der Errichtung zu intervenieren. Die offizielle Einweihung fand gestern, am 13. August 2013 statt.

Centro de Arte y Naturaleza Cerro Gallinero ist ein atemberaubender und einzigartiger Kunst-Naturpark in der Provinz Avila in Spanien. Die Idee für dieses faszinierende Projekt ist 1999 entstanden. Es will Dialog und Landschaft verbinden. Das Labyrinth Mogor-Hoyocasero von Helena Aikin bleibt als permanente Installation dort und ist schon die zehnte Landart-Installation in diesem Park. Mogor ist ursprünglich eine Jahrtausende alte Felszeichnung, die Aikin in Pontevedra (auch Galizien) entdeckt hat. Das durch hohe Bergketten geprägte und vom Rest Spaniens abgeschottete Galizien hat mit unserem Spanienbild nichts zu tun und ist prädestiniert für Transzendentes. Es wimmelt dort von Mären, Legenden und Sagen und alle sind abergläubisch. Ein typisches Sprichwort lautet: „yo no creo en brujas pero haberlas haylas“ – heißt ungefähr: ich glaube nicht an Hexen, aber da nun mal da sind, gibt es sie…
Als Helena zum ersten Mal durch den Kunst- und Naturpark Cerro Gallinero gelaufen ist, um einen Platz für ihre Installation zu suchen, war sie von der tellurischen Kraft, die diese raue und abweisende, fast unnahbar schöne und herbe Landschaft ausstrahlt, so beeindruckt, dass sie nur noch den Wunsch hatte, hier ihre Handschrift zu hinterlassen. Und als sie ein paar Monate später eingeladen wurde, in dem Park zu arbeiten, hatte sie sich letztlich für Mogor, dieser Metapher der Urmutter, entschieden und das Projekt mit Hilfe von Freunden in 48 Stunden auf die Beine gestellt. Aus den geplanten 9 Metern sind 15 Meter geworden. Dafür hat sie die Steine aus dem Granit-Steinbruch Cerrogallinero abtransportieren dürfen. Das Labyrinth hätte sich verselbständigt, sagt sie, so als ob die Göttin sich in alle Richtungen ausstrecken wolle, um so viel Platz wie möglich zu schaffen, der sich dann mit so viel wie möglich Besuchern (Kindern!) füllen solle. Die ursprüngliche Idee ist zwar noch da, aber das Resultat ist ein anderes.
Für Helena Aikin steht Kunst in direktem Zusammenhang mit der Natur und ist ein einflussreicher Kommunikationsträger, ein Bote von Gedanken, Gefühlen und Ideen, unverzichtbar für die allumfassende und uneingeschränkte Entwicklung des Menschen. Bei der Umwandlung dieses Millennium-Symbols in ein begehbares Labyrinth ist ein meditativer Raum entstanden, in dem die gegenwärtige Zeit inexistent wird und der Besucher sich ganz der Begehung und der Suche des Nabels hingibt; er konzentriert sich nur darauf, nicht vom Weg abzukommen und sich nicht zu verlaufen. Er soll von der Energie profitieren, die während seiner Anwesenheit im Labyrinth freigesetzt wird. Abgesehen von Sternbildern sind diese anchestralen Felszeichnungen auch als spirituelle Reise der Menschen zu deuten. Zeugung, Geburt, verschiedene Lebensabschnitte und zum Schluss den Tod und die Wiedergurt im Jenseits.
Simon Bolivar soll kurz vor seinem Tod gesagt haben: „Wie komme ich aus diesem Labyrinth heraus?“

Die Labyrinth-Installationen von Helena Aikin sind offen, transparent und klar; und selbst, wenn man sich verläuft, verliert man doch nicht den Kontakt zur Welt – höchstens man will ihn verlieren, dann sieht man über die Berge hinweg ins Leere. Sie lädt die Besucher ein, dieses kleine, intime und persönliche Universum mit ihr zu besuchen, mehr noch, man darf an der Gestaltung mitwirken, Grenzen verschieben oder einen neuen Gang einbauen oder es neu interpretieren. Vielleicht hat sich ja Sir Arthur Evans so gefühlt, als er Knossos freilegte und kapierte, dass es sich vielleicht um Minos’ Labyrinth handeln könnte.

Helena Aikin ist in Spanien geboren, ihr Vater war ein skeptischer Engländer und ihre Mutter eine katholische Spanierin. Sie hat in London, New York, Madrid und Sao Paulo studiert, dort hat sie allerdings erstmals nur die Wirrungen der 8-12 spurigen und 4-5 Stockwerke hohen Autobahnen über sich gehabt, die sich wie ein Irrgarten über den Slums dieser Megacity ausbreiten. Sie ist eine Spezialistin in Archäologiemytologie und organisiert Workshops und Ateliers für Kinder, Erwachsene und Behinderte mit viel Freiheit und Farbe.
Ihr Groß-Projekt ist ein „work in progress“. Bis jetzt besteht es auch 30 Skulpturen und einigen begehbaren labyrinthischen Installationen

 

Christa Blenk

 

 

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