Die Solisten der Berliner Philharmoniker

6. April 2013

Die Solisten der Berliner Philharmoniker am Samstag Nachmittag in der Aula Magna der Sapienza in Rom

1999 haben sie sich auf Initiative des Oboisten Christoph Hartmann zusammengetan und das kleine Ensemble gegründet. Nach Rom kamen die Geiger Eva Tomasi, Christoph von Nahmer und Walter Küssner, der Cellist Clemens Weigel und Christoph Hartmann mit der Oboe. Allesamt sind sie
technisch perfekt und sympathisch.

Die Solisten der Berliner Philharmoniker dans Musique berlin-017-150x150 Street Art Berlin

Nach einem etwas chaotischen Einlass, der Computer der Kasse hat nicht funktioniert, weshalb man keine Kontrolle mehr hatte über die verkauften nummerierten und freien Plätze. Was dazu führte, dass die Schlange an der Nachmittagskasse nicht kleiner wurde, weil jedes Ticket von Hand ausgestellt werden musste. Deshalb konnte das Konzert natürlich auch nicht pünktlich anfangen, sondern erst ca . 20 Minuten später. Wir hatten Glück und haben alle einen guten Platz ergattert – obwohl wir zu 7. waren (darunter drei musikalische Kinder bzw. Jugendliche: Lucia, Silvia und Amélie, die sich weit weg von uns gesetzt haben – um ihre Ruhe zu haben).

Der Saal der 30er Jahre der Aula Magna eignet sich sehr gut für ein sogenanntes Kammerkonzert, er ist zwar groß, hat aber - wie in Bayreuth – Holzstühle und deshalb eine gute Akustik.

Als erstes kamen alle fünf Musiker auf die Bühne und spielten ein nicht sehr bekanntes klassisches vor-romantisches „Divertimento in do maggiore, op 9“ von Bernhard Crusell (1775-1838). Es ist 1822 entstanden und sehr schön anzuhören. Wunderbare Oboen-Partien, die Christoph Hartmann mit
viel Humor und Talent dargebracht hat. Crusell ist nach Sibelius der wichtigste finnische Komponist des 19. Jahrhunderts. Er selber war ein Klarinettenspieler. Gleich im Anschluss hat dann Eva Tomasi unter viel Applaus die Bühne verlassen und es ging weiter mit einem Quartett „Phantasy Quartet, op. 2.“ Von Benjamin Britten (1913-1976). Er hat es 1932 komponiert und die Musiker haben damit seinen 100. Geburtstag gefeiert. Ein wunderbares Stück. Die Oboe darf wieder glänzen. Britten war grade mal 20 Jahre alt als er es komponierte und wollte unbedingt alles anders machen als die Klassiker des letzten Jahrhunderts. Sein Stück ist einfallsreich, spritzig, abwechslungsreich und unterhaltsam.

Das letzte Stück vor der Pause war dann endlich Mozart’s „Quartetto con oboe in fa maggiore, K 370“. Mozart hat es um 1781 – also 40 Jahre vor Crusell – komponiert. Er war grad mal 17 Jahre alt! Viel Applaus und Pause!

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Wir tauschen uns mit den drei jugendlichen Musikerinnen aus und alle drei waren sich einig dass sie Crusell und Mozart den Vorzug geben. Interessant! Wir  Alten favorisierten ganz klar den Britten.

Nach der Pause kommen dann wieder alle 5 Musiker zum Zuge und spielen die „Serenata in si bemolle maggiore, – Gran Partita K 361“. Die kennen wir nun alle, aber die Berliner haben wirklich eine Glanzleistung hingelegt. Es gab nicht die komplette Serenade – obwohl es im Programm so stand – aber Christoph Hartmann hat dann in sehr schönem Italienisch dem Publikum mitgeteilt, dass sie die Version von Franz Joseph Rosinack, ebenfalls Komponist, Oboist und Freund von Mozart, spielen werden. Dieser, Rosinack, hat in Donaueschingen eine große Zahl von Werken arrangiert und neu bearbeitet, das war so was wie ein Hobby von ihm, d.h. wir hören nur 4 von den ursprünglich 7 Sätzen für 13 Instrumente. Rosinack hat sogar größere Werke bearbeitet und war sehr erfolgreich darin.

Ein rundum gelungenes Konzert – wie eigentlich immer in der Sapienza – und wir sind alle gut gelaunt zum Pizza-Essen gegangen.

 

Christa Blenk

 

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