Vendée Birds

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Fotos: Christa Blenk

 

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Arteinmemoria8

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Auf dem Weg zur Ausstellung

Zum achten Mal findet seit heute die Biennale Zeitgenössischer Kunst in den Ruinen der Synagoge in Ostia Antica statt.

 

P1200890 “Sinergia” Stih & Schnock

Man muss sich diesen Besuch erarbeiten oder ergehen, da sich die verbleibenden Reste der Synagoge am hinteren Ende, d.h. ca. 1,5 km vom Haupteingang dieser archäologischen Anlage entfert, befinden. Manchmal vermisst man eine notwendige Infotafel, kommt aber dann gleich wieder auf den richtigen Weg, obwohl der Wächter am Einfang uns lieber mit dem Shuttle geschickt hätte, der aber grad nicht da war. Dabei kann man sich gar kein schöneres Annähern vorstellen, als über den Decumanus Maximum.

Die bis jetzt dort installierten Kunstwerke integrieren sich so perfekt in ihr Umfeld, dass man sie nicht immer gleich als solche erkennen kann. Man muss sich mit Ihnen auseinandersetzten.  Die « Gheniza per Ostia », die Michael Rakowitz 2013 dort zwischen Steinen und Pinien gepflanzt hat, entpuppt sich erst beim zweiten Hinsehen als Kunstwerk! Ähnlich ging es uns mit der Stella Polare.

Dieses Jahr kamen Werke von Ludovica Carbotta, Enrico Castellani und von den deutschen Künstlern Stih & Schnock dazu.

Der US Künstler Sol Lewitt hat 2002 das erste Objekt dort errichtet: Die runde Halbmauer aus dem rötlichen Ton der Ruinen ist perfekt integriert. Diese Mauer sowie der Ziegelbaumwald des portugiesischen Künstlers Pedro Cabrita Reis, sind die interessantestes Werke.

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Sol Lewitt (Untitled, 2002); vorne Michael Rakowitz 2013); dahinter Ziegelbaumwald von Pedro Cabrita Reis (Untitled, 2005); Liliana Moro (Stella Polare, 2011)

P1200895 Mosaik mit einem Salomon-Knoten

1961 hat man am Rande dieser Archäologischen Anlage  die Synagoge entdeckt – schon außerhalb der Stadtmauern. Im ersten 1. Jahrhundert n.Chr. (noch bevor das ursprünglich als Militärlager gedachte Ostia entstand) wurde sie errichtet und das macht sie zu einem der ältesten bekannten Bethäuser der jüdischen Diaspora. Die Backstube, der Betplatz  und das Bad sind  ziemlich gut zu erkennen und man sieht noch einige intakte Mosaike, wie das mit dem Salomon-Knoten. Der Rest ist im nahe gelegenen Museum zu besichtigen.

(Bemerkenswert ist übrigens auch die Entdeckung durch das Deutsche Archäologische Institut Ende der 90er Jahre einer Kirche oder Basilika, es handelt sich hierbei wahrscheinlich umd ie Bischofskirche von Ostia aus dem 4. Jahrhundert.)

In Ostia sollen zeitweise bis zu 100 000 Leute gelebt haben; allein das Amphitheater fasste an die 4000 Besucher. Die Anlage ist nach Pompeji und Herculanum eine der am besten  erhaltenen.

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vorne: Ludovica Carbotta « Plenum » 2015, im Hintergrund « Fuor di Metafora » von Enrico Castellani (2015)
 

Die Kunsthistorikerin Adachiara Zevi kuratierte diese Ausstellung und hat das Projekt 2002  in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Rom und der Casa della Memoria e Historia, Rom ins Leben gerufen. Die Ausstellung läuft noch bis Mitte April, wobei einige Arbeiten permanent dort verbleiben. Arteinmemoria è un progetto curato da Adachiara Zevi.

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Christa Blenk

Fotos: Christa Blenk

 

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Fiorenzo Zaffina

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Kunstwerk und römische Mauer (Muro torto)

Italienischer Künstler – zwischen Konzeptkunst und Popskulptur

Fiorenzo Zaffina kommt aus Kalabrien, aber wenn man durch Rom spaziert, sieht man seine Werke überall. Mittlerweile lebt er in Rom, im Herzen von San Lorenzo hat er stein Studie. Zaffina ist Architekt und Journalist und war jahrelang künstlerischer Direktor von l’Espresso. In seinem Atelier in San Lorenzo spürt man den Zwang zur Ordnung, den ein Architekt braucht. Umso beeindruckender ist es, dass er baut und zerstört. Zaffina legt Mauern frei, d.h. seine Kunstwerke sind gerade das, was den Mauern nach der Bearbeitung fehlt.  Sie sind lebendige Abbilder seiner Stadt Rom.

P1200826 P1200831 Die Skulptur rechts heisst Yoga und stellt einen Yogaturner dar, der aus Yoga-Saftkonserven (die er vorher alle trinken musste) hergestellt ist (auf dem Bild die römische Künstlerlin und Expertin für Radierungen an der Kunstakademie Rom,  Anna Romanello und Jean Noel)

Zaffina hat viele Preise gewonnen und an unzähligen Biennalen in Italien teilgenommen.

Christa Blenk

Fotos: Christa Blenk aufgenommen in seinem Atelier in San Lorenzo

 

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Traumkleider im Kino

traumkleider7   Amarcord (Visconti)

100 Jahre Film-Kostümgeschichte: Das  italienische Kino und seine Kostümdesigner

Traumkleider1traumkleider11traumkleider16

Im Museo di Roma (Palazzo Broschi auf der Piazza Navona) werden seit heute Film(Traum)kleider von italienischen Designern ausgestellt. Zwischen und um die Papstskulpturen, Historienmalerein und sonstige Gegenstände vor allem aus dem 19. Jahrhundert glänzen die Kleider aus dem Gattopardo, Amacord, die Borgias, habemus papa, Filme von Sergio Leone etc. – zwischen Stummfim, 70er Jahre und Grande bellezza kann man sie fast berühren, diese Traumkleider für Audrey Hepburnund Claudia Cardinale.

traumkleider20Alle großen Modeschöpfer sind vertreten: Tosi, Piero Gherardi, Danilo Donati, Gabriella Pescucci, Milena Canonero und bedeutende Modeateliers wie Annamode, Tirelli und Farani haben ihre Kreationen zur Verfügung gestellt.

Umgeben sind diese Kreationen von Fotos, Skizzen, Entwürfen  und sonstigen Accessoires. Im Hintergrund läuft dann jeweils der dazugehörige Film incl. der Filmmusik.

Christa Blenk

 

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Cristina Crespo – Garten der tanzenden Musen

Im Atelier von Cristina Crespo

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Artikel über Cristina Crespo auf KULTURA EXTRA

 

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Christa Blenk

 

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Ludi multifonici – Klang-Licht-Installation

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Finale Ludi Multifonici

 

Vom Frühbarock zur elektronischen Musik

Laura Bianchini und Michelangelo Lupone haben zum Jahresbeginn die Trajansmärkte mit einer Licht-Klang-Installation in ein anderes Licht gerückt. Schauplatz sind die Trajansmärkte in der römischen Altstadt. Gespielt wurden jeweils kurze Stück von  Komponisten, die in Rom gelebt haben, angefangen vom römischen Frühbarock über Corelli, Händel, Mozart, Mendelssohn-Bartholdy, Berlioz, Puccini, Debussy bis zur elektronischen Musik von Bianchini und Lupone. Die Überleitung von einem Stück zum anderen wurde mit ein paar Takten elektronischer Musik von den beiden italienischen Komponisten Lupone und Bianchini angedeutet. Wobei die elektronischen Sequenzen immer länger wurden bis es keine Unterbrechung mit der Klassik mehr gab.  Die letzten Minuten tanzten dann, bewegt von den elektronischen Tönen, die Noten in verschiedenen Farben über die die Vorderfront der Trajans-Märkte, bis sie sich im Turm der dahinter liegenden Kirche sammelten und dann – direkt neben dem Vollmond, der passender Weise pünktlich erschien – als Licht-Klang-Feuerwerk in den Himmel stiegen. Aus! Dieses letzte und prächtigste Kaiserforum, das der damalige Stararchitekt Apollodor von Damaskus 107 n.C. erbaute, bekam durch die abwechselnden Lichtprojektionen eine neue, interessante Dimension und Tiefenperspektive. Es wirkte noch größer und beeindruckender. Ein ästhetisch und akustisch beeindruckendes  Erlebnis. Die klare kalte Nacht war ein perfekter Begleiter für dieses „astrale“ Kunstwerk, das man von den Fori Imperiali oder von der Via Alessandrina aus perfekt und in aller Ruhe nachverfolgen konnte. Sehr interessant die Erfahrung, wie sehr die elektronische-zeitgenössische Musik  ein Kind der Barockmusik ist. Manchmal brauchte man ein paar Sekunden um zu merken, dass der Musikstil sich geändert hatte und dann ging es auch schon wieder mit einer Puccini-Arie weiter. Im Rahmen der „Feste de Roma“ haben die beiden zeitgenössischen Komponisten Laura Bianchini und Michelangelo Lupone dieses Happening konzipiert und ausgearbeitet, organisiert und realisiert mit  Holophonen wurde es durch das CRM (Centro Ricerche Musicali) in Zusammenarbeit mit Roma Capitale. Die Künstlerin Sivia Lanzalone hat  das Licht-Design entworfen. Projektassistenz unterlag Emanuela Mentuccia. Heute Abend, 6.1. wird es zum letzten Mal ab 19 Uhr (und dann jede Stunde bis 23 Uhr) stattfinden. Also nichts wie hin!

Christa Blenk

P1200754

mehr über diese Künstler
Oasis


        

 

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Klinghoffers Tod

TYR3 Gerardo Aparicio (Das Wörterbuch des Tyrannen)

The death of Klinghoffer ist John Adams (*1947) zweite Oper. Wie auch schon bei seinem ersten Werk « Nixon in China » hat er hier wieder ein aktuelles (politisches) Thema aufgegriffen.

Das eher poetische Libretto von Alice Goodman lässt an das Alte Testament oder an den Koran denken – Goodman kannte beides. Hin und wieder wird es romantisch und erscheint etwas weltfremd. Adams und sie wollten aber eben keine Position einnehmen und nur eine Begebenheit dokumentieren. „Die Träume und Sorgen nicht nur der Israelis, sondern auch des palästinensischen Volkes werden in dem Werk gewürdigt, das in keiner Weise Gewalt, Terrorismus oder Antisemitismus akzeptiert oder fördert.“  (Adams in einem Interview)

John Adams lässt in seinem Werk beide Seiten zu Wort kommen, er teilt die Zeit, in der sich die beiden Lager präsentieren und rechtfertigen, gerecht auf. Die Choreinlagen der je exilierten Palästinenser und Juden sind gleich lang. Der Zuhörer spürt das, ohne die Zeit zu stoppen. Aufgebaut ist das ganze als große Kantate im Erzählmodus. Manchmal sind es Interviews, die der Kapitän oder Passagiere nach der Rettung der Presse geben dann wieder persönliche Schicksale, Ermahnungen, gute Ratschläge oder Angstdemonstrationen. Adams selber hat an die Passionen von Bach gedacht.

Erzählt wird eine wahre Begebenheit. 1985 übernahmen palästinensische Terroristen das italienische Kreuzfahrtschiff Achille Lauro. Der amerikanische querschnittgelähmte Jude Leon Klinghoffer wird von ihnen getötet und samt Rollstuhl ins Meer geworfen. Nach langen Verhandlungen lassen die Terroristen unter der Bedingung, dass sie ebenfalls frei gelassen werden, die Geiseln gehen.

Als Zuschauer wird man permanent hin- und hergerissen zwischen Sympathien und Antipathien allen (Palästinenser, Juden, Kapitän, Passagiere) Parteien gegenüber.

Seit der Welturaufführung 1991 in Brüssel gab es bis jetzt bei jeder Aufführung Demonstrationen der Jewish Information League. Seit der Erstaufführung in den 90er Jahren wurde die Oper in den USA über 20 Jahre nicht mehr aufgeführt. 2003 entstand die Version, die wir gehört haben, für das Fernsehen. Letztes Jahr stand es auf dem Programm der Met. Die geplante  Kinoübertragung aus der Metropolitan Oper New York hingegen wurde wieder annulliert.

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Zum Werk: Es beginnt mit einem Film über die Vertreibung der Palästinenser 1948 durch die aus dem zerstören Westen ankommenden Juden. Ein kleines Mädchen wird von ihrem Onkel gerade noch gerettet, später erfahren wir, dass sie die Mutter einer der Terroristen sein wird. Dann schwenkt die Kamera und wir machen einen Zeitsprung nach 1985, als die glücklichen und vor Vorfreunde strahlenden Passagiere das Schiff Achille Lauro in Genua besteigen. Unter ihnen auch der Mann (wir erkennen ihn an den Striemen auf dem Rücken, die ihm offensichtlich die Nazis zugefügt hatten), der von dem kleinen palästinensischen Mädchen gebissen wurde, bevor der Onkel sie in Sicherheit brachte. Er trägt eine Kippa und ist in Begleitung seiner Frau, sie auf der Todesliste die nächste gewesen wäre, hätte der Kapitän es nicht geschafft, die Terroristen zu überreden, niemanden mehr zu töten.

Der  Prolog besteht aus zwei Chören der jeweils exilierten Palästinenser und Juden, die von der Vertreibung erzählen. Griechisches Theater pur. Im ersten Bild des ersten Aktes lässt Adams zuerst den Kapitän zu Wort kommen. Später sieht man, wie die meisten der Passagiere in Alessandria an Land gehen. Die Geschichte wird von den an Bord Verbliebenen erzählt, während die Musik jede Stimmung begleitet und sehr aufgeregt wird, als der Erste Offizier zu Wort kommt. Anschließend meldet sich der erste Terrorist Molqi zu Wort und eine Schweizerin erzählt, warum sie mit ihrem Enkel an Bord geblieben war. Mamoud besingt seine Bereitschaft zu sterben und der Kapitän bestellt Sandwiches.

cesar Borja Cesar Borja (Hommage à Sir Francis Richard Burton)

Im zweiten Bild des ersten Aktes schließen der Kapitän und der jüngste und sensibelste Entführer fast so etwas wie Freundschaft und erzählen sich aus ihrem Leben. Die Terroristen werben für ihre Tat und bestätigen immer wieder, dass sie gute Menschen seien. Mamoud erzählt von seiner ersten Spielzeugpistole. Plötzlich mischt sich eine andere Passagierin, die sich im Bad eingeschlossen hatte, ein und spricht von ihrer Angst und von der Schokolade aus Griechenland, die sie sich nun einteilen müsse. Der erste Akt endet mit dem Nachtchor. Klinghoffer ist bis jetzt noch nicht so richtig in Erscheinung getreten, obwohl die Oper seinen Namen trägt.

Das erste Bild im zweiten Akt beginnt mit den Fernsehnachrichten. Ein Sprecher berichtet über die Tat und erzählt dann etwas ironisch die Geschichte aus dem Alten Testament von Abraham, Sara und Hagar und den Kindern Ismael und  Isaak. Mittlerweile ich die Achille Lauro an der syrischen Küste angekommen und wartet auf Erlaubnis, einlaufen zu dürfen. Das Ultimatum läuft. Und während die Entführer im ersten Akt noch eher umgänglich waren, drohen sie nun, alle zu töten. Die Kidnapper sind sich nicht mehr einig, wie weit sie gehen wollen. Nun übernimmt Klinghoffer die Hauptrolle. Er verbleibt allein im unteren Deck, wird erniedrigt und bedroht, tröstet aber noch seine Frau, die kurz zu ihm darf: „Ich hätte einen Hut aufsetzten sollen“ singt er zweimal leicht verzweifelt und vom Thema ablenkend! Seine Frau muss gehen. Zwischendurch wieder ein Interview mit einer jüngeren Passagierin, das ein Stockholm Syndrom andeutet, wenn sie vom gutaussehenden Omar spricht. Dann sehen wir, wie er, Omar – zuhause in Palästina -, mit seinen Freunden seine Freundin steinigt und ihr dann Säure ins Gesicht schüttet, weil sie es wagte, ohne Kopfbedeckung aus dem Haus zu gehen. Ein klagender Frauenchor begleitet diese Szene. Im zweiten Bild singt schließlich Mrs. Klinghoffer von ihrer Krankheit während ihr Mann erschossen und ins Meer geworfen wird, ohne dass die anderen Passagiere oder seine Frau etwas davon erfahren. Im Film wird diese Szene sehr dramatisch ausgeführt, er fällt ganz langsam – wie bei einem Video von Bruce Naumann – ins Wasser und der Rollstuhl hinterher. Der Tagchor löst diese Szene ab. Im 3. Bild muss der Kapitän Frau Klinghoffer über den Tod ihres Mannes informieren, worauf sie mit Verachtung und Zorn ihm gegenüber reagiert und dem Bedauern, dass nicht sie getötet worden sei.

Klinghoffers Töchter distanzieren sich auf das Heftigste von dem Werk.

Musikalisch ist es – wie immer bei Adams – ein sehr hörbares Stück, keine zeitgenössischen Experimente, aber viel Dramatik in der Musik und in den Choreinlagen.

Ursprünglich gedacht und arrangiert als Theaterstück von Peter Sellars, der fast permanent mit John Adams arbeitet. Penny Woolcock überarbeitete die Filmfassung. Die Rückblenden der Protagonisten und die Live-Aufnahmen am Mittelmeer geben dem Ganzen eine dokumentenhaften Realität. John Adams selber dirigierte das London Symphony Orchestra. Sie Sänger waren sehr gut ausgesucht, zumal sie ja auch schauspielern mussten. Sanford Sylvan singt Klinghoffer, Christopher Maltman ein sehr überzeugender Kapitän. Yvonne Howard ist Marilyn Klinghoffer. Tom Randle, Kamel Boutros, Leigh Melrose und Emil Marwa singen Molqi, Mamoud, Rambo und Omar. Sehr berührend und  gelungen!

Christa Blenk

vulkan4 Feuerrutsche auf Stromboli

 

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Passa, Pitagora e Santoboni (versione italiana)

ex_passaIl Ri-tratto di Antonio, 2008 (240 x 430 cm)

Passa, Pitagora e Santoboni

L’artista italiano e analitico d’arte Antonio Passa si occupa da oltre 40 anni dell’interazione tra pittura e matematica. La sua opera su commissione “Il Ri-tratto di Antonio” è stata addirittura tradotta in musica.

Il titolo è un gioco di parole e significa d’una parte autoritratto (ritratto), ma anche tratto (linea dritta) e trattato (saggio).

La prima mossa è stata la misurazione del vano(dello spazio/della sala) a disposizione presso la Galerie Hybrida. Il numero dei metri quadri è stato poi diviso tra 60 e in seguito è stata realizzato lo studio con i quattro colori giallo, rosso, blu, verde (in varie nuances di colore). I quadrati a prima vista sono messi senza un ordine prestabilito.

Il Ri-tratto di Antonio misura 240 x 430 cm e consiste in 60 quasi-quadrati (40 – 43 cm). 10 superfici di colore sono allineate in modo orizzontale; sei file sono sovrapposte l’una all’altra. La composizione inizia a sinistra in alto e termina a destra in basso. Il colore originale di ogni quadrato è una sfumatura di rosa. Il colore di ogni superficie rispettiva si crea mescolando i colori base giallo, rosso, blu, verde . E’ indicato – nel senso orario – su ogni immagine come trave (sbarra/tratto) e cresce rispettivamente di un cm. La prima immagine si chiama “Giallo A 1”, poi “Rosso A 2” , “Blu A 3” e “Verde A 4” ecc.  A partire dall’immagine numero 41 i tratti (le barre) di colore vengono messi in diagonale, per motivi di spazio. L’immagine numero 60 è un Carré rosso in un Carré rosa – il suo rosa originario! Le 60 immagini hanno tutto un DNA di parentela. Egli ha portato la sua famiglia di colore sulla tela!

Nel corso dell’esposizione della durata di quattro settimane il ri-tratto si trasformava in nuove creazioni: In un primo tempo ha messo in ordine cromatico i quadrati di colore, poi secondo (in ordine delle) le forme ed infine ha creato nuove immagini, p. e. togliendo le barre diagonali o eliminando tutto quanto era rosso.

Nelle nostre teste si alternano molti pensieri: La Farbenlehre (l’insegnamento dei colori) di Goethe, la musica di colori e luci nelle immagini di un’esposizione di Mussorgsky , gli esperimenti di Gerhard Richter e Boetti, Yves Klein e le sue sinfonie monotone, i minimalisti Sol Lewitt e Frank Stella e il DNA elaborato dal computer che si trasforma note musicali. L’autore di GEB, Douglas R. Hofstadter esulterebbe vedendo quest’opera.

 Passa con l’immagine numero 40 e numero 60.

Antonio Passa è nato nel 1939 sul mare tirrenico. Ha studiato arte a Napoli e ha terminato la sua tesi sulla “Poesia Visiva” a Bologna. Nel 1970 si è trasferito a Roma e da allora sostiene il suo dialogo concettuale con l’arte. Nel 1973 ha dotato tale concetto con la serie Quadro Quadrato e nel 1986 ha partecipato alla Biennale di Venezia; due volte è stato presente alla Quadriennale a Roma.

L’ex-direttore dell’Accademia delle Belle Arti di Roma oggi vive piuttosto ritirato. Noi siamo andati a trovarlo e l’abbiamo sollecitato di raccontare la storia affascinante della sua filosofia dell’arte. “L’arte non esiste”, dice. “E’ sempre lo specchio del nostro essere attuale”. Quando siamo arrivati, s’accingeva a ripassare con il pennello una tela fissata su una cornice tonda per la decima volta. Sarà un Hommage a Pitagora, spiegò e aggiunse che avremmo dovuto tenere i nostri cappotti, perché prima dovevamo prendere un caffè al bar.  Poi ci raccontò di Pitagora e questo filosofo che viveva prima di Socrate, era anche matematico e aveva contribuito all’invenzione dell’analisi matematica della musica. Aveva passato la maggior parte della sua vita nell’Italia del sud.

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Cornice, tela, colore

Benché questo siano per lui gli ingredienti per un’immagine, si tratta prima di tutto del compasso, del regolo, della linea retta, dell’angolo, dell’assioma, del triangolo, del quadrato, del cono ecc. – Siamo veramente da un artista, o abbiamo sbagliato porta e siamo da un matematico? Basta uno sguardo sui quadri, sui recipienti dei colori e sui pennelli per smentire i nostri pensieri immediati.  Per lui esistono soltanto quattro colori – ma questi in sfumature infinite, di questo parla comunque soltanto in un secondo tempo. Impariamo anche, che per fissare la tela su un supporto tondo, si deve dividere la tela in 16 parti, altrimenti si sgrana da qualche parte. I suoi quadri possono essere guardati da due parti

(da dritto e da rovescio/dal davanti e dal dietro) e sono perfettamente rifiniti (niente viene nascosto sul retro!). Lui preferisce di esporle come oggetti/sculture.

L’accanito fumatore di sigari si confronta con le correnti attuali dell’arte in modo matematico, razionale e analitico. Difende appassionatamente gli artisti contemporanei italiani “che sono stati lasciati indietro”. Secondo lui, a Roma vengono considerati  troppo poco – e lui ha ragione.

Antonio Passa è un interlocutore severo che non lascia passare niente. Alla fine di una conversazione con lui si è un po’ più aggiornato e i 30 minuti previsti sono diventati 2 ore senza che ce ne fossimo accorti!

Il successo commerciale per lui è secondario. Di fondamentale importanza è il concetto e la sua realizzazione la più perfetta possibile. Egli produce poco. Ha lavorato due anni per il suo Ri-tratto.  Solo per noi ha ri-assemblato la sua “Foto di famiglia”, subito dopo le 60 superfici di colore dovevano essere riposte nelle loro scatole di cartone. Ha bisogno di spazio per il suo hommage a Pitagora al quale lavora da quasi due anni. E naturalmente i protagonisti saranno di nuovo le forme geometriche: il triangolo e un pentagramma. Sapete, quanto è difficile disegnare un pentagramma? Doveva addirittura consultarsi con un matematico al riguardo.

Nel 2009 ”Il Ri-tratto di Antonio” è stato presentato per la prima volta al pubblico nella Galleria Hybrida Contemporanea a Roma. Il Nabla Ensemble ha fatto il sottofondo musicale durante il vernissage con un pezzo di 15 minuti che era stato composto appositamente da Riccardo Santoboni (spettacolo multimediale-sinestetico).

La visita presso l’artista ci ha lasciato una profonda impressione.

Testo e foto: Christa Blenk

Post scriptum: Durante il suo viaggio in Italia (1786-1788) Goethe ha fatto delle osservazioni simili e ha iniziato lui stesso a dipingere degli acquarelli. Uno sguardo attraverso un prisma è stato determinante per svegliare il suo interesse alla Farbenlehre (scienza dei colori), ma il suo avvicinamento al tema era più romantico di quello matematico-analitico di Passa!

Nel 1810 ha pubblicato i “contributi alla cromatica”

“L’essere umano stesso, se si serve dei propri sensi sani, è l’apparecchio fisico (di fisica) più grande e più preciso che possa esistere, ed è la disgrazia più grande della fisica più recente, che le sperimentazioni siano stati separate dall’uomo e che si riconosca solo in quello che dimostrano gli strumenti, la natura; e si vuole limitare e dimostrare solo per questo, addirittura quello che possa raggiungere

(Maximen und Reflexionen in: Karl Otto Conrady : Goethe – Leben und Werk

massime e riflessioni in: Karl Otto Conrady:  Goethe – vita e opera, volume 2, pagina 265).

 

Riccardo Santoboni: Rosso – Giallo- Verde – Blu

P1140612 Il Ri-Tratto di Antonio

Strumento musicale = forma = colore

Oppure:

Un violoncello è una Porta ed è rosso

Il compositore Riccardo Santoboni (nato nel 1964) ha tradotto in musica lo studio dei colori e delle forme di Antonio Passa Il Ri-tratto di Antonio. Un’avventura auditiva e anche visuale affascinante per tutti: pittori – musicisti- pubblico. In occasione del vernissage nella Galerie Hybrida c’è stata la prima assoluta dell’opera, eseguita dal Nabla Ensemble. L’artista Passa ha utilizzato per il suo opus quattro colori (Rosso, giallo, verde, blu). Il suo Ri-tratto consiste in sessanta quadrati di colore; in seguito li ha trasformati in quattro forme (geometriche): Porta, T, Scala, Dolmen.

Risonanza della percezione emozionale oppure percezione dell’analogia. Santoboni ha abbinato ad ogni strumento un’immagine, che viene rappresentata attraverso i timbri. Lo strumento che porta la melodia domina per due minuti e mezzo e viene accompagnato da strumenti ritmici e di supporto. Spettri di luce e dinamica dei timbri portano il tono di colore e la forma in primo piano e cercano di rendere giustizia allo spessore e alle nuances di colore dell’opera d’arte, fino a  raggiungere lo stato d’equilibrio della rispettiva struttura. La moltitudine dei colori impegnati si riflette nella moltitudine dei timbri e negli spettri di luce e dell’acustica. Il linguaggio musicale è molto chiaro e comprensibile e si estende dal barocco francese fino al ventesimo secolo.

E’ così si vede l’intreccio di colori, forme e strumenti:

Violoncello = Rosso = Porta

Violino = Giallo = T

Oboe = Verde = Scala

Clarinetto di contrabasso = Blu = Dolmen

 

Porta – T – Scala – Dolmen

Rosso: Santoboni ha assegnato tale colore al violoncello scuro e nostalgico. E’ lo strumento principale e descrive la PORTA di Passa. La stessa contiene i quadrati e le linee nei colori rossi e rosa. Ne fa parte anche la sintesi – l’immagine rossa numero 60, qui è il protagonista principale a rappresentare anche la nota più bassa di questo spettro di luce che viene abbinata  alla tessitura del violoncello. La nota insinua misteriosamente la rottura e il rinnovamento e ci prepara a ciò che arriva.  Il violoncello, con lunghe arcate, rimane costantemente sullo sfondo, interrotto solo da piccoli tocchi di colore del violino. Un omaggio a Blaubarts Burg (il castello di barbablu).

Giallo: Questo colore è abbinato al violino, che dovrebbe costruire con i suoni un tempio greco. Antonio Passa lo chiama “la pianta in forma di T di un edificio greco”. Qui ci sono diagonali gialle. Il violino allegro genera spettri acustici stridenti e penetranti e può brillare nei suoni più alti, simboleggiando la stabilità e la balance, facendo delle capriole, gira vorticosamente, chiaro e dinamico, balla alla maniera del barocco francese attraverso il “T” cosicché gli altri strumenti impediscono che possa scappare attraverso l’unica apertura fuori, verso l’esterno. Alla fine tutti s’inchinano di buon umore davanti al re sole.

Verde: L’oboe intenso e penetrante è lo strumento principale per l’immagine SCALA. Timidamente monta la scala musicale cromatica, si raccoglie e fa dei capitomboli morbidi e agili per tutta la scala musicale. Passa ha previsto per la scala soltanto le tonalità verdi del mediterraneo, di percezione così sensibile per l’occhio umano. La mentalità e la vegetazione delle oasi del mediterraneo orientale sono le caratteristiche che risaltano, con tutti i loro suoni monotoni e tranquillizzanti e con le loro strutture ripetitive.

Blu: Freddo, siderale e rigido, inizia l’ultimo, il quarto round e il raro clarinetto da contrabbasso per appena tre minuti è l’eroe della scena e descrive il DOLMEN immobile e rassicurante. La musica giunge da molto lontano. Da quasi 3000 anni il Dolmen misterioso sta a Carnac o a Stonehenge. Suoni blu e violetti e le diagonali e le marcature dei colori rispettivi lo rappresentano. L’equilibrio ambito attraverso le fasi: rosso, giallo, verde e blu è raggiunto e il pezzo oscilla per raggiungere lo stato armonico. Il blu è il frammento più prominente (lo dice anche Santoboni) e sorregge l’intera costruzione. L’intervento degli strumenti che accompagnano è minimo, ed è costruito con rigore per sostenere e sottolineare i suoni profondi del clarinetto e del violoncello scuro con i loro rimbombi monotoni.

Le quattro composizioni sono molto diverse fra loro, con molte sfaccettature come lo sono i quattro colori che sono qui centrali. Ogni composizione ha una sua filosofia musicale e una sua costruzione alternativa che unendosi alla fine formano un’opera globale di dieci minuti, la cui purezza viene disturbata soltanto da piccole pause.

Riccardo Santoboni è un esperto di musica elettronica e musica per computer. Dedica la sua vita alla ricerca musicale (Human Computer Interaction). A Roma coopera ogni tanto con l’Accademia Musicale di Santa Cecilia ed è regolarmente ospite presso l’Accademia Musicale Chigiana. E’ professore di Armonia, Contrappunto, Fuga e Composizione presso i conservatori di Bari e Pescara. Inoltre insegna acustica e psico-acustica presso l’Università Tor Vergata a Roma. Nell’anno 2000 ha fondato il Nabla Ensemble, che è specializzato principalmente in musica contemporanea. Dal 2010 è professore di musica per computer al conservatorio di musica a Roma di Santa Cecilia. Possiede numerosi diplomi, tra l’altro in elettronica, direzione d’orchestra, direzione di coro e scienza del suono come pure un master come ingegnere del suono. Era sul podio tra l’altro a Roma, Napoli, New York con le orchestre di Napoli e Pescara. Lo scienziato di musica ha partecipato a numerosi concorsi e ha vinto vari premi.

ex_passa  Il Ri-Tratto di Antonio

Christa Blenk

testo originale = tedesco (tradotto da Brigitte Meyer)

 

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HAPPY NEW YEAR

2015

 

Mit den besten Wünschen für ein Neues Gesundes Glückliches Jahr

Hier die Highlights aus 2014

Idee und Foto: Christa Blenk

kolonnaden

Christa Linossi: Augen und Mauern

Christa Linossi  – neue Arbeiten

 „So manchen Mond ist es her, dass der Dollar 870 Lire und ich 32 Jahre alt war“, beginnt die knapp hundert Seiten kurze, intensive und romantische Liebeserklärung an die Serenissima. Der Ehrgeiz des Dichters zielt darauf, nach „siebzehn Wintern Ausmustern“, ihr Gesicht zu portraitieren – wie ein Maler. Und weil Joseph Brodsky sich auf seine Augen nicht verlassen will, braucht er Zeugen für das Gesehene, Puschkin und Pasternak oder Olga Rudge nimmt sie deswegen zur Intensivierung seiner Beobachtungen auf eine Exkursionen mit, sie sollen ihn bestätigen oder zum Nachdenken anregen.  Joseph Brodsky kam immer nur im Winter nach Venedig, erforschte es bei Nebel, Kälte und Einsamkeit, streifte verloren durch die stillen, leeren Gassen und überquerte die grau-schwarzen Kanäle. Liebe, Treue, Sehnsucht, Angst, Schmerz begleiteten ihn. Ein Flaneur der Kälte, umgeben von Mauern, Kanälen und Gebäuden, die im Laufe der Zeit viel gesehen und erlebt haben und Novellen schildern, die vorher mit den Augen aufgezeichnet wurden. Süchtig wird er nach dieser Stadt und muss immer wieder zurückkommen, obwohl die Feuchtigkeit regelmäßig seine Knochen klamm werden lässt und ihn zum Husten bringt. In „Fondamenta degli Incurabili“ (Ufer der Verlorenen) beschreibt er all dies und noch viel mehr. Kein Wort zu viel, keines zu wenig!

Wer was bin ich 3 Kopie Sie tut es ihm gleich. Wenn Christa Linossi durch Venedig und Padua streift und mit der Kamera das aufnimmt, was die Mauern einerseits gespeichert haben und sie andererseits hineininterpretiert. Im Gegensatz zu Brodsky muss sie allerdings gegen die Touristenströme ankämpfen und ruhige Ecken finden, um das Geflüster der Mauern hören zu können. Später, wieder zuhause, wird sie alles verarbeiten und umsetzen.  Und so wie Brodsky immer wieder nach Venedig zurück muss, hat sie Sehnsucht nach den alten, norditalienischen Mauern, nicht weit weg von ihrer Heimat und doch eine andere, ältere und so ehrwürdige Welt.

Blickrichtung 6 Augen überall: Im Museum, in Städten, zwischen Mauern und auf Plätzen. Sehen und gesehen werden,  finden und gefunden werden oder beobachten und beobachtet werden. Es gibt kein Entkommen. Sie sind überall. Das Moribunde an Venedig ruht in den alten Mauern, verfolgt den sensiblen Besucher und lässt ihn nicht mehr los. Vergänglich und doch ewig bleibend suchen die Augen den Kern, die Seele! Und obwohl wir es nicht vermeiden können, dabei an George Orwell oder an die überall installierten Überwachungskameras, legale und illegale, zu denken, wäre es zu einfach, Christa Linossis Arbeiten wie Wer was bin ich oder die Blickrichtungen einfach auf eine politische zeitgenössische Komponente zu reduzieren. Hier ist sehr viel mehr vorhanden.

In Venedig, Padua und München sind die letzten Werke von Christa Linossi entstanden und sie reiht sich somit in die Galerie der Suchenden ein. Sind es ihre eigenen Augen, die durch die Mauern schauern oder die Lippen, die die Geheimnisse flüsternd weiter geben?

Blickrichtung 4 Blickrichtung 4 spielt sich in der Neuen Pinakothek in München ab. Auge und Museum ist eine gut nachvollziehbare Konstellation, während das Auge auf öffentlichen Plätzen uns sehr viel mehr Spielraum zum Nachdenken läßt. Ist es der durch Venedig hastende Shylock oder Casanova auf der Flucht vor einem Ehemann, vielleicht Achenbach, der Tazio nachhastet oder vor der Cholera flieht? In Padua sucht Baron von Innstetten möglicherweise schon nach seiner frisch angetrauten Effi, das Drama vorhersehend. Oder ist es ein von Verfolgungswahn und seinen Gläubigern gehetzte Richard Wagner, der dann in Venedig seine Ruhe findet?

Was hat Christa Linossi dort alles erlebt und was hat sie von den Plätzen und Mauern erfahren, während sie im Dialog mit Peggy Guggenheim über die Biennale di Venezia oder über die Fundamente der brokatbestückten und zierlichen Renaissance-Palazzi zwischen den Kanälen  diskutiert. Kunst entsteht durch Gegenpol meinte Joseph Beuys einst und spricht ihr damit aus der Seele.

Traurigkeit ist nur eine Mauer zwischen zwei Gärten  (Khalil Gibran).

News Landscap Aus den Mauern ausbrechend, fast erholsam  auf den ersten Blick, taucht plötzlich eine Landschaft auf.  New landscape ist beim genaueren zweiten Hinsehen nur eine Fortsetzung der Augenserie: eine grün-blaue Ruhe zwischen dem erdrückenden Berg. Der klare, intensive Himmel trügt, wir versinken in einem Schatten, der keiner ist. Ein mysteriöses Trompe l’oeil das dann doch wieder keines ist.

Mark Twain hat einmal gesagt, dass man sich nicht auf seine Augen verlassen könne, wenn die Vorstellungen unscharf seien! Besser kann man die letzten Arbeiten von Christa Linossi nicht beschreiben.

Frühere Arbeiten von Christa Linossi finden Sie hier:

Christa Linossi
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Christa Blenk

 

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Impressionen Highlights 2014

Hier kommt das traditionelle Musik-Theater-Kunst-Pot Pourri 2014

 

Isadora DuncanmercierPoseidon-TempelsalzP1140617Andante 2008- Óleo-lienzo 40×47 cm.bigbamboo3cellist-palazzo farneseTrabi goes MarcellomonduebervillaadrianathermepicknickKlagemauer

Cristina Crespo hat sich die tanzenden Musen vorgenommen, die Ausstellung dazu wird Anfang April in der Casa della Civetta stattfinden, während JN gleich selber die  zeitgenössische Topf-Symphonie dirigiert und dabei eine wirklich « bella figura » macht. In Paestum wird im Sommer 2015 zum ersten Mal ein Musik-Festival stattfinden (mehr wird noch nicht verraten). Ein Aufenthalt im bretonischen Salzland war genauso interessant wie der Besuch im Studio von Antonio Passa. Während « Andante » ihren Kopf nach unten steckt (oder in den Sand) steht der Big Bamboo immer noch und lädt ein, die Höhen zu erklimmen. Der italienische Cellist spielte die Bach Suite, die Rostropovic vor 25 Jahren an der Mauer spielte und der Trabi fuhr direkt durch das Teatro Marcello. In der Villa Adriana konnten wir unter unglaublichem Vollmond und vor alten Mauern das NDT mit erleben. Die Mauer der durch häusliche Gewalt getöteten Frauen steht auch noch, obwohl sie ihre Reinheit durch unschöne Schmierereien verloren hat. JN hat für eines seiner Fotos von der Mauer sogar einen Preis beim Goethe Institut Wettbewerb « Helden wie wir » gewonnen ……..

aber sehen Sie selber!

P1130230 2014 habe ich mich intensiver mit dem #neuen Rom beschäftigt und dazu EUR einen Besuch abgestattet. Im Laufe der ersten Monate 2014 ist daraus dann ein langer Artikel über die #zeitgenössische Architekturin Rom geworden, was mich später zu einer Serie Rom-Spaziergänge und im einzelnen über #Bernini, #Borromini und die #Renaissance in Rom animiert hat. Weitere werden folgen. Die meisten Bernini Skulpturen in Rom stehen in der Galleria Borghese und diese hatte ihnen für eine Zeitlang #Giacometti gegenüber gestellt. 2014 bekam Rom außerdem zwei neue #Stolpersteine .

GG_nb_06 Das Wagner- Jahr ging zwar 2013 zu Ende; die Oper Regensburg hat aber trotzdem oder deswegen im Januar 2014 eine sehr spektakuläre und witzige #Aufführung der Feen inszeniert. Mit Feen und Waldgeistern hatte sich 2013 auch #June Papineau befasst. Im Frühjahr 2014 zivilisierte sie ihre Laubfrauen und Moorgeister und brachte den #Great Goyesque nach Lausanne in eine Galerie. #Jean-Noel Pettit ha fait une traduction de cet article.

ex_passa Eine Entdeckung 2014 war der italienische Künstler  #Antonio Passa. Sein Ri-tratto di Antonio wurde von #Riccardo Santoboni vertont und daraus entstand eine Art mathematisch-malerische Symphonie, die er bei der Aufführung der Vernissage auch mit vier Musikern aufführte. Überhaupt gab es in diesem zu Ende gehenden Jahr viele Konzerte und Veranstaltungen, die sich mit zeitgenössischer oder elektronischer Musik auseinandersetzten, wie z.B. das #Controtempo Festival in der Villa Medici. Auch die Veranstaltungen des #CRM (Centro Ricerche Musicali) waren immer sehr spannend und anregend. Eine Ausstellung im Macro, #OASI,  brachte elektonische Musik und Kunst zusammen, bei #Feed Drum war es elektronische Musik und Tanz.

P1150956 Ein Expositions-highlight in 2014 war natürlich die lang erwartete #Frida Kahlo Ausstellung in den Scuderien. #Rodin war in den Diokletian-Thermen zu sehen. Aber auch die anderen Museen oder Galerien konnte durchaus mithalten. Es gab im ersten Halbjahr die #Impressionisten aus Washington in Ara Pacis, #Andy Warhol auf dem Corso, #Simon Hantai in der Villa Medici, Rodin in den Diokletian-Thermen und dann #Alma Tadema und die ästhetische Bewegung.

phantabrass-mit Schiaffini und Schiavoni Etwas ganz besonders und außergewöhnlich interessant war die Anwesenheit bei einer Live-Übertragung im Radio RAI3  Gebäude in Prati  die #Performance einer Anti-Kriegs-Kantate, gesungen und vorgetragen von #Silvia Schiavoni zur Musik von Giancarlo Schiaffini mit dem Orchester Phantabrass. Auch interessant war das Abschlusskonzert der Villa Massimo im Auditorium mit zwei Uraufführungen. Ein anderes « barockes » Highlight war Scarlattis  #La Giuditta » durch das Concerto Romano.

Parajes nuncios de Infinito (1999-2009) Nube von Carlos de Gredos – Foto Christa Blenk Im Frühjahr und Sommer  standen auch einige Reisen auf dem Programm. Die eine führte uns auf die Spuren von Jean Luc Bannalec auf die #Glenan Inseln und später dann in das Salzland der #Bretagneund der Vendee. Leider sind die beiden Fernsehfilme über diese Krimi-Geschichten total unansehbar und billig. Madrid stand im Mai auf dem Programm und damit verbunden ein aussergewöhnlicher Besuch bei #Carlos de Gredos in seinem Cerro Gallinero und eine dritte – sehr persönliche – Reise der Erinnerung ging nach San José und zum #Cabo de Gata. In Madrid habe ich außerdem die Künstler #Gerardo Aparicio und #Guillermo Lledó näher betrachtet. Im umgebauten Reina Sofia Museum fand gerade eine Ausstellung von Hanne Darboven statt, die mir die Künstlerin dann doch ein wenig näher gebracht hat.

vulkan4 Im   Sommer hat es uns außerdem auf den #Stromboli getrieben. Der Aufstieg sowie das Zurückkommen um Mitternacht war ein ziemlich unvergessliches Erlebnis und auf jeden Fall eines der Italien-Höhepunkte. Daraufhin haben wir uns dann gleich für das nächste Jahr die Ätna-Besteigung vorgenommen.

P1190873  Musikmässig war auch ganz schön was los im Frühjahr. Die Oper Rom traute sich an zwei #Ravel-Stücke, und es gab zwei sehenswerte Aufführungen von #Little Match Girl Passion und von #Brundibàr. Die #Ars Ludi beeindruckten uns wieder gegen die Zeit in einem der schönen #Aula Magna Konzerte. Die Saison im Auditorium Parco della Musica ging #swingend zu Ende. Darunter fällt auch ein Glanzauftritt der Mexikaner und wir haben gelernt, dass der Danzón mindestens so aufregend wie ein Tango sein kann. Brasilien hat auch zwei seiner besten Musiker nach Rom kommen lassen zu einem #bezaubernden Barockkonzert für Cembalo und Querflöte kurz vor Weihnachten.

P1200125  #Paola Romoli Venturi, die wir schon im letzten Jahr im #MAAM kennen gelernt haben, wir hier genauer betrachtet. Weitere neue Künstlerinnen auf dem blog sind #Christa Linossi und #Schirin Fatemi. Cristina Crespo arbeitet gerade an einer langen Geschichte über #Musen und Tanz, die hier genauer beleuchtet wird.

P1170074 Im Sommer fand wieder der Festival in der Villa Adriana statt. Wir haben uns Vorstellungen von #Martha Graham und dem #NDT angesehen. Auch in der Nähe von Rom, in Albano, fand dieses Jahr zum ersten Mal ein kleineres Festival statt, bei dem wir zwar ziemlich gefroren aber uns sehr gut bei der Cavalleria Rusticana unterhalten haben.  Auch open air war eine Veranstaltung in der spanischen Akademie vor dem bezaubernden Bramante Tempel. #Aire von Javier Moreno.

Unsicker-Chorus Assisi hat eine sehr umfangreiche Ausstellung über die Mauer-Kunst # »no more walls » organisiert. Wir sind hingefahren, um sie uns anzusehen. Auf dem Rückweg sind wir dann ein wenig durch Umbrien und  haben, Spoleto, Spell0, Perugia und  Gubbio besichtigt. Ansonsten haben wir viele kleine Orte in der Nähe von Rom besucht, meistens Tagesausflüge und alle sehr sehenswert wie #Calcata, Civitta di Bagnoreggio oder Grottaferrata und natürlich unser #Viertel San Lorenzo richtig kennen gelernt. Und dann kam im #November Paestum!

P1180729 Nach der Sommerpause wurden dann nach und nach viele interessante Ausstellungen eröffnet wie z.B. #Escher, Mario Sironi, Sander und Lerski in der Villa Massimo, ein Besuch in der Villa Medici lohnte sich auch wieder, #Memling ist noch bis zum 18. Januar 2015 in den Scuderien zu sehen so ist #Normann Rockwell. Die GNAM macht einen Rundumschlag zwischen Sezession und Avantgarde und:

jamieMcdermottinRom Das Romaeuropa Festival begann mit einer fantastischen Aufführung in der Villa Medici # »Il ballo delle Ingrate ».Wir haben auch einen Liederabend mitgemacht, der #Benjamin Britten gewürdigt hat sowie eine weniger gute Aufführung von King Arthur. Der Höhepunkt war die #Carmen mit Dada Masilo.

Palabras Die Casa di Goethe hat die Serie der Aktivitäten fortgesetzt und nach Grünbein und Lewitscharoff ging es mit Dichterlesungen , incontro Romani und Ausstellungen wie zB. mit der  Sammlung von Erdmannsdorff oder Portraits von Isolde Ohlbaum weiter. Ein Abend war Tischbein gewidmet. Und hier mache ich mal einen kleinen Exkurs ins Kino und stelle den besten Film in 2014 vor: nämlich #Grand Hotel Budapest.

cellist-palazzo farnese Und natürlich wurde auch der Mauerfall vor 25 Jahren hier gefeiert. Einmal mit einem #zeitgenössischen Konzert in der französischen Botschaft mit dem Titel « Jenseits der Grenzen ». Ein italiensicher Cellist spielte die Bach Suite wie dies  Rostropovic an der Mauer 1989 tat. P1190162-sepia-  petiteUnd zweimal war eine ganze Nacht lang der Trabi am Teatro Marcello antreffen.

imageEs gab auch wieder Gästebeiträge in 2014. Birgit Käppeler hat über ein deutsch-Italienisches Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem St. Pauli Theater  in San Guzné in der Toskana berichtet. Blutige Aprikosen hieß das Stück, das in dem kleinen Ort mit Laiendarstellern auf die Bühne gebracht wurde.  Das Fenster in die Toskana ist vom lokalen Künstler Lorenzo Vanni.

Jean Noël Pettit hat den Artikel über « The Little Match Girl Passion » ins Französische und Brigitte Meyer hat das Portrait über Tiziana Morganti ins Italienische übersetzt.  Außerdem hat Brigitte Meyer das Portrait von Antonio Passa und die Musikbeschreibung von Riccardo Santoboni dazu ins Italienisch übertragen .

Vielen Dank!

borjaprimordial 011Als Zugabe gibt es dieses Jahr die Projekte, Aquarelle und Zeichnungen von Emanuel Borja, dessen Seite dieses Jahr ein wenig zu kurz kam. Was sich aber ändern soll. Die kleinen Holzskulpturen

proyectos realizados
Album : proyectos realizados
esculturas primordiales de los años 80 (gracias a Peter Jäger - que ha hecho el trabajo de scanear los diapositivas)
23 images
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 waren Modelle für sehr große Holzarbeiten, die aber – bis auf eine – beim Umzug von Rabat nach Rom leider zerstört wurden. Die Aquarelle
Acuarelas y naturaleza
Album : Acuarelas y naturaleza
Aquarelas de recuperación © Emanuel Borja/Christa Blenk
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 hingegen sind in Bonn entstanden, als er sich von seiner ersten Operation erholte; die Zeichnungen
dibujos
Album : dibujos
dibujos de E.Borja en su diario © Emanuel Borja/Christa Blenk
20 images
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 immer wieder zwischen durch. Ich habe sie aus seinen Tagebüchern eingescannt. So auch die Primordial-Projekte
Primordial
Album : Primordial
trabajos de los años 70 y 90 © Emanuel Borja/Christa Blenk
28 images
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P1190162-sepia-  petite Wer über die Feiertage einen kleinen Ausflug in Rom-Nähe machen möchten. Auf Artmore gibt es viele Vorschläge für Tagesausflüge. Gute Fahrt im Neuen Jahr 2015 wünsche ich und freue mich wieder auf Euren Besuch hier auf den blog mit Geschichten und Berichten aus Italien und mehr.

Vielen Dank an die treuen Leser, die interessanten Kommentare und das positive Feedback! Vielleicht möchte Jemand ja auch seine persönlichen Highlights mitteilen!

Bilderreise 2014

Christa Blenk

 

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Memling und die flämische Renaissance

Hans Memling: Der Erfinder der flämischen Renaissance

 P1200339 
Eingangshalle Scuderie del Quirinale

auch auf KULTURA EXTRA

Hans Memling ist um 1440 in Seligenstadt geboren und 1494 in Brügge verstorben. Er wird heute als einer der wichtigsten Vertreter der flämischen Schule angesehen. Memling war einer der letzten „primitiven“ flämischen Maler, der – gestützt auf die beiden großen Meister Jan van Eyck und Rogier von der Weyden – Flandern und den europäischen Norden in die Renaissance geführt hat.

Die Ausstellung, die zurzeit in den Scuderien del Quirinale läuft, greift seinen Einfluss auf die italienische Malerei auf, zeigt aber ebenso seine Beeinflussung durch die Italiener. Es ist die erste Ausstellung überhaupt, die Rom diesem für die italienische Malerei bedeutenden Maler jemals organisiert hat.

Unterteilt sie in verschiedene, aber in einander übergehende Abschnitte. Gezeigt werden hauptsächlich Triptychons  und Portraits, die er im Auftrag von italienischen Kunden gemalt hat.

Seine ersten Werke stehen noch unter Einfluss seines Meisters Rogier von der Weyden. Das Werk  Triptychon für Jan Crabbe ist um 1475 entstanden und wurde später getrennt.  Drei Museen schickten Leihgaben, um das Gesamtwerk hier zu zeigen. Das ist ein echter Glücksfall und passiert nicht oft.  Das Hauptgemälde in der Mitte kam aus Vicenza, die Seitenflügel aus New York, die äußeren beiden Teile aus Brügge. Die  Grablegung von 1465 von Roger van der Weyden, die dafür wahrscheinlich Auslöser war und die Affinität der beiden Maler zeigt, ist dafür aus Florenz gekommen.

Ein weiterer großer Teil ist den ansehnlichen Aufträgen aus Italien gewidmet und beweist die gegenseitige Beeinflussung. Memling war ein Vorreiter der Portraitmalerei und hierin war er unschlagbar. Ab einem gewissen Zeitpunkt erhielt er Aufträge aus Venedig, Florenz und Vincenza. Filippo Lippi, Botticelli, Ghirlandaio bis hin zu Leonardo oder Raffael haben seine Werke gekannt und auch nachgeahmt. Die Italiener liebten seine flämische Präzision und Genauigkeit, das Kalte und Arrogante in seinen Portraits, charakterisierte  ihre eigene Malerei doch der schnellere und oberflächlichere aber positivere Pinsel. Ein perfektes Beispiel dafür ist das Portrait von Bernardo Bembo „Mann mit römischer Münze“, eine kleine Öltafel um 1474, die normalerweise in Antwerpen zu sehen ist. Ursprünglich wurde es dem sizilianischen Maler Antonello da Messina zugeschrieben, andere meinten es könne von Jan van Eyck stammen. Wahrscheinlich hat es aber der damalige Botschafter von Venetien in Auftrag gegeben.

Bernardo Bembo -Memling
Hans Memling Ritratto d’uomo con una moneta romana (Bernardo Bembo?)
1473-1474 (?) Olio su tavola, 31 x 23,2 cm Anversa, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten 

Wichtiger Bestandteil der Ausstellung  sind weiterhin die Geschichten-Bilder, wie z.B. die Passion Christi, entstanden um 1470 und 60 x 90 cm groß, heute in Turin.  Ein geordnetes minutiöses Chaos auf diesem knappen Meter, das das Leben und Leiden von Christi erzählt. Ähnlich wie bei Bosch, könnte man allein über die Geschichten auf diesem Bild einen Roman schreiben. Hier ist ganz klar ein Einfluss von Hieronymus Bosch, der zur gleichen Zeit in den Niederlanden seine surrealistischen und vollgestopften Bilder malte, zu erkennen.  Und ähnlich wie Bosch später im Ausland Erfolg hatte, liebten die Italiener diese Horror vacui Kompositionen.

Weiterer Aspekt der Ausstellung ist Memlings Einfluss auf Botticelli und Ghirlandaio, minutiös kopierten sie seine Werke (zwei davon sind ebenfalls ausgestellt). Ein Christo Benedicente (um 1485, 52 x 33 cm) aus Genua ist erwähnenswert – gegenübergestellt ist ihm die exakte Kopie von Ghirlandaio, ein wenig größer und ein paar Jahre später entstanden. Ghirlandaios Christus ist allerdings strahlender und blutiger, das mag aber an der Restaurierung liegen.

Überhaupt besteht die Ausstellung aus kleinen Portraits, meistens nicht größer als ca. 30 x 25 cm und übergroßen Triptychen. Ein sehr spannendes Triptychon der „Vanità terrena e della salvezza“ (Irdische Eitelkeit und Rettung) um  1485 und auch nur 60 x 66 cm groß.

 
memling-passionchristi
Hans Memling Passione di Cristo 1470 Olio su tavola, 54,9 x 90,1 cm Torino, Galleria Sabauda

Die italienischen Vergleichsexponate, die man ihm an die Seite gestellt hat, sind generell qualitätsmäßig eine Stufe tiefer, was einen seltsamen subjektiven Eindruck vermittelt, wenn man an die italienischen Maler denkt.

Rogier van der Weyden war sein Lehrmeister und ihn hat er auch als Malerfürst in Brügge abgelöst. Aufträge bekam Memling  – abgesehen von seiner Heimatstadt Brügge – aus England, Deutschland und eben aus Italien, welches der ursprünglich vom Mittelrhein stammende Maler bereiste, bevor er sich 1465 fest in Brügge niederließ und dort zu großem Ruhm.  Schon ab Ende der 60er Jahre erhielt er erste Aufträge aus Florenz, darunter der Weltgerichtsaltar, den er um 1472 fertig stellte.

Die Romantiker im 19. Jahrhundert stellten Memling auf eine Stufe mit Jan van Eyck. Der große Panofsky allerdings, schätzte ihn weniger. Für ihn war Memling ein „major minor master“, der keine Emotionen malen konnte. An Van Eyck kommt Memling nicht heran, aber minor major ist vielleicht auch ungerecht. Obwohl es stimmt, berühren tun uns seine Bilder eigentlich nicht. Sorgfalt und meisterhaft vollendet, bleiben es doch gefühllose, kalte profane Bildnisse und die Portraitierten blicken – wenn sie überhaupt blicken – mit Arroganz auf uns. Mehr als ein Drittel von Memlings Werken sind Portraits.

Memling wurde erst wieder richtig rehabilitiert, als man vor 20 Jahren seinen 500. Todestag feierte und Brügge ihm eine sehr umfangreiche und große Ausstellung widmete.

Brügge war im Spätmittelalter bis ins beginnende 16. Jahrhundert eines der wichtigsten Handelszentren in Europa. Der Kapitalismus ist in dieser europäischen Handelsmetropole entstanden und Kultur und Wirtschaft florierten um die Wette.  Der Fluss Zwin wurde zu einem der wichtigsten Handelswege. Schon um 1200 gab es ein Brügge eine Art Verkaufs- und Handelsmesse. 1276 gab es dort die erste Börse der Welt. Und 1472 eröffnete das Florentiner Bankhaus Medici eine Filiale, so tat es auch die Hanse. Das Dreieck Antwerpen- Brügge- Gent war unschlagbar und wenn man Flandern auf die Niederlande ausdehnt, dann kamen viele Jahre lang die besten europäischen Maler aus dieser Ecke. 1407 bekam Flandern von der englischen Krone das Monopol auf den Export unbehandeltem Tuche. Und unter der Ägide der Herzöge von Burgund wurde Brügge im 15. Jahrhundert wirtschaftlich und kulturell eine der wohlhabendsten Städte in Europa. Die Gobelins aus Flandern zählen zu den wertvollsten überhaupt.  Tuch aus England, Brokat aus Italien, Pelze aus Russland und Felle aus Spanien.

Mit dem Zerfall des Herzogtums Burgund begann Brügges Zerfall und durch Heirat und sonstige Machenschaften wurde Brügge Anfang des 16. Jahrhunderts Teil des Römischen Reiches und gelangte 1524 unter Habsburger-Herrschaft. Hinzu kam die Versandung der Zwin, die Brügge von der Nordsee abschnitt, woraufhin das Handelszentrum nach Antwerpen und auf die Schelde verlegt wurde. So verwischten sich die Spuren der großen Maler und Brügge dämmerte bis Ende des 19. Jahrhunderts ärmlich und vergessen vor sich hin, bis der Schriftsteller Georges Rodenbach Brügge mit seinem Roman „Bruges-la-Morte“ um die Jahrhundertwende  wieder auferstehen ließ. „Jede Stadt ist ein Seelenzustand“ schreibt er in seinem symbolistischen Werk „Die tote Stadt“ (Korngold hat übrigens eine Oper darüber geschrieben) und holte die kleine Stadt an der Zwin wieder auf die Landkarte zurück.  Heute ist es ein Touristenort und man kann dort vor allem kalorienhaltige Pralinen oder Schokolade  kaufen, aber an der Schönheit der spätmittelalterlichen und Renaissance-Gebäuden hat sich so gut wie nichts geändert.

Die „Flemish Art Collection Museum of fine arts“ hat zusammen mit Palaexpo und Arthemisia Group diese Ausstellung organisiert. Kuratiert hat sie der deutsche Kunsthistoriker Till-Holger Borchert, der seit 2003 für das Groeningemuseum und das Arentshuis in Brügge tätig ist.  Sie ist noch bis 18. Januar 2015 zu sehen.

www.scuderiequirinale.it

Christa Blenk

 

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La Giuditta von Alessandro Scarlatti

guiditta nach der Aufführung – Concerto Romano

Verschämte Kriegerin Gottes oder  verführerische Mata Hari

Alessandro Scarlattis „La Giuditta“ in der Filarmonica Romana (18.12.2014)

Wie fast immer bei einem Oratorium, behandelt der süditalienische Komponist  Alessandro Scarlatti  (1660-1725)  auch bei „La Giuditta“ ein allegorisches Thema aus der Bibel. 1693 entstand eine erste Version der Judith für fünf Stimmen.  6 Jahre später verfasste Scarlatti eine Zweite für drei Stimmen, und diese haben wir am Donnerstagabend im Teatro Olimpico gehört. Kardinal Pietro Ottoboni hat das Libretto geschrieben, er war der Großneffe von Kardinal Ottoboni, der 1689 als Alexander VIII Papst wurde; in einer Zeit, in der die Oper in Rom  verboten war.

Schon 1676 erließ der strenge und Kunst-uninteressierte  Papst Innozenz XI erstmals ein Opernverbot in dem seiner Meinung nach total verkommenen und unmoralischen Rom.  Für ihn waren bildende Künste verwerflich und Opern anstößig. Und wie reagiert die römische Musikwelt darauf? Sie erfindet das Oratorium, nimmt biblische Themen zum Vorbild und tarnt von nun an Opern-ähnliche Aufführungen als kirchliche Oratorien und macht sie wieder salon- bzw.  kirchenfähig. Genialer Schachzug, wenn man bedenkt, dass diese Musik nun wieder unzensiert auch in der Adventszeit aufgeführt werden konnte – Hauptsache der biblische Inhalt stimmte. „La Giuditta“ von Alessandro Scarlatti fällt genau in diese Kategorie.

Als Händel 1707 nach Rom kam, herrschte das Opernverbot immer noch, deshalb wurden viele dieser Musikspiele oft zwar ganz privat aber im großen Rahmen aufgeführt.

Für „La Giuditta“  hat Scarlatti einen Teil aus dem apokryphen Buch Judit aus dem Alten Testament (ca. 150 v.C.) vertont.

Die Geschichte beginnt als König Nebukadnezar, der Assyrer, Betulia besetzt und Unterwerfung und hohe Steuern von den Israeliten fordert. Die Witwe und Prinzessin Judith verwandelt sich kurzerhand in eine Art Geheimagentin à la Sidney Bristow und beschließt,  sich in die Höhle des Löwen, d.h. in Holofernes Lager zu begeben,  um die Stadt und ihr Volk zu retten. Sie schleicht sich, begleitet von ihrer Amme, in das Herz und Lager des höchsten Feldherrn Holofernes. Mit ihrer Schönheit verführt und betört sie ihn, macht ihn wahrscheinlich betrunken und schlägt ihm nach einem ausgiebigen Bankett den Kopf ab. Nach erfolgreicher Mission kehrt sie – wahrscheinlich ohne Reue – mit ihrer Amme nach Betulia zurück und präsentiert ihrem Volk den Kopf. Somit ist Israel gerettet. Es bleibt bei den meisten Aufführungen offen, ob es ihr leid tat oder nicht. Ist sie eine Heldin oder eine Mörderin?

Die Geschichte der schönen und mutigen Witwe Judith  ist und war nicht nur für die Musik ein Dauerbrenner, im Barock haben diese Geschichte unzählige Maler aufs Papier gebracht. Und auch wenn es so aussieht, als ob die Story eine Verherrlichung der Gewalt oder der Tötung wäre, ist es das Gegenteilt und verurteilt letztendlich die Gewalt.

Alessandro Scarlatti, der hauptsächlich in Neapel und Rom tätig war, wo seine Kirchenmusik ohne Einschränkungen aufgeführt wurde, hat trotzdem 114 Opern geschrieben und war zu Lebzeiten vor allem als Opernkomponist berühmt. Heute sind eher seine geistlichen Vokalwerke bekannt, wie etwa Kantaten, Motetten und Messen. Das liegt daran, dass es von seinen Opern nur sehr wenige Einspielungen gibt und sie deshalb nicht aufgeführt werden.  Die letzten Jahre seines Lebens hat er sich vor allem mit kirchlicher Musik oder Oratorien befasst. Er stammte aus einer süditalienischen Musikerfamilie und einer seiner neun Söhne, Domenico, gelangte ebenfalls zu Weltruhm.

Italien bräuchte so jemanden wie William Christie, der vor ca. 40 Jahren viele Werke von Luly und Rameau ausgegraben und bearbeitet hat. Vielleicht hat es ihn mit Alessandro Quarta ja schon gefunden!

Scarlattis Oratorien beweisen durch die Bank seine Gabe, mit Texten umzugehen und die potentielle musikalische Dramatik darin bis ins Letzte herauszuholen. Minutiös  und kraftvoll arbeitet er Situationen und Höhepunkte der Geschichte heraus. Bach und Händel und auch Caldara haben viel von ihm gelernt und übernommen. Er ist sozusagen der Gründer der neapolitanischen Opernschule  aber auch der Erneuerer der Barockmusik. Man spricht von 30 Oratorien, wobei 22 heute noch bekannt sind und zum Teil eingespielt. Mit der zweiten Version von La Giuditta für 3 Stimmen, die wir gestern gehört haben, hat er eine neue Musik oder besser gesagt, die Musik des 18. Jahrhundert eingeleitet. Gleich zu Beginn fühlt man sich fast wie bei Rameau. Es ist nicht zu verstehen, warum so viele seiner Werke noch tief vergraben in den Archiven herumliegen

Der Hamburger Komponist, Musikschriftsteller und Mäzen Johann Mattheson (1681-1764)  hat 1744 folgendes geschrieben:  „Meines wenigen Erachtens ist ein gutes Operntheater nichts anderes als eine hohe Schule viel schöner Wissenschaften, worin zusammen und auf einmal Architektur, Perspektive, Malerey , Mechanik, Tanzkunst, Actio oratoria, Moral, Historie, Poesie und vornehmlich Musik zur Vergnügung und Erbauung vornehmer und vernünftiger Zuschauer sich auf das angenehmste vereinigen und immer neue Probe geben“. Damit hat er die italienische, französische und englische Oper im 18. Jahrhundert  in einem Satz zusammengefasst.

Aber nun endlich zur Aufführung.

Das Concerto Romano mit Alessandro Quarta präsentierte mit drei vorzüglichen Sängern dieses Oratorium.

Francesca Aspromonte, eine hinreißende und überzeugende Judith, die mit 23 Jahren schon eine unglaubliche Stimme und faszinierende Ausstrahlung hat. Vollgepackt mit dramatischer Energie, Sicherheit und Ausdruckskraft überraschte sie immer wieder. Holofernes war der italienische Tenor Luca Cervoni. Er hatte absolut nichts Bösartiges oder Aggressives an sich und war mit seiner sanften, schönen und geschmeidigen Stimme eher vom Typ Holofernes Softie. In ihn hätte sich Judith vielleicht auch verlieben können, aber das Libretto will das ja nicht, obwohl es durchaus Inszenierungen gab, z.B. in Mainz vor ein paar Jahren, die das anders interpretierten.  Der erste Akt war eigentlich schon perfekt, aber im zweiten Akt haben sie sich alle – auch die Musik – noch übertroffen! Wunderschöne Cello-Partien vor allem bei Judiths Arie „Non ti curo o libertà“  und dann bei einem Duo von Judith und Holofernes „Piega, o Duce, il capo alterno….“ Und er antwortet „Ogni cura, ogni pensiero…“ Kristallin sie, sanft er. Und dann natürlich Hilary Summers, sie war die Amme, groß, stark, verlässlich, beschützend. Mit ihrer warmen, regelmäßigen und samtenen Stimme war sie perfekt für diese Rolle. Sie hat wahrscheinlich die schönste Arie im ganzen Stück. Ein Lamento im zweiten Akt „Dormi, o fulmine di guerra…“ hier wird der Krieg, die Menschheit und Judith bedauert, die sich hingibt um das Volk zu retten. Bei dieser Arie bekam man wirklich eine Gänsehaut und die Augen wurden feucht. Summers war unglaublich überzeugend und ausgezeichnet.  Und nach einem Duo der Amme und Judith die Glück und Erfolg heraushören lässt, geht es in Judiths letzte Arie, die  dann wohl eine Anti-Kriegs-Arie ist und nochmals auf ihr Opfer für die Freiheit eingeht. Obwohl es so gesehen kein Opfer war, sondern eventuell eines hätte werden können, wenn sie den Rückzug nicht geschafft hätte. So geht sie als Gotteskriegerin und Heldin aus der Geschichte hervor.

Begleitet wurden diese drei fabelhaften Sänger mit viel Enthusiasmus und Hingabe vom Concerto Romano unter Alessandro Quarta. Letzterer lässt sich durch die Musik tragen,  einfach, ohne Schnörkel und ohne Kitsch. Man spürt richtig, wie viel Spaß es ihm macht mit diesen Musikern zu arbeiten und wie die Musik durch seinen Körper über die Hände auf die Musiker überspringt (er führt selber auch so etwas wie einen persönlichen Tanz auf).

Alessandro Quarta hat das Concerto Romano gegründet. Seit das Ensemble 2009 bei den „Tagen Alter Musik in Herne“ triumphierte, sind sie viel gefragt und treten vor allem in Deutschland (Kölner Philharmonie), Österreich (Konzerthaus Wien) und Rom (meistens im schönen „Oratorium del Gonfalone) auf.  Das nächste Jahr beginnt mit einer Vorstellung im Konzerthaus in Wien beim Festival Resonanzen, auch wieder mit Scarlatti.

P1200139 Cristina Crespo (Muse mit Tarnkappe)

Concerto Romano

Christa Blenk

 

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Barock-Konzert in der Sala Palestrina

P1200313 Vorweihnachtliches Barockkonzert im Palazzo Pamphilj für Cembalo und Querflöte

Die Konzerte im ehemaligen Palazzo Pamphilj in der Sala Palestrina sind schon allein wegen des Aufführungsortes etwas Besonderes. Immerhin handelt es sich hier um den ersten Saal der Santa Cecilia in Rom. Die Akustik ist umwerfend und die Töne  fliegen durch den Saal und regnen auf uns nieder. 

Wenn aber  dieser wunderbare Saal auch noch zwei grandiose Musiker wie Livia Lanfranchi und Alessandro Santoro beherbergt und das Programm auf die beiden Instrumente, Cembalo und Querflöte, abgestimmt ist, dann stimmt wirklich alles.

Die beiden brasilianischen Musiker haben mit sehr viel Sorgfalt  dieses erlesene Programm für den gestrigen, dem Barock gewidmeten Abend, zusammen gestellt. Aufgeführt wurden die „Sonata in mi minore, BMW 1030“ für Cembalo und Flöte“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750), zwei hinreißende Stücke von Girolamo Frescobaldi (1583-1643) „Capriccio IV“ und „Centro Partite sobra Passacagli“ komponiert 1624 und 1637, von Georg Friedrich Händel (1685-1759) die „Sonata op I Nr. V in sol maggiore HWV 363b“, die „Partita in la minore“ nur für Flöte von Bach und zum Schluss ein ausgesprochen schön-tänzerisches Stück von Jean-Marie Leclair (1697-1764), die „Sonata VII in sol maggiore“ .

Langsam und getragen und dann wieder virtuos-spritzig holte Livia Lanfranchi die Musik aus ihrer Barock-Querflöte. Sie vermittelte Ruhe und Ausgeglichenheit wie sie da stand mit ihrem weißen Schal, der das Mathematische an der Musik noch unterstrich und sie fast wie ein Portrait erscheinen ließ. Sie ist in Rom geboren und hat am Konservatorium Santa Cecilia Querflöte studiert. Barock ist ihr Leben. In Basel, Trossingen und Den Haag hat sie ihre Studien fortgesetzt und dort ihren Master gemacht.  Jetzt lebt in Brasilien, wo sie u.a. auch Masterclassen abhält. Sie und Alessandro Santoro kamen extra für dieses Konzert nach Rom.

Alessandro Santoro verzauberte und überraschte das Publikum vor allem mit  dem Frescobaldi-Stück, abwechselnd mit filigranem Zirpen und kräftigen Tönen flog er über sein Cembalo, während Livia statuenhaft und zurückhaltend umblätterte. Er ist einer der großen Cembalisten zur Zeit! In Rio de Janeiro geboren, hat Santoro in Moskau bei Elena Richter am Tschaikowsky Konservatorium Klavier studiert und war später, wie Livia Lanfranchi, in Den Haag, wo die beiden sich auch kennen lernten. Beide haben schon mit Weltklasse Orchester und Gruppen musiziert. Santoro gewann 2005 den Diaspso nd’Dor. In brasilianischen und südamerikanischen Orchestern spielt er zur Zeit auch das Cembalo.

Bei der galanten Sonate von Jean-Marie Leclair bewiesen die beiden dann nochmals ihr präzises Zusammenspiel.

P1200316 Abgerundet wurde dieser harmonische und schön klingende Abend bei einem Vin d’honneur in der Galleria di Cortona, ein länglicher von Borromini entworfener Saal mit umwerfenden Deckenfresken des großen Piero da Cortona.

Der Palazzo Pamphilj liegt an der Piazza Navona und ist heute die brasilianische Botschaft, die auch zu diesem ausgezeichneten Konzert geladen hatte. Erbaut im Hochbarock um 1650, hat der Pamphilj Papst Innozenz X  das schon um 1470 erworbene Haus durch Borromini umbauen lassen und die Deckenfresken durch Pietro da Cortona in Auftrag gegeben. Angeblich wurden dabei ältere Fresken, die dem Papst nicht gefielen, übermalt. Seit 1920 hat die brasilianische Botschaft in diesem Palast ihre Diensträume und 1961 kauften sie es schließlich. Es ist mit dem Palazzo Farnese sicher eine der schönsten Botschaften in Rom. Bei Veranstaltungen darf das Publikum die vielen Preziosen und Fresken ebenso besichtigen.

Christa Blenk

 

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Norman Rockwell

P1200182 Ausstellungsplakat am Corso (Foto: Christa Blenk)

Schönredner und Märchenerzähler

American Chronicals: the Art of Norman Rockwell.

Die Fondazione Roma Museo – Palazzo Sciarra zeigt zur Zeit Illustrationen und Gemälde von Norman Rockwell.

Das Zentrum der Ausstellung bilden 322 illustrierte Original-Titelblätter für die Saturday Evening Post. Rockwell war von 1916 bis 1963 der alleinige Illustrator dieses jeden Samstag erscheinenden und auflagenstärksten Magazins von New York. Diese Wochenzeitschrift, eine Mischung aus Yellow Press, Politik und Readers Digest-Verschnitt, wurde jeden Samstag sehnsüchtig erwartet und mitgestaltete das Wochenende vieler amerikanischen Familien. Rockwell zeigte seinen geneigten Lesern was sie sehen und hören wollten und das Titelbild bestätigte, dass sich nichts ändert und sorgte dafür, dass das Magazin den Zeitungshändlern aus der Hand gerissen wurde.

Auf zwei Leinwänden in den Ausstellungsräumen sieht man Fred Astaire mit luxuriös gekleideten Frauen singen und tanzen – die Geburt des Musicals!

Heile Welt und American Beauty. Die Titelbilder gaukeln kommerziell und oberflächlich eine Welt vor, die in Ordnung und schön ist.  Bei ihm gibt es vor allem Thanksgiving, Weihnachten, Osterferien, die Freuden des ersten Schultages, den Beginn der Baseball-Saison oder im Poesie-Album-Stil weißgekleidete Tennismädchen die Sorglosigkeit und Glück verkünden sowie frohgemute rotbackige Cornflakes Kinder. Der Crash von 1929 existiert so gut wie überhaupt nicht und dass Amerika in den 40er Jahren in den Zweiten Weltkrieg eingetreten ist, wird nur mal kurz erwähnt und man sieht einen jungen Soldaten, der sich von zwei lachenden Schönen füttern lässt oder ein dicker Armeekoch lamentiert über seine Sorgen. Dann und wann mal ein trauriges Kind auf dem Titelblatt oder ein Obdachloser. Aber immer in schönen bunten Farben und entfernt davon, Kritik zu üben. Ab den 50er Jahren machten die bunten Bilder dann und wann Platz für das Portrait eines Politikers, oft war es John F. Kennedy. In den 6oer Jahren wurde er politischer und warf einmal die Frage auf: „Will Mexiko take the Castro way“ ?

Für nur  5 Cent konnte man sich das das Glück und den Hochmut, dazu zu gehören,  ins Haus holen. Mehr Public Relations war nicht möglich. Mitten im Krieg, 1942 stieg der Preis um 100%,  auf 10 Cent, in den 50er Jahren auf 15 Cent und die letzte Ausgabe « In Memoriam für John F Kennedy » im Dezember 1963 kostete schon 20 Cent. Dann war es vorbei, Rockwells Original-Zeichnungen konnten mit den billigeren Fotos und Off-Sets nicht mehr stand halten und das Massenfernsehen verschluckte viele Leser.

Rockwell arbeitete außerdem für das Boys’s Life Magazin, das die Boy Scouts of America herausgaben und später für den New Yorker. Ein Gemälde aus dieser Serie ist auch hier zu sehen. Es zeigt einen brav und anständig aussehenden Boy Scout, der gerade ein kleines Kind rettet. Oder der good cop, der einen kleinen Ausreißer zu einem Milkshake einlädt. Pathetisch, schwülstig und patriotisch. Kommerzieller Kitsch sagen die Einen, brillant, wie z.B. Ronald Reagen, die Anderen. Mrs Carter war sogar auf seiner Beerdigung. Rockwell war so etwas wie ein Nationalheld.

Er war ein guter Illustrator, ein harter Arbeiter und ein leidenschaftlicher Fotograf, der durchaus Ideen hatte und das Titelplatt der Saturday Evening Post mit viel Phantasie Woche für Woche fast 50 Jahre lang gestaltete. Künstler war er keiner, in seinen Illustrationen oder Gemälden findet man keine Spuren einer Suche nach Neuem. Er war ein Augenverschließer und verdrängte seine unglückliche Kindheit. Freud hätte die reinste Freude an ihm gehabt. Rockwell verkaufte dem amerikanischen Publikum genau das, was es haben wollte und war sich dessen auch bewusst: « Meine Bilder geben eine Lebensansicht wieder, die befreit ist von allem  was Morbide oder Hässlich ist. Ich male das Leben so, wie ich es gerne hätte. » Das macht es noch schlimmer!

P1200188 NormanRockwell-Eigenportrait
Ausstellungsplakate (Foto: Christa Blenk)

Auf einem einzigen Bild  – und das ist auch sein bekanntestes und sehr ansprechend – griff er ein Amerika bewegendes Thema auf: Die Rassentrennung. 1964 entstand „The problem we all live with“ . Rockwell hat hier ein kleines afro-amerikanisches Mädchen gemalt, das auf dem Weg zu Schule von vier US Marshalls beschützt werden muss. Die Civil Rights Acts von 1964 sollten die Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen beenden. Der US Präsident Lyndon B Johnson hat es 1964 durch den US Kongress gebracht. Ruby Bridges hieß das Mädchen, das 1960 durch Gerichtsbeschluss eine nur Weißen vorbehaltene Schule in Louisiana besuchen durfte. Präsident Obama hat übrigens 2011 eine Kopie dieses Gemäldes im Weißen Haus aufhängen lassen.

Wir treffen Rockwells Santa Claus alle Jahre wieder zu Weihnachten. Dann ziert er die  Welt am Sonntag.

In Amerika zählt dieser Märchenerzähler, trotz Kritiken, immer noch zu den beliebtesten und bekanntesten amerikanischen Malern. Er ist in allen großen Museen in den USA zu finden und seine Arbeiten erzielen hohe Preise.

Die Ausstellung, die noch bis 8. Februar 2015 zu sehen ist, wurde von der Fondazione Roma mit der Norman Rockwell Museum von Stockbridge, Massachusetts organisiert. Kuratiert durch Danilo Eccher und Stephanie Plunkett. Wer seine Eindrücke vom „American way of life“ noch verstärken möchte, kann jeden Sonntag im Museum einen American Brunch mit hog dogs, pan cakes und milk shakes zu sich nehmen.

Christa Blenk

 

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Cristina Crespo – Portrait

P1200125
Fünf Musen: La Belle Ortero, Mata Hari, Sharon Kihari, Oriana Fallacci und ihre Erschafferin Cristina Crespo

 

Terpsichore und Gefolge

Nenne mir, oh Muse, die Taten …..

Palestrina ist ein kleines altes Städtchen im Süden von Rom und seit dem 18. Jahrhundert eine der Stationen der Bildungsreisenden auf deren „Grand Tour“ gen Süden. Schon in der Antike war dieser Ort zwischen den Bergen über die Via Prenestina und später über die Casilina direkt mit Rom verbunden. In päpstlichen Abschriften aus dem 8. Jahrhundert wurde Palestrina zum ersten Mal erwähnt. 1515 ist dort der Kirchenmusik-Komponist Giovanni Pierluigi Palestrina geboren.

Cristina Crespo ist in Rom aufgewachsen, in einem Stadtteil, in dem noch Ende der 50er Jahre  Skulpturen und imposante Pflanzen die privaten Gärten zierten. Heute stehen dort fast überall Bürogebäude. In den 60er Jahren hat sie ihre Ferien fast immer bei ihrer Großmutter in Palestrina verbracht und diese hatte einen großen Garten, der – vor allem im Sommer – ihr liebster Aufenthaltsort war. Die Bekanntschaft in diesem floralen Idyll mit all den exotischen und farbenfrohen Blumen und Gewächsen hat eine profunde Verbundenheit und eine Art Seelenverwandtschaft mit der Botanik und mit den Personen dieses Ortes ausgelöst. Die Alliierten-Bombardierungen im zweiten Weltkrieg haben dort ziemlichen Schaden  angerichtet und viele Pflanzen verkümmerten. In den Erzählungen der Großmutter sowie der Großtante tauchten aber immer wieder bestimmte Gewächse auf, darunter auch ein weißer Schneeballbaum (Viburno). Dieser außergewöhnliche Baum hat sich in Cristinas Gedächtnis eingeprägt und später, als Erwachsene, gelang es ihr, einen solchen Schneeballbaum wieder zum Blühen zu bringen. In diesem Garten schlummern außerdem immer noch die von Pflanzen überwucherten und umrankten Amphoren, die Cristina schon als Kind mit den Sagen von Ovid bemalen wollte. Immer wieder kreisen ihre Gedanken um die Geschichten und Sagen die die Großtante erzählte aber auch über die, die verschwiegen wurden, wie eine ungewünschte Hochzeit ihrer Tochter mit einem Stummfilmproduzenten.

P1200094 Addolorata dei sete dolori (Foto: Christa Blenk)

Als 17-jährige Studentin entdeckte sie bei einem kleinen Händler in der Altstadt ein Reliquiar, eine Art Schaukasten „Addolorata dei sete dolori“ („Maria mit den sieben Schmerzen“). Sie hatte kein Geld, um diese Kostbarkeit zu erwerben, so tauschte sie vier Gemälde von ihr ein. Dieser Schaukasten war ausschlaggebend und bildet heute die Grundlage ihrer Theater-Altäre. Als sie später mit ihrer Familie in ein Haus auf der Cassia zog, verblieb diese „Marienverehrung“ in ihrem Atelier. Jetzt hängt diese Preziose genau über Cristinas Wunderkammer, in der sie Kostbarkeiten, Muscheln, Steine, getrocknete Pflanzen oder Schmetterlinge aufbewahrt und die,  nebenbei bemerkt, jeden Besitzer dieses Kuriositätenkabinetts mit Stolz erfüllen würde.

Ihr Atelier ist eine Fundgrube und Schatzkammer à la Ali Baba und dort reihen sich  die von ihr jahrelang zusammen getragenen Requisiten aneinander. Besonders beeindruckend ist das Stoff-Depot, das ausschließlich aus Recyclingware besteht. Hier ruhen neben den transparenten Schleiern, die früher vielleicht der Girlanden-geschmückten Terpsichore gehörten, wenn sie im Garten der Großmutter samtigen Morgentau über Bougainvillea, Orchideen, Pfauenauge und Oleander versprühte, kostbare Glasperlen und Schnüre, Stoffreste oder verschnittene und nicht mehr brauchbare Nähproben aus dem Atelier eines italienischer Designers, die ihr – auch wieder -  ihrer Großtante vererbte. All diese Utensilien warten darauf, Einlass in ihr persönliches Elysium, in den Garten der tanzenden Musen zu finden und dort eine Rolle zu ergattern. Manche Puppen harren schon seit Jahren geduldig in einer Ecke und warten auf ein Engagement. Manchmal fehlt die Haartracht, ein Hut oder sonst ein Accessoire oder einfach nur die Hintergrunddekoration aber Cristina weiß erst wonach sie suchte, wenn sie es endlich gefunden hat. Ihr Atelier ist eine große Bühne mit vielen Türen, Fenstern und Vorhängen, und viele kleine Theater-Altäre verbergen sich dort; sie müssen nur entdeckt und herausgeschält werden.

Muse Dannunziane

Isadora Duncan Isadora Duncan (Foto: Christa Blenk)

Die Ausstellung, die Cristina Crespo gerade in Vorbereitung hat, ist Pflanzen und Musen gewidmet.

Musen sind verträumte und verspielte Wesen, die sich manchmal in einen Gott oder in einen Sterblichen verlieben. Diesen Verbindungen entspringen dann begabte und außergewöhnliche Kinder wie der schöne Hyakinthos, der durch ein tragisches Versehen vom Musenführer Apoll getötet wurde. Zu Strawinskys „Apollon Musagète“ hat George Balanchine die Choreographie entwickelt und Apoll tanzt erwartungsvoll mit den Musen Terpsichore, Kalliope und Polyhymnia zum Berg Parnass. Aus Hyakinthos’ Blut entstand die Hyazinthe, die im Garten von Cristina auf einen Bewunderer wartet. Apuleius’ Luzius tummelt sich auch noch dort, um nach seiner unglücklichen Verwandlung in einen Esel hier vielleicht die erlösenden Rosen zu finden.

Cristina weiß es, ohne den Kuss der Muse gibt es keine Kreation, keine Kunst, keine Musik, keine Erlösung.

Alles was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe (Elias Canetti).

Ursprünglich waren die Musen Gedächtnisstützen, um Kultur, Traditionen, Geschichten, Gebräuche und Erinnerungen zu bewahren und zu verbreiten. Mnemosyne (das Gedächtnis), Melete (die Konzentration) und Aoidi (der Gesang) bildeten das Musen-Trio, dem die Aufgabe oblag, für die Übermittlung und Weitergabe der alten und nur mündlich überlieferten Legenden zu sorgen. Kein einfaches Unterfangen, denn man kann davon ausgehen, dass die Geschichten über Götter, Halbgötter und deren Abkömmlinge, je nach dem wie die Muse gerade zu ihnen stand, positiv oder negativ und mit eigenen Interpretationen ausgeschmückt weitergegeben wurden. Erst später wurde die Zahl der Musen auf neun erhöht und die Helferinnen der Dichter spezialisierten sich u.a. auf die Bereiche Tragödie, Komödie, Poesie, Musik, Tanz, ja sogar Astrologie, die Musen wurden effizienter und populärer und feierten schließlich den Einzug in die Malerei und ins Theater.

Über den Trümmern einer kranken Zeit hatte sich zusammen gefunden die Bewegung und der Geist, ohne Zwischentritt“, das hat Gottfried Benn in einer Erzählung geschrieben.

Von der englischen „ästhetischen Bewegung“ um Alma Tadema und Oscar Wilde beeinflusst, strebte auch Gabriele d’Annuzio dieses „Leisure“- Leben der Privilegierten an. Musen, Modelle, femmes fatales und Höhere Töchter egal wer, alle wollten aus dem grauen Nebelgefängnis der Industrialisierung ausbrechen und sich dekorativ, mysteriös und absolut politisch unkorrekt zeigen. Durch die schönen Künste, durch Licht, Farbe, Blumen und Tanz schüttelte man den ranzigen Akademismus ab und befreite sich von bourgeoisen Zwängen, die einen falschen Moralismus predigten, um auf eine sinnliche, schnelle und aufgeschlossene Moderne zuzusteuern. Im Wiener-Walzer-Rausch und im verspielten Jugendstil um 1900 ist die Bewegung in Form von Tanz zur Modeerscheinung geworden und es flutete eine wahre Tanzwelle durch Europa und Amerika, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts andauerte und durchaus auch das Musical mit einschloss. Bewegung war interessanterweise auch eines der Schlagwörter der Futuristen, nur dachten diese eher an Maschinen, Schnelligkeit und Verderben. Alle großen Tänzer/innen wie Isadora Duncan, Lois Fuller, Ida Rubinstein, George Balanchine, Vaclav Nijinsky oder Mary Wigman, die deutsche Tanzpädagogin und Wegbereiterin für den rhythmisch expressiven Ausdruckstanz, tummelten sich mehr oder weniger zeitgleich auf den Tanzparketten und auf den Bühnen des westlichen Kulturbetriebes. Orgastische Reigentänze wie sie Franz von Stuck malte oder der Hexentanz von Mary Wigman: Jugendstil, Expressionismus oder Futurismus flossen ineinander über und, unterbrochen von zwei Weltkriegen, tanzte man weiter bis in die 50er Jahre.

Auf der Weltausstellung in Chicago 1893 machte eine unbekannte Tänzerin, Little Egypt Furore vor internationalem Publikum als sie einen Orientalischen Tanz, oder Bauchtanz, aufführte. Ursprünglich aus Ägypten kommend, war er bis dorthin im Westen so gut wie unbekannt, obwohl erste Erwähnungen schon im 1700 nachzuvollziehen sind. Ein Skandal natürlich und man entrüstete sich, wie sich das gehörte in einer Zeit, in der man nicht mal einen entblößten Fuß zeigen durfte. Das Publikum war aber verrückt nach Little Egypt. Sicherlich hat das entschieden dazu beigetragen, die Tutu-Aufführungen zu verlassen und Neues, Anderes und Provokativeres zu probieren. Ida Rubinstein und später Josephine Baker ließen dann die Kleider  gleich ganz fallen; allerdings war das Publikum in den 20er und 30er Jahren in Paris ein anderes als das um die Jahrhundertwende. Sie hatten den Strawinsky-Skandal und Marcel Duchamp überstanden und waren bereit.

Das Wort Bauchtanz kommt wahrscheinlich aus dem französischen, Flaubert beschreibt ihn, den „danse du ventre“ in seinen Reiseberichten. Franz von Stuck hat 1906 seine bekannte Salome gemalt und angeblich soll Kleopatra den Römer Julius Cäsar mit einem Bauchtanz verführt haben und die Königin von Saba hat für den König Solomon getanzt, nachdem sie ihn reicht beschenkte. Und natürlich hat Cristina Crespo sich auch schon im orientalischen Tanz versucht und hat sogar eine Bauchstanz-Lehrerin.

Nicht zu vergessen das Musical und der Stepptanz. 1830 sprach man zum ersten Mal schon von diesem Tanz mit den Metallplatten an den Schuhen, richtig geboomt hat er allerdings erst ab Anfang des 20. Jahrhunderts u.a. dank dem „dream team“ Fred Astaire und Ginger Rogers.

Mysterien sind weiblich, sie verhüllen sich gern, aber sie wollen doch gesehen und erraten sein, meinte der Romantiker Schlegel um 1800.

P1200133 Jean Cocteau – « Parade » hommage (Fotos: Christa Blenk)

Im Jugendstil sind die Musen wieder auferstanden und Maler,  Komponisten oder Dichter konnten nicht mehr ohne sie existieren. In der Wiener Sezession hatte Gustav Klimt seine Muse Emilie Flöge und Sigmund Freund und Nietzsche waren von Lou Andreas Salomé mehr als angetan. Alma Mahler Werfel war nicht nur die Komponisten-Muse, Kokoschka konnte ohne ihre Anwesenheit nicht atmen, Werfel nicht schreiben und sie selber war Niemand ohne diese Drei. In Paris brachte Toulouse Lautrec keinen Strich auf das Papier ohne die Can Can tanzende Jane Avril um sich zu haben und Agustina Otero Iglesias, die Tänzerin und Kurtisane aus Spanien, die in den Folie Bergères tanzte, brachte Paris um den Verstand während in München dies Lola Montez mit Kaiser Ludwig II. tat.

Aus verschiedenen Weißtönen sind ihre Keramik-Büsten, die – inspiriert durch die Lieblingsblumen der Liberty-Zeit – allesamt über einen aufwendigen Kopfschmuck verfügen. Manche Figuren tragen ihr Tatoo-Erkennungszeichen aber auch auf dem Rücken, wie z.B Jean Cocteau, den  ein Auszug aus „Parade“ ziert.

Zum Stell-Dich-Ein im Garten der tanzenden Musen ist u.a. Olga Koklova, Picassos wichtigste Muse und erste Tänzerin im Ballet Russe sowie die Muse der radikalen Futuristen, die amerikanische Radium-Tänzerin Loïs Fuller, geladen. Die französisch-polnische Komponistin Elzbieta Sikora hat Fuller in ihrer letzten Oper „Madame Curie“ gewürdigt und ihr eine fatale Rolle zugeteilt. Man sagt, Fuller hätte sich bei den Curies mit Radium versorgt, um bei ihren aufwendigen und bahnbrechenden Performances hell zu erstrahlen. Unter Rosen verbirgt sich die andere Futurismus-Muse, die dramatische Isadora Duncan, sie erdrosselte sich praktisch selber, als sich beim Zu- schnell-Fahren im offenen Auto ihr Schal in den Autoreifen verhedderte. Mit dabei natürlich die bahnbrechende und exotische-erotische Tanz-Ikone der 30er Jahre Ida Rubinstein, Cristinas Lieblingstänzerin, die sie immer wieder in anderen Rollen darstellt, eine der schönsten ist eine schwarze, halbbekleidete Magdalena in der Wüste. Desweiteren finden sich dort die adelige Römerin Claudia Quinta, die mexikanische Kultikone Frida Kahlo, geschmückt mit Königsstrellizien, Manets Muse Lola aus Valencia und die Bauchtänzerin Sharon Kihara ein. Außerdem treffen wir auf die tanzende Stummfilmdarstellerin Brigitte Helm, die Muse von Fritz Lang in Metropolis und natürlich Mata Hari, die Abenteurerin sowie Cleo de Mérode, die schönste Ballerina überhaupt, wie man sagt. Die Liste der tanzenden Musen ist lang und ihr Garten sehr groß, aber irgendwann finden sie alle ihre Bestimmung.

Gabriele D’Annunzio (1863-1938) wurde vor 150 Jahren geboren. Cristina Crespo widmet ihm – aber vor allem seinen Musen – dieses Projekt. Fasziniert darüber, wie viele interessante und intelligente Frauen dieser eher kleine und nicht besonders attraktive militante Nationalist für sich gewinnen konnte, entstand die Idee eines Gartens der tanzenden Musen. Dass der plüschige, kitschige und bombastischen Pomp liebende d’Annunzio zwischen den Frauen, Autos, Pferden, Luxus, Kunst, Politik, Einkäufen (vor allem Schuhe) überhaupt noch Zeit zum Schreiben hatte, ist eigentlich ein Wunder. 1883 entführte er eine junge Herzogin und heiratete sie gegen den Willen der Eltern. Nachdem er drei Kinder mit ihr hatte und Eleonora Duse in sein Leben trat, verließ er die Familie. Die Duse war sicher die wichtigste Frau in seinem Leben, die ihn inspirierte und ihm obendrein auch den nötigen Luxus der er brauchte, verschaffen konnte. Später flüchtete er vor seinen Schuldnern nach Paris und dort tanzte Ida Rubinstein für ihn.

Sehr leicht verlaufen kann man sich in diesem Garten der Erinnerung, er ist ein Labyrinth und nicht jeder findet den Weg hinaus. In der Ferne hört man das Tuscheln und flüsternde Schweigen des Orakels, wenn es den Weg beschreibt,  aber noch wichtiger sind die persönlichen Erfahrungen, Wünsche und Hoffnungen. Wenn man sich allerdings nicht genug Zeit für diese Geschichten nimmt, bleibt man nur Zaungast und schafft es nicht mal, hineinzukommen.

Dieses delikate Projekt ist die persönliche Grand Tour von Cristina Crespo. Jahrelang hat sie die Stätten bereist, in denen sich ihre Protagonistinnen tummelten und viele Male ist sie an den Gardasee gefahren, wo d’Annunzios Haus steht – vielleicht auch auf der Suche nach dem Geist der Musen darin?

Im April 2015 werden die geschmückten Musen in Rom in der Casina della Civetta ausgestellt werden. Dieser Jugendstil-Palast aus den 30er Jahren ist genau so verspielt wie ihr Garten und man könnte sich sogar vorstellen, dass die Protagonisten ihrer Ausstellung darin zum Leben erwachen und mit den Tanzenden Musen an den Wänden ihre Rollen tauschen.

GIARDINO DELLE MUSE DANZANTI „Le Dannunziane“ heißt ihr Buch, das demnächst anlässlich ihrer Ausstellung erscheinen wird. Musen, Mythen und Legenden haben Musiker und Künstler von je her inspiriert und fasziniert und die Kunst- und Musikgeschichte wäre sehr arm ohne die diversen Interpretationen der Mythologien. Dieses Projekt hingegen ist etwas besonders, niemand zuvor hat sich auf diese Art mit Musen und Ballerinas beschäftigt und ihnen botanische Attribute zugeordnet: Eine einzigartige Hommage an den Jugendstil.

P1200115Altarino di Iside (1993) (Foto: Christa Blenk)

Mythos und Theater

Laios und Iokaste waren die glücklichen Herrscher im geheimnisvollen Theben. Sie  hatten keine Kinder. Laios fragt deshalb das Orakel um Rat und erfährt, dass er von seinem eigenen Sohn getötet werden würde und dieser obendrein seine eigene Mutter, d.h. Iokaste, seine Frau, ehelichen werde. Als der Sohn dann zur Welt kam beschlossen die beiden, ihn töten zu lassen und schickten einen Hirten ins Gebirge, diese Aufgabe zu übernehmen. Zuvor durchbohrte er aber noch die Füße seinen Sohnes, daher der Name Ödipus was soviel wie Schwellfuß bedeutet. Der Hirte allerdings hatte Mitleid und gab das Kind einem anderen Hirten, der das Kind nach Korinth brachte zum Königspaar Polybos und Merope, die ebenfalls kinderlos waren und dringend einen Thronerben brauchten. Ödipus wurde erwachsen und eines Tages erfuhr er nebenbei, dass er nicht der leibliche Sohn von Polybos und Merope sei und eigentlich kein Anrecht auf den Thron von Korinth hätte. Diese Nachricht verunsicherte ihn total und glaubte den Versicherungen seiner Eltern nicht, ihr leiblichen Sohn zu sein. Wieder musste das Orakel in Delphi herhalten und wie sich das für das Orakel so gehörte, wurde die Frage natürlich nicht richtig beantwortet. Das Orakel wiederholte nur die alte Weissagung, die auch schon Laios zu hören bekam, nämlich „Ödipus werde seinen Vater töten und seine Mutter ehelichen“. Ödipus kehrte daraufhin nicht nach Korinth zurück sondern zog in die Welt hinaus und wie es der Zufall will, war er plötzlich auf dem verhängnisvollen Weg nach Theben und begegnete – weil es ja das Orakel so wollte – Laios und erkannte ihn natürlich nicht.  Mehr noch, es kam zu einem Streit und Ödipus tötete Laios, seinen Vater. Somit hatte sich der erste Teil des Orakelspruches schon erfüllt. Einmal in Theben angekommen, fand Ödipus dort eine desolate Situation vor. Der Ort wurde von einer Sphinx bedroht, die den jungen Männern ein Rätsel aufgab und nach dem dieses keiner lösen konnte, wurden sie alle von der Sphinx verschlungen. Laios’ Schwager Kreon setzte also eine Prämie aus und derjenige, der die Sphinx besiegen würde, sollte Herr über Theben werden und Iokaste ehelichen. Ödipus stellte sich sogleich der Sphinx und hörte sich das Rätsel an:  „Was hat am Morgen vier Beine, mittags zwei und abends drei“ ?Ödipus musste nicht lange nachdenken um zu wissen, dass es sich um den Mensch handelt, der als Kleinkind auf allen Vieren krabbelt, als Erwachsener auf zwei Beinen geht und als Alter einen Stock brauch, um sich fort zu bewegen.  Der Bann war hiermit gebrochen und die Sphinx stürzte sich in den Abgrund. So wurde also Ödipus König von Theben und ehelichte – ohne es zu wissen – seine Mutter Iokaste, womit sich der zweite Teil des Orakelspruchs erfüllte. Glücklich und ruhig vergingen die Jahre und Ödipus zeugte vier  Kinder mit Iokaste: Polyneikes und Eteokles und die Töchter Antigone und Ismene. Erst als die Pest hereinbrach kam wieder Unheil über Theben und Ödipus schickte seinen Schwager Kreon nach Delphi, um das Orakel um Hilfe zu bitten. Die vernichtende Antwort lautete: Theben würde erst dann von der Pest befreit werden, wenn der Mörder des vorherigen Königs Laios gefunden sei. Der Täter lebe immer noch in Theben und müsse endlich bestraft werden. Ödipus hatte daraufhin nur noch ein Ziel, nämlich den Täter zu finden und zu bestrafen. Und hier  beginnt der erste und einer der spannendsten Krimis in der Literaturgeschichte, den Ödipus selber lösen sollte. Er konsultierte den  blinden Seher Teiresias und fand zu seinem Schrecken heraus, der er selbst der Mörder seines Vaters sei und der Mann seiner Mutter. Iokaste, erhängte sich  nach Kenntnisnahme dieser schrecklichen Begebenheit und Ödipus stach sich die Augen mit einer goldenen Spange von Iokaste die Augen aus. Seine Tochter Antigone führte ihn als blinden Bettler aus der Stadt.

Cristina Crespos aktuelles Projekt der Muse Dannunziane ruft eine Assoziation mit den Theater-Altären hervor, an denen sie seit den 90er Jahren arbeitet. Nicht nur ihre Reisen durch Südamerika, Nordafrika oder Asien haben sie zu diesen Theaterkompositionen motiviert und angeregt, einen entscheidenden Beitrag dazu haben auch ihre Studien über das italienische Mittelalter geleistet sowie, wie schon erwähnt, der Kauf eines religiösen Schaukastens als 17-jährige. Diese Erinnerungen und Eindrücke von fremden Gebräuchen und paganen Religionen fusioniert sie mit den Mythologien, familiären Legenden und der Commedia dell’Arte und so entstehen diese faszinierenden Theater-Mythologie-Arrangements. Die Geschichten, die hier erzählt werden, schicken den Betrachter vom Drama zur Komödie, in den Garten der Hesperiden, erinnern an die Genesis oder bringen Ovid ins Spiel. Manche Figuren wie „Uta nackt“ hat sie einfach in eine Holzbox gesteckt, in der früher vielleicht mal ein ganz edler Tropfen verpackt war. Nicht weit entfernt ruhen auch Danae oder ihre Lieblinge wie die Aphrodite Priesterin Hero und ihr Geliebter Leander. Sehr frei interpretiert ihr Ödipus und die Sphinx. Dieser steht auf der Mauer von Theben und hat die Hand auf dem goldenen Flügel der lockenden von Stuck-Sphinx ruhen. Stürzt sie ab oder will er sie festhalten und vielleicht Iokaste vor dem Tod retten. Eingerahmt ist die Szene in symbolistischen Farben, die an Maillais Ophelia denken lässt.

Bei diesen Theaterkompositionen kommt man nicht umhin, an die sizilianischen Pupi zu denken, aber auch die im Süden stark verbreiteten Straßenaltare oder den Krippenkult in Genua, wo ihre Familie ursprünglich herkommt. Meistens bestehen sie aus einer Maria mit Kind und sind vollgestopft mit Schätzen oder sonstigen Gegenständen einer  Wunderkammer, mit Erinnerungen und Vorsätzen des Auftraggebers oder Herstellers und hängen da, leicht angestaubt und ein wenig trist-dekadent erzählen sie von der Vergangenheit.

P1200139 Ida Rubinstein « Magdalena in der Wüste » (Foto:Christa Blenk)

Crespos aufwendige und neo-barocke Arbeiten sind eine Mischung aus Malerei, Bildhauerei und Poesie die in Verbindung mit Traditionen, Religionen und Ritualen zu  Kunstwerken werden. Organisierter Horror vacui der dazu verführt, viele kleine Nebengeschichten zu erfinden und ein Chaos zu ordnen, das sich eigentlich gar nicht ordnen lassen will. Ihr Atelier ist selber wie ein übergroßes Theater, in dem die Bühne, die Requisitenkammer, die Umkleidekabinen der Schauspieler und der Zuschauerraum nicht voneinander getrennt sind und nur Wände verschoben werden, hinten denen dann wieder kleine Bühnen zum Vorschein kommen. Diese Theater-Konstruktionen stammen aus den 90er Jahren und sind hauptsächlich aus Holz, Stuck, Stoff, Tüll, Metall, Acryl gefertigt. Im Film über den « nächtlichen Garten der Marchesa Casati » kann man den Entstehungsprozess sehr gut nachvollziehen.

Cristina Crespo hat früher gesungen, vor allem Barockmusik und man könnte manchmal auch meinen, dass sie bei ihren Inszenierungen an Händel Opern, oder an die Werke von Lully und Purcell denkt und sie und sich selber in diese Theaterboxen steckt. Dabei geht sie sehr frei – wie dies auch die Musen taten – mit den Geschichten um und sie gibt ihnen oft ein autoportraitistisches Eigenleben.

cristina crespoAltare di Eleonora Fonseca Pimentel (1997) (Foto: Giorgio Vasari)

In mühsamer Kleinstarbeit entstehen diese Kleinodien. Die Materialien für ihre Fetische besorgt sie selber und sucht oft lange danach. So kommen zum Beispiel die schönsten „Haare“ aus dem Souk von Marrakesch. Holzkisten, Pappe, Papier, Farbe, Perlen, Schnüre werden wie durch eine Zauber-Formel von Dr. Faustus miteinander verbunden. Ihre Großmutter hat ihr ein Set mit Resten von vergilbten Spitzen, Borten und Besätzen vermacht, das man früher in Kurzwarenhandlungen kaufen konnte, mit denen sie Königinnen oder Prinzessinnen oder ihre Musen schmückt. Neben der gerade fertig gestellten Isadora Duncan steht halb versteckt ein kleiner Schaukasten. „Das ist Dalida“, sagt Cristina. Sie ist wunderschön in Gold gewandet und hält sich eine Pistole an den Kopf. Cristina nimmt die Puppe heraus und öffnet eine zweite Tür, sozusagen einen doppelten Boden, und es kommt eine Schallplatte (45 Umdrehungen) mit einem Dalida Song zum Vorschein. Ständig werden Türen aufgemacht und es kommt entweder ihre eigene oder die Vergangenheit einer anderen Künstlerin zum Vorschein. Manchmal vermischen sich die Schicksale auch.

Sie konzipiert, zeichnet, näht, klebt, verbindet, formt Drähte und Gipsköpfe und wenn die Bewohner fertig gestellt sind geht sie daran, ein  Haus oder eine Grotte zu bauen bis dann endlich die Zeit der Installation, der Inszenierung gekommen ist. Die Herstellung ist sehr langwierig, insgesamt sind es bis zu  13 Schritte die in mehreren Wochen zurückgelegt werden müssen. Von ihr vorgefertigte Figurinen dienen zur Anprobe. Mühsam, aufwendig und geduldig. Meistens haben die Puppen lange Haare und wallende Umhänge, viele Ketten, wie Cristina es liebt sich zu zeigen. Die Keramik-Büsten der Musen werden von ihr in einem Atelier in Ostia gebrannt.

Heute lebt Cristina Crespo mit ihrer Familie am Stadtrand von Rom, auf der Cassia am km 12: Hier haben die Kreuzritter im Mittelalter Halt gemacht, um sich nach einer langen Reise frisch zu machen, bevor sie den Papst in Rom aufsuchten. Diese wichtige Konsularstrasse hat auch deswegen große Bedeutung, weil sie auf den Ponte Milvio führt und über diese Brücke alle Bildungsreisenden aus dem Norden im 18. und 19. Jahrhundert Rom betraten. Sie führt direkt auf die Piazza Popolo, und hier hat Goethe seine Gäste empfangen. Er hatte seine gemeinsame Wohnung mit Tischbein auf dem Corso, nur 20 m vom Platz entfernt.

Und obwohl sie tief verwurzelt in den Geschichten der Vergangenheit lebt, interessiert und engagiert sie sich seit den 90er Jahren auch sehr für zeitgenössische Kunst und hat längere Zeit an einer Serie für das italienische Fernsehen, „Art News“ mitgearbeitet. In dieser Zeit entstanden Dokumentationen über Edward Hopper, den Futurismus, Francis Bacon etc. Zwischendurch fanden Aufenthalte bei der Stiftung Orestiade in Trapani/Sizilien statt, für sie immer sehr produktiv und wichtig. Für die Kunstzeitschrift „Cahiers d’art“ hat Cristina Crespo einige Berichte illustriert u.a. einen Zyklus über Friedrich Dürrenmatt (Pythias Tod) und einen zweiten über Novalis „Hymne an die Nacht“. Sie ist eine zeitlose Künstlerin und in jedem Jahrhundert oder in keinem zuhause.

Aus der Zeit wollt ihr einen Strom machen, an dessen Ufern ihr sitzt und zuschaut, wie er fließt. Doch das Zeitlose in euch ist sich der Zeitlosigkeit des Lebens bewusst Und weiß, dass Gestern nichts anderes ist, als die Erinnerung von Heute und Morgen der Traum von Heute. (Khalil Gibran, Der Prophet)

Im April 2015 ist es dann endlich soweit, die Tür zum Garten der Erinnerung wird geöffnet und Apoll und Euterpe spielen auf zum Tanz der Musen.

P1200091 Wartende Musen (Foto: Christa Blenk)

Christa Blenk

 

mehr über Cristina Crespo

Cristina Crespo

 

 

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A CENTO METRI COMINCIA IL BOSCO

Giancarlo Schiaffini und Silvia Schiavoni erklären ihr Projekt 
Giancarlo Schiaffini und Silvia Schiavoni sprechen über ihr Projekt im Studio der RAI
 
A CENTO METRI COMINCIA IL BOSCO
Guerra memoria natura

 auch für KULTURA EXTRA

Nach 100 Metern fängt der Wald an –

In der Via Asiago in Prati/Rom steht das RAI Radiostudio. Asiago ist aber vor allem ein Ort im Veneto, der im 1. Weltkrieg dem Boden gleich gemacht wurde. Die sog. Dolomitenfront verlief mitten durch sieben Gemeinden, deren Bewohner ausgesiedelt wurden. In der Po-Ebene, ihrer neuen Heimat, war es ihnen verboten, ihre Muttersprache, eine Art Deutsch, zu sprechen. Die meisten kehrten nach dem Krieg nicht mehr zurück und so verkümmerte diese Sprache. Der Schriftsteller Mario Rigoni Stern, der 1921 in Asiago geboren wurde und 2008 auch dort verstarb, hat als einer der Wenigen in seinen literarischen Werken vereinzelte Wörter oder Fragmente dieser Mundart verarbeitet. Asiago ist eine der sieben Gemeinden in der Zimbrisch, eine traditionelle oberdeutsche Sprache, eine Variante des Bairischen, gesprochen wurde. Noch bis ins 18. Jahrhundert war es Kirchen- und Amtssprache. Heute wird es höchstens noch von 1000 Personen gesprochen.

2008 haben Silvia Schiavoni und Giancarlo Schiaffini im Gedenken an Asiago, Rigoni Stern und den Ersten Weltkrieg, diese grandiose und sensible Anti-Kriegs- Kantate konzipiert. Eine Fusion Orchester für Blechinstrumente, Cello, Percussion, Sing- und Sprechgesang und Video: ein Schauspiel mit Bildern, wie sie es selber nennen.

Palle Odar Spete de Leute Allesamont Sterben – Sterben – Sterben – Sterben

Zu den im Hintergrund vorbeiziehenden unheilvollen Archivaufnahmen dirigiert Giancarlo Schiaffini das Orchester Phantabrass. Es ist auch seine Musik, zu der Silvia Schiavoni heute singt und vorträgt. Schützengräben und Verletzte,  Gebirgsjäger, die durch die verschneiten Berge marschieren und schwarze Spuren im Schnee hinterlassen, Zeitungsausschnitte, die den Krieg ankündigen, das Futuristische Manifest, Bilder von Giacomo Balla, Boccioni oder Otto Dix, dramatische Holzschnitte, eine Landkarte von Triest a das ewige Thema Mitteleuropa erinnernd, manchmal unterbrochen von ruhenden und friedlichen Naturaufnahmen, dann wieder überfüllte Züge, fallende Bomben, winkende oder weinende Mütter: der Krieg und der Wunsch nach Frieden halt. 

Als Mutter taugt man nur noch zum Weinen“ lamentiert Silvia Schiavoni. Sie hat vereinzelte Texte von Mario Rigoni Stern, Ugo Betti, Gabriele D’Annunzio, Robert Musil, Giovanni Papini für ihren schönbergschen Sprechgesang angepasst, abgehöst von einen Brechtschen Lied und lautmalerischen Geräuschen, bis sie fast weint und anklagend kommentiert.

Normalerweise hätten für all das mindestens drei Sängerinnen auf der Bühne stehen müssen. Temperamentvoll und abwechslungsreich durchspringt sie mühelos die Oktaven. Und als die Musik von Schiaffini plötzlich zu einem Trauermarsch in New Orleans wird, folgt sie ihm auch hier mühelos. Unvermittelt dreht er sich um und greift zur Posaune, um die im Hintergrund sterbenden Soldaten mit einem berührenden Lamento zu begleiten. Kampf und Tod, Hoffnung und Resignation lösen sich ab. „Soldaten marschieren durch die Stadt“ und Silvia Schiavoni schafft es sogar, mit ihrer alles könnenden Stimme  mit zu marschieren. 

La casa, la rifaremmo“ (wir bauen das Haus wieder auf).

Wir hatten das große Glück Live im RadioRai3-Studio dabei sein zu können. Es  wurde aber auch über Streamer direkt übertragen.

Videoloch Asiago hat die Bilderwelt im Hintergrund zusammengestellt. Luca Calabrese, Flavio Davanzo, Alberto Mandarini, Martin Mayes, Lauro Rossi, Sebi Tramontana, Massimo Zanotti, Beppo Caruso an den diversen Blechinstrumenten, Giovanni Maier am Cello und Luca Colussi, Percussion.

phantabrass-mit Schiaffini und SchiavoniDer italienische Komponist und Musiker Giancarlo Schiaffini (*1942) stand am Pult. Er ist auch als Posaunist des Modern Kreative Jazz und der Neuen Musik sehr bekannt und gehört schon seit 40 Jahren zur führenden Avantgarde der zeitgenössischen Musik in Italien. Schiaffini ist eigentlich Physiker und begann seine Musikkarriere als Autodidakt in einer Fee Jazz Gruppe. 1970 nahm er an den Darmstädter Ferienkursen teil und belegte dort Kurse bei Stockhausen und Ligety. Danach gründete er die experimentelle Kammermusikgruppe Nuove Forme Sonore und die Gruppe Romano di Ottone, die außer zeitgenössischer Musik auch Renaissance-Musik machten. Ein Studium der elektronischen Musik folgte und 1983 trat er der Nuova Consonanza bei und fing an, sich für Neue Improvisationsmusik zu begeistern. Luciano Berio und Luigi Nono gehören u.a. zu seinem Repertoire und mit ihnen arbeitet er auch eng zusammen. Im Jahre 2000 war er Composer in Residente beim International Composers & Improvisers Forum in München.

Ja und dann Silvia Schiavoni, sie ist der Star in der römischen zeitgenössischen und elektronischen  Musikszene und hat uns zum ersten Mal beim Romaneuropa Festival mit einer Performance zu John Cage Musik beeindruckt. Hier kam sie durch aktive Mitgestaltung am Projekt  noch intensiver und eindrucksvoller rüber und man spürte die persönliche Auseinandersetzung mit der Geschichte.  Sie ist Römerin, hat Literatur studiert, ist Shakespeare-Expertin und Übersetzerin für Englisch. Sie ist sehr in die Arbeit mit dem Centro Ricerche Musicali (CRM) eingebunden und arbeitet mit allen hiesigen zeitgenössischen Komponisten wie Santoboni oder Battistelli zusammen.

Und bei der Zugabe hat sie bewiesen, dass sie sich in eine Reihe mit Ella Fitzgerald stellen darf, als sie ein von Schiaffini bearbeitetes Gershwin-Stück « embraceable you » hin schmetterte und dazu auch noch tanzte.

Wir haben selten etwas so Beeindruckendes und Umwerfenden gesehen und gehört. Genial!

Ninfa  Land_Holz_Land  Winter
Wälder-Interpretationen: Schirin Fatemi, Christa Linossi, Bayerischer Wald (Foto: Jean-Noel Pettit)

Christa Blenk

 

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La voce, il soffio, l’anima (Stimme, Odem, Seele)

P1200078JN vor einer Musikinstallation

Im Rahmen des 51. Festivals « Nuova Consonanza » fand gestern abend in der Casa delle Cultura Villa De Sanctis eine Performance für Stimme, Flöten, elektronische Töne und Tanz statt. Auf der Casilina stadtauswärts bei der Hausnummer 645 verlässt man diese seelenlose Straße und tritt in eine Art Zaubergarten, in dem nach hinten versetzt, dieses Kulturzentrum seinen Sitz hat.

Die fantastische und einzigartige Silvia Schiavoni trugt die von ihr ausgewählten und bearbeiteten Texte aus verschiedenen Teilen der Bibel vor. Sie war  Sängerin, Sprecherin, Klagefrau, Priesterin und Predigerin und hat wieder mal durch ihre außergewöhnliche Expressionsfähigkeit bestochen. Beeindruckend auch Gianni Trovalusci, der sie  dabei an verschiedenen Flöteninstrumenten mit viel Pusten begleitete. Isabella Schiavoni hat die Choreografie entwickelt und auch selber getanzt.

P1200085 Die Komponisten mit den Künstlern – Silvia Schiavoni in der Mitte

Die drei unten erwähnten Kompositionen – alles Uraufführungen – wurden als Gemeinschaftswerk aufgeführt und es war eigentlich nicht zu erkennen, welcher Teil von wem war.

Loredana Arcaro (*1969) – F for G#_T_Studio_n° 3* (2014) per flauto basso e supporto digitale

Giorgio Nottoli *1969) – Percorso incrociato (2004) per voce femminile ed elettronica

Laura Bianchini (*1954) – Luna doppia (2014) per voce, tubo sonoro, suoni elettronici

 

 Christa Blenk

 

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Abschlusskonzert der Stipendiaten der Villa Massimo 2014

Auditorium 002 Sala Santa Cecilia – Auditorium Parco della Musica

 Artikel auch für KULTURA EXTRA

Abschlusskonzert mit dem Ensemble Modern

Jedes Jahr im Dezember zieht die Villa Massimo zur Aufführung des lang erwarteten Abschlusskonzertes in das größte Konzertzentrum von Rom, ins Auditorium Parco della Musica und dort in den größten Saal, in die Sala Santa Cecilia. Auch dieses Jahr reiste das Ensemble Modern wieder dazu an.  Der große Saal, in dem Platz für fast  3000 Personen ist,  ist leer (das ist so gewollt) und die Zuhörer teilen sich mit den Musikern die Bühne, die durch eine große Trennwand optisch und akustisch vom Saal  getrennt ist. So hat man die ganze Dimension dieses riesigen Saales im Hintergrund und doch einen Kammerkonzert-Effekt.

Dieses Jahr waren außerdem alle vier Komponisten, deren Werke auf dem Programm standen, persönlich im Saal anwesend!

Salvatore Sciarrino (*1947 Palermo) hat sich auf die Bearbeitung von Klassikern spezialisiert. Gestern Abend spielte das Ensemble Modern ein von ihm bearbeitetes  Adagio von Bach und eines von Mozart sowie eine Komposition von 1981 „Introduzione all’oscuro“.

Wunderblock“ ein 8-Minuten-Stück für Altflöte, Bass-Klarinette, Percussion und Geigentrio (2007/2008) von Robert HP Platz (*1951 Baden-Baden) folgte. Dieser Zyklus besteht aus den drei Stücken Kiefer, Next und Sekundenstücke. Platz lehnt sich hier an Notizen über den Wunderblock von Sigmund Freud an. Die drei Minikompositionen waren auch auf der Bühne optisch getrennt, Altflöte auf der einen Seite, Bassklarinette und Schlagzeug in der Mitte und weiter nach hinten versetzt das Streichertrio. Die Pausen zwischen den Stücken gehörten zur Komposition.

Die Hauptprotagonisten des Abends waren allerdings die Musikstipendiaten der Villa Massimo, Hanna Eimermacher und Vito Žuraj. Die zwei gestern uraufgeführten Werke sind während ihres Stipendiaten-Aufenthaltes in Rom dieses Jahr entstanden.

Bühne und Instrument Eimermacher Instrument von Hanna Eimermacher für « Überall ist Wunderland »

Hanna Eimermacher (*1981 Gelsenkirchen) hat u.a. bei Beat Ferrer und Mark Andre studiert und hielt sich 2010/11 an der University Buffalo, New York auf.  2012 hat sie den Berlin-Rheinsberger Komponistenpreis gewonnen. Ihre Werke wurden u.a. bei der Salzburger Biennale oder an der Oper Frankfurt am Main aufgeführt. Sie lebt  in Berlin.

Überall ist Wunderland (2014) ist eine Neufassung für 19 Musiker für das komplette Ensemble Modern und wurde gestern Abend in dieser Fassung uraufgeführt. Von den 15 Minuten waren 2 dem Schweigen vorbehalten. Die Musiker nahmen im Saal ihren Platz ein und schauten regungslos ins Publikum und so ging es auch zu Ende.   In den verbleibenden 13 Minuten schickt Eimermacher die Musiker und das Publikum auf den GRA (der GRA ist ein Autobahnring um Rom, meistens verstopft, hier macht Jeder was er will , um ans Ziel zu kommen und ohne Rücksicht auf Verluste und die einzige Verkehrsregel ist die Gewicht hat ist „Einschüchterung“ . Schließlich kommen aber doch alle meistens an ihrem Ziel an). Es beginnt mit zwei Noten, also Stau, alles stagniert, dann Hupen, Schimpfen, eine Ambulanz rast vorbei, die Polizei gleich hinterher, weiter weg hört man Zirkusgeräusche und dann geht es zweimal an einer Schule vorbei. Zwischendurch stagnierte der Verkehr wieder und die zwei Anfangsnoten übernehmen. Hanna Eimermacher hat dafür ein eigenes Perkussionsinstrument entworfen, das abgesehen von den normalen Schlagzeugutensilien aus  Suppendosen, Metallstangen, Wassergläser, Schlagzeug und einer Art Glockenspiel bestand. Dreimal gleich stand es auf der Bühne und sogar Frank Ollu, am Pult, musste mithelfen, um das Chaos nicht ausarten zu lassen. Sehr amüsant und wie gesagt, diese Komposition konnte einfach nur in Rom entstehen. Nach dem Ausklingen des letzten Tones  – was gar nicht so leicht zu erkennen war, da die Suppendosen unter der Glocke noch nachhallten, neigten sich die Musiker 10 cm nach rechts und wieder Schweigen, dann ging das Licht aus und Ende. Witzig und Originell.

Vito Žuraj (*1979) ist dieses Jahr auch  Gast an der renommierten Villa Massimo. Seine Komposition Runaround  für vier Blechbläser und Orchester war an diesem Abend also die zweite Welturaufführung. Žuraj ist in Maribor/Slowenen geboren, hat u.a. bei Wolfgang Rihm studiert.   Von 2009-2010 bekam er ein für ihn sehr wichtiges und wegweisendes Stipendium bei der Internationalen Ensemble Modern Akademie. Man merkte auch die Verbundenheit mit diesem Ensemble. Runaround hat er dem Ensemble Modern und den vier ausgezeichneten Blechmusikern auf den Leib geschrieben.  Ansonsten arbeitet Žuraj mit der New York Philharmonie, dem Scharoun Ensemble Berlin oder dem Klangforum Wien. 2012 hat er den Komponistenpreis von Stuttgart gewonnen. Zur Zeit ist der 35jährige  Dozent für Instrumentierung und Gregorianischen Gesang an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Vier-Bläser-Runaway Die vier Bläser bei Runaround

Bei Runaround wechselen sich Jazz-Referenzen mit neuen Klängen ab und erzeugen eine beeindruckende Kompositionsdramaturgie,  die immer wieder mit überraschenden Tonelementen beeindrucken, wie sie durch den Raum schwappen und eine Verbindung zwischen Musiker und Zuhörer herstellen. Durchkonstruiert und durchkomponiert bis in den letzten Ton, bleibt hier  nichts dem Zufall überlassen. Diszipliniert, schnell und doch übermütig und von permanenten und enthusiastisch aber kontrollierten Einfällen gepackt, erforscht Žuraj die bekannten Musiksprachen und erfindet neue. Und wer könnte ein besserer Partner als das Ensemble Modern sein? Die 15 Musiker sind über die gesamte Bühne, auf der wie gesagt auch das Publikum sitzt, verteilt. Die Streicher auf der einen Seite, Cello und Klarinette auf der anderen oder hinter dem Publikum. Die vier Blechsolisten kämpfen in der Mitte. Die Gruppen werfen sich gezielt die Töne zu, ohne dass auch nur einer auf dem Boden landet, die von der nächsten Gruppe aufgefangen werden, sie umsetzen, modifizieren oder verbessern und weiter geben. Wie ein gut funktionierendes Netzwerk oder ein Staffellauf.   Zum Schluss geraten die vier Blechsolisten an das Limit des mit Instrumenten Machbaren und dann übernimmt der Mund die Tonproduktion.  Ein ausgezeichnetes, spannendes und auch sehr ästhetisches Stück das leider nur 10 Minuten dauerte.

alle neunzehn Musiker haben unsere uneingeschränkte Bewunderung, aber  die zwei Trompeter, Valentin Garvie und Sava Soianov,  Saar Berger mit dem Horn und Uwe Dierksen an der Posaune die Runaround  meisterten, müssen einfach nochmals erwähnt werden für diese fantastische Leistung.

Christa Blenk

 

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Mauer in San Lorenzo

San Lorenzo

Foto: Christa Blenk

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