Ost-Berlin – Die halbe Hautpstadt

berlin-ost

In einer gemeinsamen Ausstellung widmen sich das Stadtmuseum Berlin und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam der Geschichte der „Hauptstadt der DDR“ – von den 1960er Jahren bis zum Mauerfall 1989.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen das urbane Leben und der städtische Alltag in Ost-Berlin. Sie zeigt die Stadt als Lebenswelt im Spannungsfeld zwischen ihrer Funktion als Machtzentrum des SED-Regimes und der sozialen und kulturellen Diversität. Mit einem gesellschaftsgeschichtlichen Portrait von Ost-Berlin werden die mit der Entwicklung der Stadt zur sozialistischen Metropole verbundenen lebensgeschichtlichen Erfahrungsräume der dort lebenden Menschen sichtbar gemacht. (Quelle: Ephraim-Palais)

ephraim Palais

Sehenswerte Ausstellung die im Ephraim-Palais noch bis zum 09.11.2019 zu sehen ist.

Das Ephraim-Palais ist ein in den 1980er Jahren rekonstruiertes Rokokogebäude am Rande des Nikolaiviertels im Berliner Ortsteil Mitte. Es ist denkmalgeschützt und gilt als eines der schönsten historischen Bürgerhäuser der Stadt. Als Museum Ephraim-Palais gehört es heute zur Stiftung Stadtmuseum Berlin. (Wikipedia)

 

cmb

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Reaching out for the future

P1080665

Im dritten Stock des Bröhan Museum geht es um das Zukunftsbild oder die Zukunftssehnsucht  zu Beginn des 20. Jahrhunderts!

Der Beginn des Modernismus, des Maschinenzeitalters, die Industrialisierung und ein Vormarsch der Technik haben nicht nur den Mond sondern auch die Unterwelt von Jules Verne näher gebracht.  Plötzlich waren Expeditionen zum Mond, die Erforschung der Ozeane oder das Wohnen auf einem anderen Planeten nicht mehr so unvorstellbar. Von Zeitschriften und von der Filmwelt wurde diese Thema voll ausgeschlachtet. Georges Méliès « Le voyage dans la lune » kam 1902 in die Kinos. Zeichner und Karikaturisten folgten mit futuristischen Zeichnungen und Sammelbildern in Zigaretten – oder Schokoladenpackungen aber auch Plakate zu Fritz Langs Film « Frau im Mond » sind zu sehen.

Und wie wir sehen können, war auch Frau Bärs Flugtaxi damals schon Gesprächsthema.

P1080636
Ausstellungsplakat Bröhan Museum
« Une excursion à Rouen » um 1909 Postkarte Lederer & Popper, Prag Sammlung Peter Weiss, www.www.postcard-museum

Die kleine aber interessante Ausstellung geht noch bis 27. Oktober 2019.

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Skandal! Mythos! Moderne! Die Vereinigung der XI in Berlin

P1080663

1892 entstand in Berlin der Vereinigung der XI, eine Künstlergruppe nach dem Vorbild der Münchner Sezession, der französischen Gruppe Nabis – die schon seit 1888 gegen die Historienmalerei rebellierte – und der Brüsseler Gruppe Les Vingt. Die Gruppe hielt sich nur ein paar Jahre und wurde 1898 von der Berliner Secession abgelöst. Ihre Mitglieder waren:  Jacob Alberts (1860–1941), Hans Herrmann (1858–1942), Ludwig von Hofmann (1861–1945), Walter Leistikow (1865–1908), George Mosson (1851–1933), Konrad Müller-Kurzwelly (1855–1914), Hugo Schnars-Alquist (1855–1939), Friedrich Stahl (1863–1940), Hugo Vogel (1855–1934) und Max Liebermann (1847–1935) sowie Franz Skarbina (1849–1910). Ein paar Jahre später nach Ausscheiden von drei Mitgliedern schlossen sich kurzfristig Max Klinger (1857–1920), Dora Hitz (1856–1924) und  Martin Brandenburg (1870–1919) an. Aber die Zahl XI wurde nie überschritten. Böcklin war Ehrenmitglied.

Auslöser dafür war vor allem die Ablehnung einer Kunstentwicklung von Kaiser Wilhelm II, der über den Historismus nicht hinaus kommen wollte. Die meisten der Maler sind heute so gut wie unbekannt.

„Freie Vereinigung zur Veranstaltung von künstlerischen Ausstellungen“ nannte sich diese Gruppierung zuerst und Ziel war es, nicht etablierte Kunstwerke der Öffentlichkeit zu präsentieren und die Berliner Kunstwelt zu revolutionieren. Im April 1892 fand die erste Ausstellung im Kunstsalon von Eduard Schulte in Berlin statt. Später sollte Walter Leistikow darüber sagen:„Was uns zusammenführte, war allein der Wunsch, eine kleine gemeinsame Ausstellung zu arrangieren, in der jeder frei und ungeniert, ohne Rücksicht auf Wünsche und Liebhabereien des kaufenden Publikums, ohne ängstliches Schielen auf Paragraphen der Ausstellungsprogramme sich geben konnte. … Von dieser Idee versprachen wir uns Vergnügen und der Kunst der Hauptstadt … nun ja, vielleicht ein bisschen Erfrischung, ein bisschen Erregung – und damit: Leben.“ Auch die heftige Ablehnung des norwegischen Malers Munch spielte hier eine Rolle. Much stellte 1892 im Verein Berliner Künstler aus. Die Ausstellung, die insgesamt 55 Werke umfasste, musste aber nach nur sieben Tagen unter großem Protest wieder geschlossen werden.

P1080639
Ausstellungsplakat Bröhan Museum

Verschwörerisch und geheimnisvoll hört sich der Name der Gruppe „Vereinigung der XI“ an. Dem Impressionismus und dem Symbolismus wurden so die Berliner Türen geöffnet und die des Naturalismus teilweise geschlossen.  Schon ein Jahr nach der Gründung bewies ein Kommentar der Berliner Zeitung, dass das Berliner Publikum reif war für eine Veränderung: „ Zum dritten Male treten diese Künstler, die anfänglich als der Ausbund naturalistischer  Geschmacklosigkeit und dekadenter  Modernität verschrien wurden, vor das Publikum, das in der Ausstellung der „Elf“ ein Hauptereignis der jährlichen Berliner Kunstbewegung zu sehen begonnen hat. Es ist chic geworden, der Eröffnung dieser Ausstellung beizuwohnen, bei der es so Ungeheuerliches zu erwarten gib.“

Ein Leserbrief an „Das Atelier“ von 1894 beinhaltete folgendes: „Die Ausstellung der „Elf“ hat gerade begonnen. Das Publikum strömt mit ziemlich verdutzten Gesichtern durch die Räume, es sind noch keine Kritiken veröffentlicht und man weiß noch nicht, was man schön und was man lächerlich finden soll„. (Schon 1872 hat Monets sein  „Impression soleil levant“ gemalt.) Hodlers Symbolismus-Bilder entstanden um 1900.  Vor allem der Symbolist Ludwig von Hoffmann war Vorreiter der Neuen Sachlichkeit. Sehr interessant die Farb- und Flächengebung von Walter Leistikow. Sein Gemälde „Grunewaldsee“ wurde von der Jury der Großen Berliner Kunstausstellung zurückgewiesen.

Im Bröhan Museum sind noch bis 15. September an die 100 Exponate ausgestellt, die in dieser Zeit durch diese Gruppe entstanden sind.  Teilweise werden historische Ausstellungen rekonstruiert. Alte Pressemeldungen berichten von dieser Stimmung und den Schwierigkeiten, sich durchzusetzen.

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Orgelkonzert auf der neuen Vleugels-Orgel in Deggendorf

IMG_20190723_141128_resized_20190723_021202606

Seit Pfingsten 2019 hat die älteste Kirche in Deggendorf, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, eine neue Orgel. Teile der Kirche wurden im 15. Jahrhundert an das alte romanische Kirchenschiff angebaut.  Mitte des 17. Jahrhunderts entstand das barocke Langhaus und Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Kirche ihren Vorbau.

Fünf Jahre hat es gedauert, bis aus den Plänen der Kirchenverwaltung eine neue Orgel zu erwerben, Realität wurde. Im Mai 2019 schließlich konnte die Vleugels-Orgel durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eingeweiht werden. Die Hauptorgel verbirgt sich hinter dem bereits vorhandenen, ausgesprochen schönen, barocken Brandenstein-Gehäuse aus dem Jahre 1749 und hat 41 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Dazu kommt eine elektrisch angesteuerte Chororgel, die mit 18 klingenden Registern und drei Extensionen den klangstilistischen Radius der Hauptorgel erweitert und trotzdem als eigenständiges Instrument sehr gut daher kommt. Finanziert wurde dieses neue Instrument durch Spenden, Zuschüsse, Patenschaften und einer Erbschaft.

Der Kirchenmusiker und Orgelprofessor Norbert Düchtel hat am 21. Juli 2019 ein sehr exquisites und fein abgestimmtes Konzert gegeben. Auf dem Programm stand eine Bearbeitung von Norbert Düchtel und Alexandre Guilmant der Sinfonia aus der Bach-Kantate „Wir danken Dir, Gott, wir danken Dir“. Weiter ging es mit antante sostenuto aus Consolation op. 65 Nr. 4 von Max Reger (1873-1916). Reger hat das interessante Werk 1902 komponiert. In diese Zeit fällt seine Heirat mit der geschiedenen Protestantin Elsa von Bercken, die seine unmittelbare Exkommunikation zur Folge hatte. Dem Stück merkt man eine gewisse Zerrissen- und Hin- und Hergerissenheit an. Reger wurde vor allem durch Orgel-Kompositionen bekannt und war ein großer Anhänger von protestantischen Chorälen und von den Werken von Johann Sebastian Bach. Consolation trägt den Fin de siècle in sich und erinnert an Debussy, Mahler und Strawinski. Düchtel kann hier perfekt die dynamischen und klangfarbigen Vorgaben des Komponisten zum Ausdruck bringen und alle Erwartungen mehr als erfüllen. Interpret und Instrument verschmelzen geradezu miteinander. Neue Hörspektren erklangen aber auch beim anschließenden allegro moderatio aus der 1. Sonate G-Moll op 29. Ein spätromantisch anmutendes und sehr melodiöses Werk von Josef Renner jun. (1868-1934). Renners kirchenmusikalische Werke wurden zu seiner Zeit viel gespielt, und nicht nur in in seiner Heimat. Der gebürtige Regensburger war ab 1894 im Regensburger Dom Organist, dort wirkte übrigens auch Norbert Düchtel von 1979-2015.

Als letztes Orgelsolostück hat sich Düchtel für Improvisation“ Des-Dur op 174 aus „Miscellaneen“ op. 174 von Josef G. Rheinberger (1839-1901) entschieden. Auch Rheinberger war vor allem durch seine Orgelwerke bekannt geworden, obwohl sie nur ein Viertel seines Gesamtwerkes ausmachen. Seine Orgelsonaten nach dem Vorbild derer von Mendelssohn – geplant waren 24 in allen Tonarten, allerdings kam bei der 20. leider der Tod dazwischen -  stellen einen wichtigen Teil in der Orgelmusikgeschichte dar. Der gebürtige Liechtensteiner kam mit 12 Jahren nach München, um eine seinem Talent gerechte Ausbildung zu bekommen. Dort sollte er auch sein Leben lang bleiben. Rheinberger war schon sehr jung ein gefragter Lehrer. Zu seinen Schülern zählen u.a. Engelbert Humberdinck, Richard Strauss, Max Bruch oder Josef Renner.

Ergänzt wurde diese anspruchsvolle Konzertstunde durch zwei Vokalwerke gesungen von der Chorgemeinschaft Mariä Himmelfahrt und der Novacappella Regensburg unter Leitung von KMD Hermann Wellner. Das Ensemble hat das ansprechende „Gloria“ aus der Missa in C für Chor und konzertante Orgel von Franz X. Schnizer (1740-1785) mitgebracht. Ein ganz besonderes Schmankerl, da Schnizers Werke zum Teil nur fragmentarisch erhalten und ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Von Schnizer gibt es immer noch nicht veröffentlichte Kompositionen. Den Abschluss bildete das „Te Deum Landamus“ op 50 für Chor und Orgel vom Rheinberger-Schüler Josef Renner (1868-1934).

Vorzügliches Konzert!

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Der Rosenkavalier

QNG

 

Komödie für Musik in drei Aufzügen

Die Wiederaufnahme dieser wunderbaren Produktion des „Rosenkavaliers“ hat im Juni die Saison der Komischen Oper abgeschlossen. Andreas Homoki hat dieses Meisterwerk der Operngeschichte 2006 entwickelt. 2013 wurde es erneut auf den Spielplan genommen und dieses Frühjahr nochmals viermal aufgeführt.  Bei der 42. Aufführung seit der Premiere am 8. Juni war das Haus fast voll.

Das eher kahle, weiße Bühnenbild verwandelt sich im Verlauf der über vier Stunden in eine Art Kriegsschauplatz in Schieflage, Kriegs-Bomben Donnerlärm eingeschlossen. Nichts ist mehr so wie es war: die guten alten Zeiten sind endgültig vorbeigezogen, wie es auch das Leben tun! « Philosophier Er nicht, Herr Schatz, und komm’ Er her. Jetzt wird gefrühstückt. Jedes Ding hat seine Zeit. » – singt die Marschallin im ersten Akt.
Dies betrifft nicht nur die Puderperücke, auch mit der Aristokratie scheint es zu Ende zu gehen. Das Geld liegt nun bei den Neureichen und was dem Adel bleibt ist der Titel! Dies ist der Beginn und das Ende der Geschichte. Der nicht enden wollende Walzer im dritten Akt erzählt davon. Ochs muss klein beigeben, nimmt das aber sportlich.

Das Bühnenbild von Frank Philipp Schlößmann im ersten Akt besteht – abgesehen von einem zerwühlten Bett – nur aus Kostümen. Die Marschallin und Chinquin alias Octavian sind glücklich, wälzen sich in jugendlicher Unbeschwertheit auf dem Boden. Dann ist Besuch im Anmarsch. Es ist aber nicht der Mann der Marschallin, der früher von der Jagd zurück kommt, sondern ein Verwandter von Marie Theres, der verarmte Baron Ochs von Lerchenau, der sich mit seinen ungezogenen Hofstab fast gewaltsam Eintritt verschafft. Chinquin (außergewöhnlich Karolina Gumos)  versteckt sich in Cherubino-Manier hinter oder vor einem Sofa und verwandelt sich später in das tollpatschige Mariandl.  Ochs will, dass die Marschallin ihm einen Rosenkavalier empfiehlt, denn er möchte um die Hand der reichen, aber titellosen Sophie Faninal anhalten. Zuvor aber noch kurz das Mariandl verführen, was ihm später zum Strick werden sollte. Die Rolle des Octavian ist großartig. Sie wird von einer Frau gesungen, der einen Mann spielt, der sich zweimal als Frau verkleidet!

Anfangs verweisen nur die gepuderte Perücke der Marschallin auf das 18. Jahrhundert, denn in diesem Jahrhundert lassen Strauss und Hofmannsthal die Geschichte spielen. Der Walzer spielt darin eine nicht unbedeutende Rolle – obwohl es ihn in dieser Zeit noch gar nicht gab! Genauso wenig gab es den Brauch des Rosenkavaliers oder die seltsame, wienerische Sprache. Alles Erfindungen von Hugo von Hofmannsthal.

Die genialste Szene ist sicher die Begegnung von Sophie und Octavian. Hier fällt die komplette Gesellschaft auf der Bühne in eine Art Gefrierstarre, die nur ein paar Momente dauert. Hofmannstahl  selber sagte dazu „Mich dünkt, es ist nicht die Umarmung, sondern die Begegnung die eigentliche entscheidende erotische Pantomime. Es ist in keinem Augenblick das Sinnliche so seelenhaft, das Seelenhafte so sinnlich als in der Begegnung. Hier ist alles möglich, alles in Bewegung, alles aufgelöst“.

Im letzten Akt gehört der Marschallin wieder die volle Aufmerksamkeit, sie verändert sich optisch nicht – obwohl das in der Oper ihr Hauptproblem ist – und steht immer noch in ihrem Reifen-Kleid auf der Bühne, über das Vergehen der Zeit philosophierend, während Sophie und Octavian aus dem Off singen.

Liebe und Vergänglichkeit – ein Spiel zwischen einer älteren Liebenden, einem Rabauken und zwei jung verliebten. Karolina Gumos bringt ihre verzweifelte Entscheidungsunfähigkeit so großartig herüber und schließlich ist es die Marschallin, die sich für das junge Glück und gegen ihre eigene Liebe entscheidet und bestimmt, wie es weiter zu gehen hat. Viel Würde ist hier im Spiel und Mitleid kommt nicht auf – eher Bewunderung.

Der neue Generalmusikdirektor der Komischen Opern,  Ainārs Rubiķis am Pult (bei der Premiere 2006 war es Kirill Petrenko) einfühlsam und rücksichtsvoll. Sängerisch kann es besser nicht sein. Karoline Gumos ist der perfekte Octavian. Optisch wirkt sie wie ein frecher junger Bursche, mal unsicher, mal verwegen und immer so sympathisch. Seine „siebzehn“ Jahr“ bezweifelt niemand. Ihr wunderbarer, warmer und sicherer, zu großen Höhen fähiger, Mezzosopran unterstreicht das. Sie ist der Star des Abends ohne Zweifel. Neben ihr die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg. Johanni van Oostrum verwandelt sich von der jungen Frau, die mit Quinquin im ersten Akt verliebt über die Bühne rollt oder um das Frühstückskipferl kämpft zu einem würdigen Vorbild und wenn sie sagt „Mein lieber Hippolyte, heut’ haben Sie ein altes Weib aus mir gemacht!“, dann fühlt man mit ihr. Sie ist der Rolle der gedemütigten, aber alles verzeihenden, großzügigen Dame unbedingt gewachsen.

Vera-Lotte Böcker ist eine großartige Sophie. Mit ihrem hellen und klaren lyrischen Sopran leuchtet sie über die Bühne und leistet – wie die anderen – auch schauspielerisch großartiges. Jeans Larsen ist der Baron Ochs von Lerchenau. Seine Manieren sich grobschlächtig und ungezogen-unverschämt. Er ist ein arroganter has been, der sich nur noch durch die Heirat mit einer titellosen aber reichen Frau retten kann. In seinem Fahrwasser ständig sein besoffener und unschicklicher Hofstaat. Einen mächtigen Bass hat er und gibt auch physisch alles her, was diese Rolle braucht.

Christoph Spätz und Michaela Selinger spielen und singen das italienische Paar Valzacchi und Annina. Adrian Strooper ist der Wirt und Tom Erik Lee der Herr von Faninal.

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Abonnementkonzert in der Staatsoper

waldherz

Lise Davidson begeistert mit Richard Strauss « Vier letzte Lieder » – Am Pult Zubin Mehta.

Eigentlich sollte Krassimira Stoyanova die großartigen Strauss-Lieder singen, diese hat aber kurzfristig abgesagt. So sprang die junge Norwegerin kurzerhand ein und überraschte mit ihrer Präsenz und Stimmgewalt. Auch die Textverständlichkeit kam bei ihr nicht zu kurz. Ihre Landsfrau Kirsten Flagstad hat übrigens vor knapp 70 Jahren diese Lieder bei der Uraufführung gesungen.

Lise Davidson hat mit ihrem großen Sopran ansonsten vor allem Wagner in ihrem Repertoire, hat einige Preise erhalten und singt in Bayreuth dieses Jahr die Elisabeth aus dem Tannhäuser.  Kommende Rollen sind dann vielleicht Brünnhilde, Isolde oder Elektra.

Ergänzt wurde das Konzert durch die Sinfonia Domestica op.53.

cmb

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

 

Young Euro Classic – 2019

Young Euro Classic – 2019

29.06.2019: San Francisco Symphony Youth Orchestra unter Leitung von Christian Reif. Solistin: Nicola Benedetti.

Auf dem Programm stand das sechs-minütige Präludium Nr. 1 aus « Three American Preludes » (2014) von Detlev Glanert. Er wurde übrigens gerade mit seiner  « Oceane » in der Deutschen Oper Berlin gefeiert.

Im Anschluss Tschaikowskis einziges Geigenkonzert, das „Violinkonzert D-Dur op. 35“ (1878). Hier zeigte die Solistin Nicola Benedetti ihre Virtuosität und wurde vom Publikum sehr gefeiert. Nach der Pause spielte das Ensemble Gustav Mahlers „Symphonie Nr. 1 D-Dur“.

Dieses sympathische Orchester zählt zu den besten Jugendorchester der Welt und schenkte dem Publikum anschließend noch drei Zugaben, darunter ein gesungener Choral von Bach.

Ein paar Tage vorher zeigte sich das Festival von einer ganz anderen Seite mit der Baltic Sea Philharmonic.  Mit dem Programm Midnight Sun nahm es uns auf eine zeitgenössische Endlosschleifen-Reise mit zu Werken von Arvo Pärt (*1935), Mick Pedaja (*1993), Einojuhani Rautavaara (1928-2016), Max Richter (*1966) , Peteris Vasks, Igos Strawinsky (1882-1981) und dem Dirigenten Kristjan Järvi (*1972) selber mit. Zwei volle Stunden ohne Unterbrechung und ohne Noten!

Während das San Francisco Symphony Youth Orchester ganz auf Tradition schwört, zeigt sich die Baltic Sea Philharmonic von einer individuellen Seite, das geht beim Betreten der Bühne los und hört bei den Kleidern oder dem Umgang mit dem Publikum auf. Von allen Seiten kommen sie Musiker langsam gehend und spielend auf die Bühne und erst als alle dort versammelt sind, erscheint eher unauffällig der Leiter de Ensembles und gibt dem Publikum keine Chance, zwei Stunden lang in störenden Zwischenapplausen dazwischen zu funken. Das holt er allerdings nach dem Konzert (leider) nach, was aber beim Publikum gut ankommt. Kristjan Järvi spring und huscht über die Bühne und zieht mit seiner Show auch viele junge Leute in die Konzerthäuser. Seine Programme sind ein crossover von Klassik, Jazz und Pop. Bewundernswert, diese notenlosen Konzerte.

Das Festival geht noch den ganzen Juli bis in den August hinein mit Orchestern und Ensembles aus Griechenland, der Türkei, Schweden, Rumänien, Russland, Chile oder dem « European Union Youth Orchestra » am 2. August im Konzerthaus.

cmb

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Sacre – Sascha Waltz

2013 feierte Paris den 100. Geburtstag von Strawinskys „Sacre du printemps“.  Ein Auftragswerk aus Paris ursprünglich mit dem St. Petersburger Mariinsky Ballett für Sasha Waltz. Später hat sie es mit ihrem eigenen Ensemble Sasha Waltz & Guests einstudiert.

Geladen, erschreckend, kriegerisch, primitiv kommt diese Fassung daher. Waltz lehnt sich bei ihrer neuen Sacre-Version an die unschlagbare Pina Bausch an, kleidet die Tänzer und Tänzerinnen in erdfarbene Kleider. Dunkler, aschiger Staub fliegt durch die Gegend. Bei Pina Bausch mussten sich die Tänzer durch Erdhaufen auf der Bühne kämpfen, was den Eindruck des Primordialen verstärkte.  Auch bei den Gewändern hat Waltz sich an Bauschs Garderobe gehalten. Es gibt eben Ideen und Projekte, die nicht zu übertreffen sind und es ist intelligent, dies gar nicht zu versuchen. Das Aufeinanderkleben und die abwechselnde Paarbildung der Körper, das Stampfen der Turner gab es auch schon bei der bahnbrechenden Béjart-Aufführung von 1959. Erotik und Trieb spielen  bei Waltz eine größere Rolle als in vergleichbaren Vorversionen. Gruppenorgien und reglose Körper machen diese Sacre-Version viel brutaler. Immer wieder Unterbrechungen in Bewegungen und Handlungen, die Strawinskys genialen Rhythmus verstärken und hervorheben. Großartige Leistung der Tänzer – und die Staatskapelle unter Leitung von Alexander Soddy war wieder mal genial!

Bei der Premiere 1913 im Pariser Théâtre des Champs Elysées geriet das Publikum in aggressive Aufregung, aber nicht, weil es so begeistert war, sondern weil es das Stück komplett ablehnte. Das Balllet Russes mit dem Starzeigechoreografen Vaclav Nijinsky viel mit Pauken und Trompeten durch. Harry Graf Kessler, der mit dabei war, beschrieb die Entrüstung als heidnischen, stampfenden Höllenlärm, der alles bisher gekannte bedeckte, das Akademische komplett vermissen ließ. Sacre wurde somit zu einem der größten Skandale in der Tanzgeschichte. Aber geschadet hat es diesem Schlüsselwerk des modernen Tanztheaters nicht – denn das ist gar nicht möglich.

Vor der Pause gab es einen braven pas de deux „Scène d’amour“ nach einer Musik von Berlioz Musik aus Romeo et Juliette und eine eher laue Fassung des  L’après-mini d’un Faune zu Musik von Claude Debussy. Die Tänzer bewegten sich alle wie Tiere, langsam, schleichend, bukolisch.

cmb

und hier zu einer Aufführung von Pina Bausch in Neapel

Sacre du printemps

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

 

Local Histories

P1080556P1080550P1080547
Bruce Naumann (Corridor Installation – 1970), George Segal (Man installing Pepsi Sign – 1973, Donald Judd (Intiteled – 1987)

 

Basieren tut diese Ausstellung auf eine Aussage des US Künstlers und Kunstkritikers Donald Judd. Er schrieb 1964 in einem Artikel über die Kunstszene in New York « The history of art and art’s condition at any time are pretty messy ». Neue Verhältnisse zum Raum sollten entstehen und die traditionellen Unterscheidungen von Stilen und Gattungen  anders betrachtet werden.

Entstanden ist eine sehenswerte Ausstellung mit Momentaufnahmen zwischen New York und Düsseldorf oder Köln, Berlin oder Los Angeles mit Klassikern von 1960 bis ins 21. Jahrhundert. Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection und der Sammlung der Nationalgalerie ergänzen sich mit ausgewählten Leihgaben. Es wird so ein roter Faden gezogen zwischen Don Judd, Sigmar Polke, Gerhard Richter, George Segal, Bruce Naumann, Jenny Holzer, Carl Andre, Cindy Sherman, Walter De Maria, Robert Morris, Rosemarie Trockel oder Hanne Darboven. Fotos des Künstlerehepaares Bernd und Hilla Becher werden Arbeiten von Robert Smithson gegenübergestellt und Frank Stella misst sich mit Josef Albers.

 

 P1080546P1080558P1080554
Raumansicht mit Frank Stella und Josef Albers, Konrad Lueg (ohne Titel – 1968), Gerhard Richter (Vorhang III – 1965)
 

Gerhard Richter, Sigmar Polke, Konrad Lueg und Manfred Kuttner gründen 1962 in der Düsseldorfer Kunstakademie eine Gruppe oder ein Zweckbündnis, wie sie es nannten, um angesichts nicht vorhandener finanzieller Mittel oder Ausstellungs- bzw. Publikationsmöglichkeiten sich doch eine gewisse Präsenz zu ergattern.  Sie organisierten Ausstellungen, um den konsumorientierten westdeutschen Kapitalisten mit Humor entgegen zu treten. Die Pop Art war in Deutschland angekommen. Die erste Ausstellung fand 1963 in Düsseldorf, in einer ehemaligen Metzgerei, statt. Aber nur Polke und Richter gehen den Weg als Künstler weiter. Lueg gründet eine Galerie und Kuttner wird  Grafiker.

Im Hamburger Bahnhof – noch bis zum 29. September 2019 zu sehen. In de Riekhallen ist es außerdem herrlich kühl!

cmb

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Eine spanische und italienische (musikalische) Nacht

P1080068

 

Das Sommerkonzert 2019 des Abonnentenorchesters – DSO Berlin fand am 22. Juni 2019 im Militärhistorischen Museum, Flughafen Berlin-Gatow statt. Auf dem Programm standen Ouvertüren, Operetten-Arien, Märsche und Walzer von George Bizet, Chopin, Augustin Lara, Carl Zeller, Julius Fučík, Johann Strauss, Manuel de Falla und anderen. Der mexikanische Tenor Enrique Ambrosio schmetterte Arien wie « Erinnerung an Sorrento », « O sole mio » oder « Granada« . Ambrosio gastierte an vielen deutschen und europäischen Opernhäusern und war erster Tenor am Landestheater Linz. Die vorzügliche Sopranistin und Studentin der Hanns-Eisler Hochschule für Musik, Birgit Pehnert wurde in Caputh/Potsdam geboren und sang   »Frühling in San Remo » oder « Meine Lippen, sie küssen so heiß ».  Birgit Pehnert hat auch die Rollen der Pamina, Gilda, Susanna oder Adele im Repertoire und tritt u.a.  an der Oper Leipzig, an der Prager Staatsoper und am Aalto Theater in Essen auf. Mit der Arie von Carl Zeller « Schenkt man sich Rosen in Tirol » sangen sich die beiden Vokalsolisten im Duett in die Herzen der Konzertbesucher. Am Pult mit viel Energie Heinz Radzischewski, der mit dem Orchester die schwierige Akustik des Militärhistorischen Museums Berlin-Gatow vorzüglich meisterte.

Die Mitglieder dieses Orchester sind keine Berufsmusiker und haben ganz unterschiedliche Berufe. Jeden Montagabend treffen sie sich im Probensaal des DSO, um gemeinsam zu musizieren und die drei jährlichen Konzerte einzustudieren. Der stellvertretende Solo-Trompeter des DSO, Heinz Radzischewski, leitet dieses von hohem Niveau geprägte Amateur-Ensemble.

Das Weihnachtskonzert wird mit Werken von Bach, Humperdinck und Tschaikowsky am 30. November in der Jesus-Christus-Kirche in Dahlem stattfinden; das Frühjahrskonzert am 7. März im Großen Sendesaal des Haus des Rundfunks mit Werken von Beethoven und Wagner.

Großartige Stimmung und wunderbares Ambiente an diesem heißen Sommerabend in Kladow.

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Zehlendorfer Hauskonzerte

Cesar Borja - Virtual Gallery - N°4

Cesar Borja – Virtual Gallery – N°4

Musik kennt keine Grenzen, braucht kein Visa – sagt der indische Sänger ARKO MUKHAERJEE und nimmt das Publikum im Zehlendorfer Wohnzimmer auf eine Reise von Indien bis nach Afrika und von Bangladesch bis zum Mississippi mit. Von sanftem free-Jazz oder folkloristischer Romantik zu jahrhundertealten Texten aus seiner Heimat wird er im Laufe des Abends auch zum modernen Minnesänger, zum Griot, einem westafrikanischen Dichter, Sänger und Musiker, der in epischer Manier Geschichten von der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt, sich darum kümmert, Informationen und Bräuche zu bewahren, zu verbreiten und vorm Aussterben schützen. Auch Arko erzählt zwischendurch Geschichten und philosophiert über das Leben und die Musik. Obwohl er dann und wann auch laut wird, bleibt es ein ruhiges, entspannendes Konzert. Sein Handwerkszeug sind Instrumente wie die Mandoline oder die Dotara, ein folkloristisches, bengalisches Streichinstrument.

Begleitet wird er vom Gitarristen NISHAD PANDEY.  Die beiden Musiker sind ein echtes « dream team » und es ist uns nicht immer ersichtlich, wer wen kontrolliert oder wer die Richtung vorgibt, wo die Reise hingehen soll. Denn abgesprochen wird ganz wenig. Nishad liebt die Überraschung, sagt Arko. Letzterer hat eine schöne, für den klassischen Gesang geschulte, Stimme. Die Liebe zum Gesang hat er von seinen Eltern, die bei jeder Gelegenheit gesungen haben, erzählt er uns in der Pause.  Arko ist 1983 in Kalkutta geboren, war 2008 Musikdirektor und Songwriter in der Bollywood Film Industrie und lebt seit ein paar Jahren in Frankreich, daher kommt wohl auch der westafrikanische Einfluss in seiner Musik. Als einer der wenigen indischen Künstler hat er in Frankreich auch an « Blues Festivals » teilgenommen.

Nishad Pandey wurde ebenfalls in Indien geboren, lebte in Japan, Großbritannien, den USA und in Australien. Von überall hat er Klänge und Techniken im Gepäck mitgebracht. Er ist Mitglied der experimentellen Weltpop-Band Hatchlings, des Jazz-Klavier-Gitarrenduos Tinctures, der indischen Klassik-Fusion-Band Calcutta Chronicles und der Band von Bengal nach Bayern, einem akustischen Trio, in dem Volksrepertoire aus Indien und Deutschland ein Vehikel für zeitgenössische Improvisation bietet. Außerdem hat er einen Bachelor in Jazz Performance. Heute lebt Nishad  in Berlin, wo er als freischaffender Gitarrist, Komponist und Lehrer arbeitet.

Dieses ungewöhnliche und brückenschlagende Konzert war das letzte vor den Sommerferien. Auch die laue Sommerluft im Garten während der Pause hat dies angekündigt.

Wir freuen uns auf den Herbst und die kommenden musikalischen Delikatessen in Zehlendorf!

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

 

Gustave Caillebotte Maler und Mäzen des Impressionismus

Gustave Caillebotte (1848–1894) war Maler und Mäzen – bei uns eher weniger bekannter französischer Impressionist.

Die Alte Nationalgalerie Berlin zeigt in einer Ausstellung sein Wirken anhand seines Hauptwerkes, das dafür extra vom Art Institute of Chicago angereist kam. Dafür ist Manets « Im Wintergarten » zur Zeit in Chicago zu sehen.

1877 entstand das Gemälde « Straße in Paris, Regenwetter » („Rue de Paris, temps de pluie“). Das Gemälde ist zum ersten Mal in Berlin zu sehen.  Erklärend zu diesem Werk sind Caillebottes Zeichnungen und Studien für dieses große Werke dort  zu sehen. Zugleich wird ein  aktives Mäzenatentum ins Licht gerückt. Der Künstler war ziemlich wohlhabend und hat nicht nur eine stattliche Sammlung von impressionistischen Bildern von Cezanne, Monet, Manet, Degas und Renoir zusammen gekauft, die er alle dem französischen Staat vermacht hatte, sondern Künstlerkollegen bei Bedarf unterstützt, deren Miete bezahlt und Gruppenausstellungen organisiert.

Bis zum 15. September 2019 ist die kleine, aber interessante Ausstellung noch in der Neuen Nationalgalerie zu sehen.

 caillebotte - Regen in ParisCaillebotte - AusschnittCaillebotte - vorbereitende Zeichnungen
Gustave Caillebotte - Straße in Paris, Regenwetter, Art Institute of Chicago -
zur Zeit Alte Nationalgalerie – Ausschnitt – vorbereitende Zeichnungen

cmb

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

 

Pelléas und Mélisande

pelleas und melisande
Pelléas et Mélisande
Dominic Barberi (Arzt, Hirte), Marianne Crebassa (Mélisande), Michael Volle (Golaud) und Wolfgang Schöne (Arkel)
Credits: Tatjana Dachsel

 

Claude Debussys (1862-1918) Meisterwerk „Pélleas et Mélisande“ wurde 1902 in Paris an der Opéra Comique uraufgeführt. Der Text basiert auf einem Schauspiel von Maurice Maeterlinck (1862-1949). Debussy hatte schon nach einem Theaterbesuch 1893 (bei dem Sarah Bernhardt die Mélisande spielte) ein Auge auf dieses Stück geworfen. Damals gab Maeterlinck aber sein Einverständnis (noch) nicht, es zu einer Oper zu verarbeiten. Dieses kam ein paar Jahre später und  Debussy konnte sein Projekt aufnehmen.

In fünf Akten und zwölf Bildern durchkomponiert entstanden die nachdenklichen Orchesterzwischenspiele – auf Wunsch des Intendanten der Pariser Oper – erst später. Bis zu seinem Tod hat der Komponist an dieser Oper herum gefeilt. Arien im Sinne von herkömmlich Gewohntem gibt es darin nicht. Meist sind es gesungene Dialoge. Die neuen, unbekannten Rhythmen und Takte stießen vielerorts auf Unverständnis und Kritik. Und als Mélisande sang „Ich bin nicht glücklich“ konterte das Publikum „Wir auch nicht“. Nur dank des Durchhaltevermögens des Dirigenten wurde die Generalprobe nicht abgebrochen, aber ständig unterbrochen von Tumulten, Pfiffen und Buh-Ruhen – allerdings darf man nicht vergessen, dass hier vor allem Maeterlinck-Freunde saßen. Die Premiere hatte es dann etwas leichter.  Zumal das Publikum Debussy Musik durch andere Werke kannte, wie z.B. „l’apres-midi d’un faune“ – welches acht Jahre vorher uraufgeführt worden war.

Maeterlinck selber, der übrigens 1911 den Nobelpreis für Literatur erhielt, hatte sich zwischendurch mit Debussy überworfen, weil der belgische Schriftsteller die Hauptrolle der Primadonna Georgette Leblanc, seiner frisch angetrauten Frau,  übertragen wollte. Die Rolle der Mélisande bekam aber schließlich die Engländerin Mary Garden. Das war auch der Grund, war Maeterlinck die Aufführung erst 1920 – nach dem Tode von Debussy – zu sehen bekam. Anschließend war er allerdings mehr als begeistert, bei so einem Schlüsselwerk der zeitgenössischen Musik mit an Bord gewesen zu sein. 

1889 fand in Paris die Weltausstellung statt. Dort stieß Debussy auf ein japanisches Gamelan-Ensemble und war fasziniert davon. Immer wieder sollten diese asiatischen Fragmente auch in seine Musik Eingang finden. Weitere Einflüsse kamen von Mussorgsky oder auch Wagner. Bei Pelléas und Mélisande spielte diese transparent, zarte Tonsprache eine große Rolle.

Ruth Berghaus hat das Werk 1991 für die Staatsoper inszeniert und gestern wurde es zum 40. Mal vor vollem und begeistertem Haus aufgeführt. Kein Wunder, denn das hier ist ein Rund-um-Meisterwerk, eine Sternstunde des Musiktheaters. Die Optik scheint aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts entliehen zu sein. Choreografie und  Kostüme erinnern an Oskar Schlemmers Triadisches Ballett. Das Bühnenbild kommt direkt aus dem deutschen expressionistischen Film, begleitet von Lionel Feiningers synthetisch-kubistischen Architekturbildern. Die manieristisch-symbolischen Bewegungen sind Rolando Villazón auf den Leib geschrieben. Impressionistische Turner-Farben an den Wänden, die Halbkugel in der Mitte und dann die großartige, steile Himmelstreppe, gelb ausgeleuchtet, bei der man das Ende nicht sieht. Mehr kann man sich von einem Opernabend nicht wünschen.

Zum Schluss sind außer dem Großvater und dem Neugeborenen so gut wie alle tot.  Mélisande schreitet langsam die Treppe hinauf in ein besseres Leben und die schwarz-gekleidete Trauergemeinde installiert sich schräg und gefährlich auf unsicheren Stühlen auf der Halbkugel-Bühne bereit, den griechischen Trauergesang einzuleiten.

Niemand soll es bequem haben in dieser Inszenierung. Kein Rückzug in Wohlfühloasen ist möglich. Beklemmung und die Sorge, nicht zu fallen. Trotzdem sind die Bilder herausragend schön, die Dialoge berührend und brillant begleitet von der Staatskapelle. Weichheit und Gewalt liegen nah beieinander und alles ist umgeben von unlogisch dunklen, unsicheren und beklemmenden, bedrohlichen Gefühlen. Niederschmetternd, traurig-schöne Nebelschleier durchstreifen das von Eifersucht und Tod geprägte Werk.

Luca Pisaroni ist Golaud. Schleichend installiert sich Misstrauen in seiner Seele und es bringt ihn soweit, sogar seinen Sohn Yniold  (ein Solist des Tölzer Knabenchors) zum Spion und Komplizen zu machen, wenn er über seine Augen seinem Voyeurismus frönt. Die Szene auf der gelben, steilen Treppe ist umwerfend.

Die Französin Marianne Crebassa ist Mélisande. Zart, kindlich, klar, sehr sicher tritt sie auf, auch schauspielerisch hat sie Großes geleistet.

Rolando Villazón ist Pelleas. Es ist keine 20 mehr, kein Fast-Kind, wie die Oper das verlangt und trotzdem nimmt man ihm das Kindliche ab. Seine Bewegungen sind jung und frisch, manchmal wirkt er wie ein unbekümmerter Clown, um gleich darauf wieder in Gedanken und Weggehplänen zu versinken.  Er hält Mélisande fest, als sie fast komplett im Brunnen der Blinden verschwindet, um den Ring wieder herauszufischen, der ihr beim kindlichen Spiel mit verbundenen Augen dort hineingefallen war. Es war Golauds Ring, der seinerseits nicht kapiert was er anstellt, indem er sie wegschickt, um – mit Hilfe von Pelleas – den Ring zu suchen. Ab hier ist das Drama nicht mehr aufzuhalten. Die langen Haare, die in dem Stück eine wichtige Rolle spielen, sind bei Berghaus nur eine Kurzhaarperücke. Mélisande nimmt sie ab und spielt mit ihr, sobald das Thema Haare aufs Parkett kommt. Surreal und komisch diese Szene.

Arkel ist Wolfgang Schöne, Geneviève Katharina Kammerloher. David Ostrek ist der Arzt und Hirt.

Am Pult vor der wunderbaren Staatskapelle Maxime Pascal. Die Kostüme sind von Hartmut Meyer. Die Choreinstudierung ist von Anna Milukowa.

Der einzige Wermutstropfen vielleicht: Textverständlichkeit war nicht eine herausragende Qualität der Aufführung. Die Untertitel gab es in englischer und deutscher Sprache. Nur französisch-sprechende Zuhörer haben dementsprechend wenig verstanden.

Bei der Premiere 1991 war Simon Rattle am Pult und Magdalena Kózená sang die Mélisande – zwei Weltstar-Debüts an der Staatsoper unter den Linden.

Wenn das Stück in der nächsten Spielzeit wieder aufgenommen wird, dann nichts wie hin!

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

.

Der Jahrmarkt von Sorotschinzi

P1240962

 

Trinklieder, Tänze, eine Kochstunde, der Teufel und viel Aberglauben sind die Zutaten für Mussorgskis Oper « Der Jahrmarkt von Sorotschinzi ». Eine Oper für Berlin – für die ewige Party-Stadt. Die Sänger müssen fast immer betrunken über die Bühne fallen. Der Komponist selber ist nur 42 Jahre alt geworden und Schuld an seinem frühen Tod war exzessiver Alkoholgenuss – so sagt man.

Modest Mussorgsky (1839 -1881) hat die Oper unvollendet hinterlassen. 1948 wurde sie in Berlin zum letzten Mal aufgeführt. Nun hat sich Barrie Kosky dem Werk angenommen und hat es – entgegen der Philosophie der Komischen Oper – in russischer Sprache zur Aufführung gebracht. Das Libretto hat der Komponist selber nach der Erzählung von Nikolai W. Gogol geschrieben.

Der Teufel liebt den Alkohol und hat im Rausch seinen roten Kittel versetzen müssen. Ein Jahr sollte der Wirt ihn für ihn aufheben – das tat dieser aber nicht. Als der Teufel ihn vorzeitig wieder abholen will, hatte der ad interims-Besitzer den Kittel  schon weiterverkauft. Von da an war das ukrainische kleine Dorf vom Teufel nicht mehr sicher – jedenfalls nicht in den Köpfen der Bewohner!

Die Oper beginnt mit einer ausgelassenen Jahrmarktsszene. Grizko trifft auf die schöne Parasja, die sich von ihrem Vater bunte Bänder für ihre Haare wünscht. Ein Zigeuner warnt das Dorf vor dem roten Kittel und dem Teufel in Form von Schweinerüsseln.

Später, zuhause, kocht die Bäuerin Chiwrja, die in die Hochzweit von Grizko und Parasja nicht einwilligen will – aus welchem Grund auch immer – ein Festmahl. Aber nicht für ihren ewig betrunkenen Ehemann! Nein, sie ist in den Popen Afanassi verliebt und hofft, ihn mit ihrer Kochkunst zu bezirzen. Die Küchen-Szene, bei der sie eine Riesenpute rupft, Quarkpiroggen und andere Köstlichkeiten zubereitet, ist sehr gelungen,  die beste im ganzen Stück. Hier wird die gerupfte Pute zum Versteck für den Pope, als der Ehemann plötzlich nach hause kommt. Aber der ist eh betrunken und begreift gar nichts. In einer weiteren Panik werden Kochtöpfe über Köpfe gestülpt und ist wird immer lauter.

Im dritten Akt halten sich der Gevatter und Tscherewik, Chiwrjas Ehemann, gegenseitig für den Teufel. Grizko verkauft den Ochsen an den Zigeuner zu einem Sonderpreis, weil schließlich die Heirat mit seiner Liebsten doch zustande kommen kann. Alle gehen weg. Der Alptraum von Grizsko wird wieder vom Chor begleitet, Morgenglocken und Kirchengesänge beenden aber schließlich den Hexenspuk und es kann lautstark und feucht-fröhlich Hochzeit gefeiert werden.

Eine richtige Handlung, die weitergesponnen werden kann, gibt es in dem Stück eigentlich nicht. Es sind Fragmente, die voraussetzen, dass man die Geschichte kennt. Eigentlich ganz charmant!

Am Pult ausgezeichnet Henrik Nánási, er holt die seltsamsten Töne aus dem Orchester heraus. Der Chor leistet ebenso fantastische Arbeit. Die Bühne ist leicht schräg und ziemlich leer, dafür gibt es umso mehr Kostüme.

Die letzte Aufführung in dieser Saison wird am 12. Juni stattfinden.

cmb

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Lynn Chadwick im Kolbe Museum

P1080303
Dance V , 1955 (Eisen, Gips und Eisenspäne) – Folkwang Museum Essen

   

Biester der Zeit und zeitlose hybride Kreaturen! (für KULTURA EXTRA)

Seit den 1950er Jahren gestaltet Lynn Chadwick (1914-2003) diese herrlichen und unverdorbenen, braven Biester. Sie sind allesamt Zufallskreationen, entstanden ursprünglich aus Mobile, wie wir sie von Alexander Calder kennen. Nach und nach hat er diese zarten Metallgeflechte aus- und aufgefüllt. Hierfür benutzte er „Stolit“, ein eisenhaltiges Zementgemisch. Seine so entstandenen,  aleatorischen Wesen wurden alsdann in die Welt geschickt – manche vielleicht auch auf den Mond. Mit ein wenig Phantasie  erinnern sie an ein Raumfahrzeug wie das LEM, das bei der Apollo-Mondlandung  eingesetzt wurde.  Wieder andere gelangten in die Hände von Franz Kafka, der dann sogleich eine Geschichte über sie schrieb und die restlichen scheinen beim Science Fiction Film einen Job gefunden zu haben. Chadwick hat seine eigene Verkleidungs- und Verschweiß-Technik entwickelt und so sind seine Arbeiten unverwechselbar und originell.

Lynn Chadwick war ursprünglich Architekt  und im Zweiten Weltkrieg als Pilot eingesetzt. Auf der einen Seite erinnern seine Kreaturen an auch schon mal an Bauwerke aus einer anderen Zeit und auf der anderen an Leonardo da Vincis Flugmaschinen  – in 3-D. Über 40 Jahre hat ihn diese lustig-schwebend und kriechende Tierwelt beschäftigt. Ein besonderes Exemplar der Biest- Skulpturen-Serie hat ich ins Haus am Waldsee verirrt und steht in einem Raum mit einem filigranen Vogelwesen seines fast-Zeitgenossen Hans Uhlmann (1900-1975) und so verstehen wir, warum gerade er ihm an die Seite gestellt wurde.  Chadwicks „Beast“  hat zwei riesige Alien-Kristallaugen!   Uhlmann teilte seine Vorliebe für Flügelwesen und die Freiheit, die damit einhergeht.

Neben Werken von Uhlmann sind auch Plastiken der jungen Berliner Künstlerin  Katja Blomberg (*1970) im Haus am Waldsee ausgestellt. Schwerelose Borkenkäfer, Insekten,  gefallende Ikarusse, Totems oder Flugmaschinen stehen hier in Konkurrenz zu den technischeren, glatten und zeitlosen Arbeiten von Uhlmann und Blomberg. Letzteren fehlt die faltige, lebendige und humorvolle Poesie und der gemächliche, aleatorische Entstehungsprozess.  Katja Strunz  große Plastik Enthüllung (2008) aus Baustahl, Pulverbeschichtung und patinierter Bronze ist ein Riesenflügel, der auch  Chadwicks Viecher in die Luft bringen könnte.

In den 1960er Jahren entsteht eine Serie aus Zeichnungen und Skulpturen, die Chadwick  „Moon of Alabama“ tauft. Ein Sammelsurium von Kokons, Larven oder zackigen Hüllen. Vielleicht hat er sie ja auch Kurt Weill und Berthold Brecht gewidmet. Beweise dafür gibt es allerdings nicht. Figurative Skulpturen baut er ab den 1970er Jahren. Meist Paare, stehend auf  erschreckend, unsicheren, dünnen Beinen und oft nebeneinander, im Dialog, sich festhaltend. Eine Gratwanderung der Schwerkraft zwischen Raum und Zeit. Ab 1980 arbeitet er mit geschweißten Edelstahlplatten. Diese glatten, sauberen Tafeln allerdings lassen seine gewohnte Lyrik ein wenig vermissen, dafür rufen sie Assoziationen mit den  präzisen  japanischen Origami -Spielen hervor. „Beast Alerted I » (1990) dominiert im Garten im Haus am Waldsee, eine Leihgabe des Estate of Lynn Chadwick and Blain|Southern.

1958 kauft Chadwick ein Anwesen in Gloucestershire und renoviert es, baut es  nach und nach um, bis es Wohnhaus und Atelier unter einem Dach vereint. Bemerkenswert  vor allem ist der Skulpturengarten. Lypiatt Park beherbergt heute den Nachlass des Künstlers und wird von Eva und Sarah Chadwick verwaltet.

Lynn Chadwick arbeitete als Zeichner in verschiedenen Londoner Architekturbüros und erst nach dem Zweiten Weltkrieg fing er an, als selbstständiger Designer Möbel und Textilien zu entwerfen, bis er später von der Plastik in Bann gezogen wird. Schon 1952 stellte er im britischen Pavillon der Biennale in Venedig aus und erhielt 1956 den „Biennale Grand Prix für Bildhauerei“.  Auch auf der documenta Kassel war es des Öfteren vertreten.

Neben Henry Moore und Barbara Hepworth zählt Lynn Chadwick  heute zu den bedeutendsten britischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts.

Die Schau  „Biester der Zeit“ Lynn Chadwick, Katja Strunz, Hans Uhlmann ist seit Mitte Mai im Haus am Waldsee und im Georg Kolbe Museum zu sehen. Man kann die elf Kilometer, die zwischen beiden Häusern liegen, mit dem Fahrrad zurücklegen, das man an beiden Orten ausleihen und zurückgeben kann. Es empfiehlt sich, beim Kolbe Museum anzufangen und dann ca. 40 Minuten durch den Grunewald zu radeln!

Eine großartige Ausstellung haben die beiden Häuser hier auf die Beine gestellt. An die 70 Exponate, Plastiken, Zeichnungen und Lithografien, beherbergt diese einmalige Retrospektive von Chadwick. Im Georg Kolbe Museum beschreibt die Schau seine Werkentwicklung, während im Haus am Waldsee die Arbeiten der drei Künstler Lynn Chadwick (1914 – 2003), Hans Uhlmann (1900 – 1975) und Katja Strunz (*1970) gegenübergestellt und Parallelen gesucht und gefunden werden. Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. August 2019.

 

 

P1080333P1080291P1080316P1080306katja StrunzChadwick und Uhlmann
Moon of Alabama, Raumansicht, Biester, « Enthüllung » von Katja Strunz, ganz rechts Chadwicks « Biest » mit zwei Kristallaugen im Hintergrund, vorne  Hans Uhlmann « Vogelwesen » von 1952 

 Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Händel – Festspiele Halle 2019 – Eröffnungsabend

Händel Festspiele 2019

 

Eröffnung der Händel-Festspiele in Halle 2019  für KULTURA EXTRA

Julius Cäsar in Ägypten

« Die Kunst erzieht uns » sagt Peter Konwitschny, der für die diesjährige Premiere der Händel Festspiele den „Julius Caesar“ inszeniert hat. Am 31. Mai war Premiere in der Oper von Halle mit viel Hurra aber auch heftigen Buh-Rufen! „Das Theater müsse etwas in der Gesellschaft bewirken“, hätte Konwitschny von Bertholt Brecht gelernt. „Reifer und klüger und empfindungsfähiger soll sie uns machen, die Kunst“. Aber warum macht er dann aus Händels Giulio Cesare in Egitto eine deutsche Slapstick-Komödie? Macht es uns wirklich empfindungsfähiger, wenn er uns zum Lachen bringt, weil die Vorkoster vergiftet zu Tode stürzen – auch wenn sie sich wie Figuren aus der „Als die Bilder laufen lernten-Zeit“ benehmen? Gerade Konwitschny kritisiert zuweilen die Oberflächlichkeit des Publikums, dessen Ignoranz und Arroganz. War diese Produktion dann ein Racheakt von ihm? Man hat sich entschieden, die Oper in deutscher Sprache aufzuführen, um sie dem Publikum näher zu bringen, um sie verständlicher zu machen!

Das diesjährige Festival steht unter dem Motto „Händels starke Frauen“. Das sind Cleopatra und Cornelia auf jeden Fall. Konwitschny hat aber aus der edlen, tragisch-trauernden Pompeo-Witwe Cornelia ein blondes Marylin Monroe Gift gemacht. Ihre wunderschönen Arien oder das berührende Lamento im Duett mit Sesto „Son nata a lagrimar“ sind hinter den Pyramiden verschwunden. Oder die facettenreiche Cleopatra, die mit ihren acht Arien die ganze Gefühlspalette abdecken soll, wirkt wie eine junge, zu Streichen aufgelegte Schülerin. Dabei muss sie bangen, leiden, lieben, siegen und verlieren. Sie  muss ständig im Bikini um die Papp-Palmen und Pyramiden rennen. Dabei hat Vanessa Waldhart das ganz großartig gemacht! Sextus, eine Kastratenrolle, wird durch das Kind Benjamin Schrade ersetzt, das ständig „Mutti“  rufend und Schwert fuchtelnd über die Bühne rennt (auch er war sehr gut). Im Verlauf des Abends ist er zum mutigen Mörder und Rächer geworden und durfte deshalb im U-Boot mit nach Rom fahren. Das freut das Publikum und selbst beim zehnten „Mutti“-Ruf gibt es noch Lacher. Den genusssüchtigen, unberechenbaren, kaltblütigen und opportunistischen Ptolomeo, der nur ein paar Arien hat, mochte Händel wohl schon beim Komponieren nicht. Diese Figur ist Konwitschny aber noch am besten gelungen und die Harems-Szene mit der Marylin-Cornelia als Racheengel im Hintergrund ist gelungen. Die neue deutsche Textfassung von Werner Hintze verhindert, dass die Sänger mit ihren Arien brillieren. Caesar (Grga Peros) schwächelt ziemlich am Anfang, wird mit der Zeit aber besser. Großartig Jake Arditti als singender Kopf des Pompejus, er hat auch einige der Sextus-Arien gesungen. Komik als Brücke zur Tragik oder: auch Macht vermag es nicht, die Protagonisten davor zu bewahren, Leid und Niederlage zu erfahren.

Aber die giftgrünen Palmen, das lächerliche Pyramidenlaufen, Cäsars Wiederauferstehen im Plisseerock und Algengirlanden wären alle hinnehmbar gewesen: nur die Sprache hätte man beibehalten sollen. Halle ist so stolz auf seinen Händel. Es grenzt an Verrat an ihm, wenn man diese Oper, die für die italienische Sprache geschrieben wurde, in deutscher Sprache aufführt. Der schwere deutsche Text war gar nicht zu bewältigen und hat alle Verzierungen vor vorneherein ausgeschlossen. Das Erfolgsteam Konwitschny/Brade hat hier einfach zu viel über die Stränge geschlagen. Wer eine lustige Operette sehen will, geht nicht in Händels markantestes Meisterwerk einer Heldenoper. Aber leichte Kost war es dann schon!
Nach der Pause blieben einige Sessel im Parkett trotzdem leer.

Das Händel-Festspielorchester unter Gastdirigent und Händel-Spezialist Michael Hofstetter hat Großartiges geleistet und viel Applaus bekommen. Farbenprächtig und feinfühlig haben sie das nuancenreiche Meisterwerk interpretiert.

Der Musikschriftsteller Charles Burney hat  Händels Oper „Giulio Cesare in Egitto“ als „eine Oper, die Schönheit aller Art im Überfluss bietet“ bezeichnet. In Halle stand die Musik eindeutig nicht an erster Stelle. Darüber konnte auch das gelungene Duett von Cornelia und Cleopatra „Da uns das Glück belog, ist alle Hoffnung tot, sie kehrt nie mehr zurück“ (!!) schon vor geschlossenem Vorhang gesungen nicht hinwegtrösten. Der Trost kam dann am Samstag gleich zweimal: einmal bei der Verleihung des Händel-Preises der Stadt Halle an Prof. Dr. Silke Leopold mit Musikeinlagen durch die Sopranistin Margriet Buchberger und dem Ensemble Il Giratempo und abends beim Festkonzert mit der großartigen Vivica Genaux im Duett mit Lawrence Zazzo begleitet von der Lautten Compagney Berlin in der Händel-Halle!

Christa Blenk

***
Textfassung von Werner Hintze in deutscher Sprache. Musikalische Leitung: Michael Hofstetter / Inszenierung: Peter Konwitschny / Ausstattung: Helmut Brade / Dramaturgie: Bettina Bartz / Solisten: Grga Peroš (Julius Cäsar), Vanessa Waldhart (Cleopatra), Svitlana Slyvia (Cornelia), Jake Arditti (Kopf des Pompejus – Partie des Sesto), Michael Zehe (Tolomeo), David Pichlmaier / Ki-Hyun Park (Achilla), Maik Gruchenberg (Nirenus), Benjamin Schrade / Fabian Waclawchzyk (Sesto). Chor und Statisterie der Oper Halle / Händel-Festspielorchester Halle

 

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Oceane – Deutsche Oper Berlin

Vendée2013-März 112
La Vendee – Atlantik

 

Grau-schwarze Melancholie, Hoffnungslosigkeit, dekadente Vergänglichkeit – Fin de Siècle-Stimmung und tosendes Meer, Liegestühle im Gegenlicht.

Die neue Oper „Oceane“ von Detlev Glanert, ein Auftragswerk der Deutschen Oper Berlin, hatte Ende April 2019 eine gefeierte Premiere. Alle weiteren Abende waren ausverkauft.

Oceane von Parceval ist eine Novelle von Theodor Fontane, die um 1880 entstand – mehr oder weniger pünktlich zur Belle Epoque. Hans-Ulrich Treichel hat daraus das Libretto geschrieben. Ein Sommerstück für Musik in zwei Akten ist dabei herausgekommen. Dabei geht es hier eigentlich eher um eine Spätsommer-Stimmung, um das Absinken der Sonne, die schon deutlich zu spürende Verkürzung der Tage, die frischen Abende kurz vor dem Herbsteinfall.

Die Geschichte spielt an der Ostsee, in einem Hotel, das schon bessere Tage gesehen hat. Die Besitzerin Madame Louise und ihr treuer Diener George (Doris Soffel und Stephen Bronk) singen davon mehrere Lieder und bedauern das langsame Dahinsiechen des einst eleganten Hotels. Man braucht einen Privatkredit und den soll Oceane von Parceval gewähren, die dort gerade logiert, aber eigentlich nicht wirklich mitspielt, sie bleibt am Rande, unberührt, reich, schön – aber der junge Baron Martin von Dircksen (Nikolai Schukoff), der in Begleitung seines Freundes Felgentreu (Christoph Pohl) ebenfalls dort einquartiert ist, verliebt sich trotzdem in die attraktive, seltsame Melusine. Während Felgentreu und Oceanes Kammerfräulein Kristina (Nicole Haslett) recht schnell zusammen finden, gestaltet sich die Beziehung von Oceane und Martin sehr schwierig.

Gefühle kann Oceane trotz Anstrengung nicht zeigen und ihre Indifferenz anlässlich der Konfrontation mit einem toten Fischer am Strand macht sie zum Opfer des barbarischen, religiösen Mobs, der – vor Allem was fremd und unverständlich ist – Angst hat. Angeführt und aufgestachelt von Pfarrer Baltzer (großartig der eindringliche Bass von Albert Pesendorfer) wird sie praktisch verstoßen. Die Doppelverlobung kommt nicht zustande. Maria Bengstsson als Oceane ist hell, schön und unterkühlt, immer weit entfernt, weltfremd und irgendwie teilnahmslos. Zum Schluss geht sie einfach weg – allerdings nicht ins Wasser. Sie ist die Traumbesetzung für diese Rolle. 

Die Musik von Detlef Glanert (*1960) ist nicht gerade zeitgenössisch oder revolutionär und erinnert an Henze-Opern, Glanert war auch sein Schüler. Klangmässig bringt das Werk nichts Neues und die Musik ist nachvollziehbar, verständlich und beschreibend, schön. Auch Henze hat mit seiner Ballett-Gestalt Udine ein Wesen aus dem Meer beschrieben und mit der Oper Elegie für junge Liebende auch eine Naturoper geschrieben, nur waren bei letzterer die Berge die Protagonisten und nicht das Meer.  

Robert Carsons Inszenierung ist mehr als gelungen. Er hat diese dekadente Endzeitstimmung perfekt und einfühlsam auf die Bühne gebracht. Das omnipräsente und nie ruhende Meeresvideo tut das ihre dazu. Am Pult bei der letzten 5. Vorstellung in dieser Saison Stephan Zillas. Großes Lob an den Chor und seinen Leiter Jeremy Bines.  

am Atlantik

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Zehlendorfer Hauskonzerte – Noga Quartett

noga1
Noga Quartett im Quintett mit Eve Wickert

 

Das großartige Noga-Quartett ist regelmäßig zu Gast im Zehlendorfer Wohnzimmer. Gestern Abend hat es dort, im Musikhaus, wie der Bratschist so treffend sagte, seinen 10. Geburtstag gefeiert. Mit einem außergewöhnlichen und sehr langen Hauskonzert wurde hier natürlich vor allem das Publikum beschenkt.

Seit 10 Jahren spielen die vier Musiker Simon Roturier und Lauriane Vernhes (Violine), Avishai Chameides (Bratsche) und Joan Bachs (Cello) miteinander und das sieht und spürt man. Sie sind perfekt aufeinander eingespielt und oft braucht es nur ein Blinzeln, um sich zu verstehen.

Das Programm eröffnet an diesem (Wahlsonntag)-Abend mit dem Streichquartett Nr. 2 in F Dur von Reynaldo Hahn (1874-1947). Hahn hat insgesamt zwei Streichquartette geschrieben und ist bei uns eher unbekannt. Sein Gesamtwerk besteht hauptsächlich aus Musik zum Singen. Entstanden ist das Quartett ungefähr gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Südfrankreich, wohin sich Reynaldo Hahn kriegsbedingt zurückgezogen hatte. Hahns Musik ist eigentlich konservativ und hat die Moderne nicht wirklich erreicht. Diese Komposition ist wie ein zauberhafter Frühlings-Spaziergang, ein Flanieren, durch Paris.

Das Streichquartett besteht aus vier Sätzen und beginnt mit einem temperamentvollen und leidenschaftlichen Allegro, geht über in einen nervös summenden Satz, der von einem besinnlich, samtigen und dialogisierenden Andante  lento abgelöst wird um dann in ein hektisch stürmisches Finale überzugehen. Man mag sich gerne hier einen Tanz über die großen Boulevards vorstellen.

Hahns Familie kam aus Venezuela. Spanisch-baskischer Abstammung seine Mutter, ein jüdischer Kaufmann aus Hamburg sein Vater. Schon vor seiner Geburt allerdings siedelte die Familie 1878 von Venezuela nach Paris um, wo Reynaldo 1885 im Conservatoire de Paris aufgenommen wurde. Schüler von Jules Massenet und Mitschüler von Maurice Ravel. Hahn war bekannt dafür, dass er in den Pariser Salons seine eigenen Melodien sang und sich selber am Klavier begleitete. Im Salon von Madeleine Lemaire lernte er 1894 auch Marcel Proust kennen, mit dem er bis zu seinem Tode zusammen bleiben sollte. Hahns Opern waren um die Jahrhundertwende durchaus bekannt und wurden gerne aufgeführt, zum Teil in der Opéra Comique de Paris. Anlässlich einer Bildungsreise besuchte er Hamburg, die Heimtstadt seines Vaters, kam nach Bukarest, Rom und London. Hahn schrieb Musik für Diaghilev und sein Ballet russe, wurde 1912 Franzose und nahm freiwillig am Ersten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg bekam er eine Professur an der Ecole Nationale de Musique de Paris. Dort traf er auf Pablo Casals und Nadia Boulanger und es begann eine Operetten-Zeit. Erst viel später sollte er sich der Kammermusik widmen. In den 1930er Jahren war er ebenfalls als Musikkritiker tätig. Seine jüdische Herkunft brachte ihn 1930 zuerst nach Cannes und dann nach Monte-Carlo. 1945, wieder zurück in Paris, wurde er Direktor der Pariser Oper.

Nach einer kurzen Instrumenten-Pause geht es weiter mit dem Streichquartett Nr. 5 von Bela Bartok (1881-1945). Es entstand ungefähr 10 Jahre vor dem Hahn-Quartett, ist aber wesentlich moderner und revolutionärer. Bartok hat hier folkloristische Tradition mit Natur und Rhythmus verbunden. Sein Streichquartett besteht aus fünf Sätzen, wobei der erste und der fünfte Satz dissonant, finster und ärgerlich daherkommen und sich immer wieder neu erfinden, während der zweite Satz wie eine schmerzhafte trillernde Symphonie klingt und parallel dazu im vierten Satz versucht, das Durcheinander vom Scherzo mit viel Humanismus zu zerpflücken, dabei aber immer wieder ins Jammerthema mit gezupften Halbtönen abfällt. In der Mitte thront – wie gesagt – das Scherzo, verrückt, rasend und durchgeschnallt stürmt es auf einem bulgarischen, unregelmäßigen Rhythmus mitten ins unentwirrbare Chaos, um dann mit ein paar melodischen Noten zu enden. Hier ist vor allem die Bratsche gefragt, und so hat der Bratschist vor dem Stück einiges darüber erzählt.

Bartok hat dieses wunderbare 30-minütige Werk 1934 komponiert, als Auftragswerk einer amerikanischen Pianistin und Mäzenin, die sich für zeitgenössische Kammermusik interessierte. Es wurde – gemeinsam mit neuen Werken von Schoenberg, Webern und Britten -  in Washington im Coolidge Auditorium uraufgeführt.

Nach einer größeren Pause, die wir im launigen Garten und Gesprächen mit den Musikern verbringen dürfen, geht es weiter mit dem Streichquintett Op. 87 von Felix Mendelssohn (1809-1847). Hierzu kommt die Bratschistin Eve Wickert mit auf die Bühne.

Dieses Streichquintett entstand 1845 im Taunus, wo Mendelssohn mit seiner Frau Cécile Jeanrenaud den Sommer verbrachte. Erschienen ist das Werk allerdings erst posthum, da Mendelssohn immer wieder noch am Finale arbeiten wollte, bis es dann zu spät war.

Gefüllt mit Energie startet der erste Satz, wird überschattet von dunklen Gedanken, Triolen und Tremoli wechseln sich ab, bis das Hauptthema wieder zum Reden kommt. Es ist ein großartiges Kammermusikwerk, ein Hin- und her zwischen eleganter Bedrohung, blankem Argwohn der letzten Lebensjahre und einem optimistischen Aufblitzen. Ein abwechslungsreiches, rhythmisches Zurückfallen ins Moll und Großeinsatz für die zweite Bratsche. Dieses unruhige Einmischen findet in einem hektischen Finale dann doch noch eine harmonische Auflösung, in die alle Instrumente nach und nach eingebunden werden.  Mendelssohn hat es übrigens 19 Jahre nach seinem 1. Streichquintett komponiert.

Einwandfrei und zauberhaft die Interpretation!

Alles Gute zum Geburtstag, liebes Noga-Quartett and many happy returns!

noga

 

Das Berliner Noga-Quartett hat übrigens schon so einige Preise gewonnen, darunter die Melbourne Chamber Music Competition 2015. Ihr Repertoire geht u.a. von Haydn und Mozart über Beethoven, Brahms, Schumann hin zu Ligety und Schönberg etc.

Noga Quartett 2018 in Zehlendorf

Zehlendorfer Hauskonzert - Gesang

Zehlendorfer Hauskonzerte – Klavier

Zehlendorfer Hauskonzerte - Franz Trio

u.v.m.

Christa Blenk

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Dido und Aeneas

dido

Henry Purcells (1659-1695) einzige komplette Oper „Dido und Aeneas“ ist nicht nur eine der kürzesten Opern sie hat auch – vielleicht sogar – das schönste Lamento („Thy hand, Belinda“) überhaupt. Es bringt damit schon mal komplette Konzerthallen zum Weinen.

Am 19. Mai hat sich das Barockorchester „Aris et Aulis“ an dieses wunderbare Werk herangewagt und es mit großem Erfolg in der Auenkirche in Wilmersdorf aufgeführt. Begleitet vom Madiba Chor unter Leitung von Ulrich Paetzholdt.

Ausgezeichnet, klar und eindringlich die Solistinnen und Solisten Stephanie Lesch (Dido), Anna Hofmann (Belinda), Saskia Klumpp (Zauberin), Anna Schors (zweite Frau, Hexe, Geist) und Björn Werner (Aeneas).

Anna Hofmann hat in der ersten Hälfte des Konzertes Claudio Monteverdis « Dolcissimo uscignolo » gezwitschert und hat hier schon Gutes ahnen lassen.

Das Orchester Aris et Aulis und der Madiba Chor brachten einige kurze und zum Teil unbekannte Werke von Orlando di Lasso, Josquin des Prez, Hans Leo Hassler, John Dowland, Thomas Campion und Francis Pilkington – alles Komponisten vor der Zeit von Purcell -  auf die Bühne.

Ulrich Paetzholdt hat den Madiba Chor im Jahre 2014 gegründet.

Vorzügliches Konzert!

cmb

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 

Der Tod: Zeitlos

jn und zeitlos

 

Death Comedy vom Feinsten:

Seit ein paar Jahren sind sie ein Team: der Tod und seine Praktikantin Exitussi. Er hat eine Sense, sie eine rosarote Kutte und absolutes Redeverbot. Das ist aber nicht so schlimm, denn mit Gesten, Turnübungen und intelligent-reaktiver Kreativität und Flexibilität bringt sie alles an den Tod, was man so wissen muss. Seit kurzem sind sie mit ihrem neuen Programm auf Tournee und waren am 22. und 23.6.2019 zu Gast im Berliner BKA Theater. Wie in den ersten beiden Programm geht es auch hier wieder darum, das Image des Gevatter Todes aufzubrezeln. 

Das neue Programm heisst „ZEITLOS“ und sprudelt nur so von Ideen, Politik und Gags. Der Sensenmann hat gleich zu Beginn des Abends Lose unters Publikum geworfen (was man allerdings gewinnen – oder nicht gewinnen – konnte, verriet er uns nicht). An diesem Abend musste Exitussi auf einen Vorschlag vom Publikum einen Vortrag über das Leben in der Steinzeit in Nordkorea „übersetzen“ und man glaubt gar nicht, was sie dazu alles aus der Kutte geholt hat. Der prall gefüllte Saal hat sich buchstäblich zu Tode gelacht.

Exitussi fliegt zu Beginn des Programms als Eintagsfliege und philosophierend im Kreis über die Bühne und tritt zum Schluss nochmals mit Rollator auf – ihre drei verstorbenen Ehemänner bedauernd.

Also zu Tode langweilen ist nicht – was dem Tod dann natürlich wieder leid tun dürfte, er schlägt sich damit sozusagen selber ein Schnippchen.

Hier heißt es nur: bloß nicht verpassen. Wenn Ihr wieder mal über Stunden so richtig lachen wollt, dann geht es hier zum Zeitplan für die nächsten Wochen:

Vier abendfüllende Programme hat der Tod bis jetzt (« Mein Leben als Tod », « Tödliche Weihnacht », « Happy Endstation » und nun « Zeitlos ») hat DER TOD. In der Mitternachtsshow  « Die Geisterstunde » lädt er sich Gäste, die beruflich für ihn interessant sind. Hier baut er sich ein professionelles Netzwerk auf.

Exitussi ist nicht nur eine begabte Praktikantin, sie illustriert seit 2018 regelmäßig Cartoons, die aus ihrer beruflichen Zusammenarbeit mit dem Tod entstehen. Ihre Bilder sind mittlerweile zum Kult geworden und werden in Ausstellungen gezeigt oder in Zeitschriften abgedruckt. Das Programm « Tödliche Weihnacht » hat Exitussi illustriert und für das Programm « ZEITLOS » entwarf sie die Ampel-Tödchen, sowie die Höhlen-Malereien.

Die beiden sind ein höllisch-gutes Team!

Webseite Endlich-Tod.de

cmb

 

Votre nom : (oblig.)
Votre email : (oblig.)
Site Web :
Sujet :
Message : (oblig.)
Vous mettre en copie (CC)
 
12345...43

Local Histories

Local Histories

Hamburger Bahnhof - noch bis zum 29. September 2019

Aktuelles in Berlin

Auszug aus dem Berliner Kunstleben und Musikleben - Ost-Berlin - Emphraim Palais - Hamburger Bahnhof - Emil Nolde - Brücke Museum - Beiwerk zu Nolde Ausstellung - Gropius Bau - Vorschau: Purcells Dido und Aeneas ab Ende August in der Staatsoper (Sascha Waltz) Angaben ohne Gewähr!

Auteur

eborja

Visiteurs

Il y a 1 visiteur en ligne

Besucher

berlin Bär

berlin Bär


LES PEINTURES ACRYLIQUES DE... |
ma passion la peinture |
Tom et Louisa |
Unblog.fr | Créer un blog | Annuaire | Signaler un abus | L'oiseau jongleur et les oi...
| les tableaux de marie
| création